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Sonntag, 29. Januar 2023
   
 

US-Dollar und Gold: Zwei Seiten einer Medaille

... aktuelle Markteinschätzung von Önder Çiftçi, CEO der Ophirum Group

Der Goldpreis und der US-Dollar sind untrennbar miteinander verbunden. Das liegt schon daran, dass Gold rund um den Globus fast ausschließlich in US-Dollar gehandelt wird. Während das Edelmetall die Leitwährung vergangener Jahrtausende ist, dominiert der Greenback spätestens seit dem 20. Jahrhundert die Welt. Beiden „Währungen“ kommt also eine wichtige Reservefunktion zu.

US-Notenbank belastete den Goldkurs


Als Gold nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs kräftig an Wert zulegte, zeigte sich, dass das Edelmetall offenbar noch immer als sicherer Hafen gilt. Kaum kommt eine Krise auf, deren Folgen schwer zu begreifen sind, gewinnt die staatlich unabhängige Reservewährung Gold für viele Anleger schlagartig an Bedeutung. Da parallel zu den Ereignissen in der Ukraine allerdings die US-Notenbank ihre Zinswende entschieden vorangetrieben hatte und mit gleich mehreren Zinsschritten um 75 Basispunkte am Markt für Furore sorgte, zogen die Renditen der US-Staatsanleihen an – und parallel dazu wertete der Greenback auf. Relativ dazu verlor das zinslose Gold an Attraktivität. Hinzu kommt, dass viele Gold-Käufer aus dem Nicht-Dollar-Raum Nachteile erleben, wenn sie ihre Währung erst gegen den starken Dollar tauschen müssen, um das Edelmetall zu kaufen.

Dollar verliert, Gold gewinnt an Attraktivität

Doch wie erklärt sich nun die Erholung des Goldpreises? Auch hier gibt es mehrere Gründe. Erstens mehren sich die Anzeichen, dass die US-Zinswende in den kommenden Quartalen mit weniger Verve verfolgt werden könnte – die Inflation geht zumindest leicht zurück. Das stärkt Währungen aus aller Welt gegenüber dem US-Dollar. Der US-Dollar-Index, der die Wertentwicklung des Greenback gegenüber dem Euro, dem japanischen Yen, dem britischen Pfund, dem Schweizer Franken, dem kanadischen Dollar und der schwedischen Krone abbildet, kam zuletzt deutlich zurück. Damit wird es für Investoren aus dem Nicht-Dollar-Raum wieder günstiger, auf das in Dollar notierte Gold zu setzen.

Hinzu kommt, dass immer mehr Investoren an der Wertstabilität des US-Dollars zweifeln. Die Weltleitwährung macht kurzfristig als sicherer Hafen zwar Sinn, da US-Staatsanleihen aufgrund ihrer hohen Liquidität selbst das Parken von Milliardenbeträgen erlauben, doch dürften Inflation, innenpolitische Zerrissenheit, der Schuldenstand und andere Probleme, wie etwa die marode US-Infrastruktur, Zweifel nähren. An dieser Stelle kommt wieder Gold ins Spiel.

So haben während der vergangenen Monate immer mehr Notenbanken auf das Edelmetall gesetzt. Wie das World Gold Council (WGC) meldet, griffen im dritten Quartal vor allem die Währungshüter aus der Türkei und Qatar bei Gold zu. Andere Notenbanken, wie etwa die aus China oder Russland, veröffentlichen ihre Aktivitäten traditionell nicht. Vor allem vor dem Hintergrund der steigenden geopolitischen Spannungen, der zunehmenden Regionalisierung der Industrie zur Schaffung von Redundanzen der Lieferketten und der latenten Gefahr, dass Dollar-Vorräte wie im Fall von Russland eingefroren werden, könnte Gold mittelfristig weiter im Aufwind bleiben.

Von kurzfristigen Effekten nicht verunsichern lassen

Was bedeutet diese Entwicklung nun für Anleger? Vor allem die Erholung des Goldpreises zeigt, dass das Edelmetall auch weiterhin seine Eigenschaft als staatenunabhängige Reservewährung innehat. In einer Zeit, in der die Zeichen geopolitisch zunehmend auf Lagerbildung stehen, könnte Gold zusätzlich profitieren. Auch von Seiten leidgeplagter Krypto-Investoren könnten die stabilsten und zugleich schillerndsten „Coins“ bald wieder mehr Zuspruch erhalten. Die Rahmenbedingungen für Gold-Anleger sind gut – das Edelmetall wird noch lange für Wertstabilität und Unabhängigkeit stehen. Welche kurzfristigen Kapriolen der Goldpreis auf diesem Weg schlägt, sollte eingefleischte Gold-Anleger nicht aus der Ruhe bringen.

 

Veröffentlicht am: 04.12.2022

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