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Montag, 21. Oktober 2019
   
 

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LUCA VASTA: "Stella"

Das neues Album erscheint am 6.9.19

Hinter ihrem Debütalbum „Alba“ lagen bereits ein paar Monde, als Luca Vasta sich auf die Suche nach den Essenzen begab. Für die inzwischen 31-Jährige Frau war der Prozess des Ablegens von Ballast wie das Räumen eines Hauses. Ihres Hauses.

Darin hatte sich, des vollkommen normalen juvenilen Hochmuts wegen, eine Menge angesammelt: Erinnerungen, Ängste, die Geister längst vergangener Liebesbeziehungen, ihre egozentrische Künstlerseele, die nach Anerkennung gierte, der unsichere Blick auf das was Pop sein soll, die vielen inneren, sich oft widersprechenden Stimmen, die zu wissen vorgaben, wer sie zu sein hat und natürlich der Nachhall des Vielen, was sie bereits als Sängerin, Songwriterin, TV-Moderatorin und Schauspielerin gesagt und gesungen hatte. All das und noch viel mehr wurde auf den Prüfstand gestellt. Das Meiste flog raus, wurde entrümpelt und als Erfahrungswert ihres bisherigen Lebens in Briefform aufgeschrieben. In schwimmfähigen, versiegelten Gefäßen segeln ihre Notizen jetzt als Flaschenposten in die Ferne.

Irgendwo hin. Ans andere Ende der Welt. Was bleibt ist das leere Haus, dessen Räume jetzt Möglichkeiten zu geschmackvollen Neubeleuchtungen bieten. Besser noch: entschlackt ist das Haus lebendiger, beweglicher. Die Reise jenseits der Statik und der vermeintlichen Vorzüge der Sesshaftigkeit hat begonnen. Luca Vasta kann inzwischen überall zuhause sein. In Berlin, im Bergischen, nahe Remscheid, wo sie aufwuchs, auf dem Gotthardmassiv, der ihre Sprachen Italienisch, Deutsch und Englisch verbindet, und auf Sizilien, der Insel, die ihr Vater Heimat nennt. Vor allem aber unter den Sternen. Welch wunderbares Freiheitsgefühl!

„Stella“, Luca Vastas neues Album, wurde an einem unspezifischen Ort geboren. Jenseits sprachlicher und nationaler Grenzen, gänzlich dem Vielfaltsgedanken zugewandt, fand Luca Vasta zu sich selbst, zu neuer Selbstbestimmung als Künstlerin, Sängerin, Komponistin und Charakter. Ein Merkmal, das ihre neuen Songs stolz und selbstbewusst nach vorne preschen lässt. „Ehe ich die Platte zusammen mit meinem Produzenten Philipp Steinke schrieb und konzeptionierte, hatte ich mir ein klares Ziel gesetzt: ich wollte etwas schaffen, was es in diesem Moment in dieser Form nicht gibt“, sagt Luca. Wie auch? Es gibt ja nur eine Luca Vasta, will man an diesem Punkt am liebsten einwerfen.

Aber es brauchte mehr als eine Zielsetzung. Lucas Mut, autonom von großen Plattenfirmen und Marketingleuten in jedem Punkt der Albumentstehung, von den Studiosessions, über die Cover-Gestaltung bis hin zum Foto-Shooting, Regie zu führen, zahlte sich aus. „Stella“ ist ein Musica Festa Italiana, weil in der Platte eben keine zeitgeistigen Italo-Klischees bedient werden. Viel mehr standen originelle Cantautori wie Lucio Battisti und der Filmkomponist Nino Rota Pate für „Stella“. Aber auch Film Noir und die französische Yéyé-Popauffassung des großen Serge Gainsbourg, lugen neben der Nonchalance des dunklen Schlagers der 60's hier und da in „Stella“ hervor.

Sämtliche der 11 neuen Songs verströmen das unwiderstehliche, sinnliche Odeur des Castello Vasta. Der Titel „Old Italian Songs“ ist Programm: Luca Vasta greift die Canzone-Kultur auf, deutet sie modern, beraubt sie aber nicht ihres Charakters. Es gibt viele großartig-antizyklische Momente auf dem Album. Während die Pop-Gegenwart praktisch keine harmonischen Deutungen mehr kennt, feiern die Akkorde auf „Stella“ ein zeitlos-schönes Freudenfest. Man kann sie auch als Wegweiser verstehen: ist das Stakkato einmal ausgetanzt, wächst die Sehnsucht nach großen, breitwand-artigen Arrangements. Der trägt „American Dream“ mit 60's-Beat und atemberaubend orchestrierten Chören Rechnung. Eine politische Dimension misst Luca Vasta dem „Märchen“-Song, wie sie ihn augenzwinkernd nennt, übrigens nicht bei. Vielmehr wird darin über die riesige Auswanderungswelle von Sizilianern in den 70er-Jahren Richtung Amerika aus der Perspektive einer verliebten jungen Frau erzählt.

Das erste Knutschen, die erste Zigarette, die erste Rollerfahrt - vor aufbegehrender Energie berstet „Modica“, der fröhliche Opener des Albums. Die heiße, sommerliche Luft Siziliens, und die Gerüche der Insel lässt Luca darin förmlich schmecken und riechen. „Melancholia“ thematisiert und enttabuisiert die schwere Depression eines Freundes offenherzig mit Empathie und Feingefühl in den Strophen der Ballade. Ihre Geschichten packt Luca Vasta nicht mit Fingerspitzen an. Als Lebensneugierige ist sie jeweils mittendrin, mit jeder Faser ihres Seins. Abwechselnd mit angezogenem Tempo, dann aber auch mit der Stille als bestem musikalischen Ratgeber, hat sie ein vielfältiges Album geschaffen. Auf „Stella“ gibt es viel zu entdecken - vor allem den mitreißenden Charme der Geschichtenerzählerin Luca Vasta.



Ihre eigene Story als Rechteinhaberin ihres Frauseins, das Durchsetzen in einer männerdominierten Branche, den Widerspruch zum Schlüpfrigen als Werbeargument, und das Ausleben ihrer Kreativität, die sich nicht von selbsternannten „Marketingexperten“ sterilisieren lässt - das alles offenbart sich auch in „Stella“. Aber nicht als vordergründig inszenierter Zeigefinger.

Dafür ist Luca Vasta viel zu sehr Macherin als Protestlerin. Wer ganz genau hinhört, wird aber in den Noten, die sie mit „Stella“ setzt, reichlich Mut, Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung finden. Neben der vielen Liebe zum Detail, die „Stella“ als hellstrahlenden Stern in schwermütigen Zeiten erscheinen lässt.

 


Veröffentlicht am: 18.08.2019

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