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Samstag, 16. Januar 2021
   
 

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J.P. Morgan Asset Management: Jede große Krise sorgt für Aktien-Favoritenwechsel

Aktuelle US-Dollar-Schwäche lässt Schwellenländer und vor allem die Region Asien profitieren


Laut den Experten von J.P. Morgan Asset Management sorgen große Krisen nicht nur für Volatilität an den Aktienmärkten, sondern bringen in der Regel auch einen Favoritenwechsel mit sich: Das Ende der Dotcom-Blase markierte beispielsweise das vorläufige Ende der Dominanz von Wachstums- und US-Aktien.

Die folgende Ära von Value-Aktien und Emerging Markets fand ihr krachendes Ende in der Finanzkrise. Mit der globalen Pandemie könnte es nun an der Zeit für den nächsten Favoritenwechsel sein, so die Einschätzung von Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt: „Der US-Dollar neigt zur Schwäche – damit scheint der 10-jährige Bullenmarkt des Greenback zu Ende zu gehen, der seit der Finanzkrise stark, wenn auch fundamental gesehen teuer war. Nach den pandemiebedingten Zinssenkungen ist das Zinsdifferenzial zwischen US-Dollar und anderen Industrieländern wieder enger geworden – der US-Dollar hat als Anlagewährung an Attraktivität verloren. Mit einsetzender Erholung der Weltwirtschaft sollte dies den Kapitalstrom aus dem US-Dollar in andere Währungsräume beschleunigen“, führt der Experte aus. Nach den bisherigen Erfahrungen hat ein schwacher Dollar vor allem in den Schwellenländern für Rückenwind gesorgt. „Nachdem aktuell vor allem viele asiatische Volkswirtschaften fundamental überzeugen, sind die Voraussetzungen vielversprechend, dass wir nun am Anfang einer asiatischen Dekade stehen“, so Galler.

Wachsende Mittelschicht, regionale Freihandelszonen, erfolgreiche Pandemiebekämpfung


Dafür gibt es zahlreiche kurz- und langfristige Argumente. In den nächsten zehn Jahren dürfte sich die Mittelschicht in Asien um schätzungsweise eine Milliarde Menschen vergrößern. Dies verspricht nach Einschätzung von Tilmann Galler ein enormes Wachstum des Konsums und des regionalen Binnenmarkts. Das jüngste Abkommen über die neue Freihandelszone RCEP dürfte die Asien-Pazifik-Region zudem weiter stärken, denn es sollte den regionalen Handel zwischen den Ländern fördern und dürfte die Wertschöpfungsketten innerhalb der 15 Vertragspartner vertiefen.

Doch auch aus kurzfristiger Sicht besteht für Asien Optimismus: Die nordasiatischen Volkswirtschaften China, Korea und Taiwan, die den Großteil des investierbaren Universums repräsentieren, waren erfolgreicher darin, die Pandemie einzudämmen, als der Rest der Welt. Die Neuinfektionen mit COVID-19 betrugen selbst in der Spitze nur einen Bruchteil der anderen Regionen. „Aufgrund des begrenzten Ausbruchs in Kombination mit rigoroser Kontaktbeschränkung und Verfolgung von Infektionsketten konnte das Virus so weit zurückgedrängt werden, dass sich die Wirtschaft auf breiter Basis erholen konnte. Chinas Wirtschaft ist inzwischen wieder auf dem Vorkrisenniveau zurück – ein Zustand, von dem Europa und die USA bis jetzt nur träumen können“, stellt der Marktstratege fest.

Die Rolle des verarbeitenden Gewerbes – vom Malus zum Vorteil

Trotz des stetig wachsenden Konsums sind die asiatischen Volkswirtschaften immer noch sehr abhängig von der Dynamik im verarbeitenden Gewerbe und dem Handel. Aber was in den Jahren des eskalierenden Handelskonfliktes noch ein Malus war, ist nach Analyse von Tilmann Galler in der jetzigen Phase ein Vorteil. „Es gelingt dem produzierenden Gewerbe viel besser, sich an das Pandemieumfeld anzupassen als beispielsweise dem Dienstleistungssektor. Und so wirkt sich die aktuell relativ bessere Entwicklung des verarbeitenden Gewerbes gegenüber den Dienstleistungen für Asien sehr positiv aus“, erklärt Galler.

Konjunkturdaten in China positiv, jedoch begrenzte Nachfrageimpulse


Chinas Nachfrage im Speziellen hat sich seit dem 2. Quartal 2020 deutlich erholt. Gestiegene Preise von Kupfer und Eisenerz seien nach Einschätzung des Kapitalmarktexperten ein klares Indiz dafür und sollten auch jene überzeugen, die den Konjunkturdaten aus dem Reich der Mitte eher misstrauen. Dennoch sollte man die Euphorie etwas bremsen. „Diesmal hat Peking die Wirtschaft, im Vergleich zu den früheren Schwächephasen, wo es eine enorme Kreditausweitung gegeben hat, nur relativ moderat gestützt. Das heißt, der positive Nachfrageimpuls aus China hat nicht die Kraft wie beispielsweise 2009 oder 2016, um das Wirtschaftswachstum weltweit zu beflügeln“, sagt Galler. Die Sorge um die zukünftige Finanzmarktstabilität habe die Entscheidungsträger davon abgehalten, den Geldhahn weit aufzudrehen. Die Konsequenz sei, dass von der steigenden Nachfrage in China nur die Länder mit intensiven Handelsbeziehungen zu China profitieren dürften. Exportstarke Volkswirtschaften wie Taiwan und Korea liefern über 25 Prozent ihrer Exporte nach China und dürften wohl den stärksten Rückenwind für ihre Wirtschaft spüren. Japan liefert zwar rund 20 Prozent der Exporte nach China, aber der Gesamtanteil der Exporte am BIP liegt bei nur 13 Prozent – in Korea ist es mit 33 Prozent ein Drittel der Wirtschaftsleistung.

Die Bewertung des japanischen Aktienmarkts hat nach Einschätzung von Tilmann Galler im Vergleich zu den Industrieländern ein sehr attraktives Niveau erreicht. Im Falle eines globalen Erfolgs im Kampf gegen die Pandemie könnte die Erholung der japanischen Wirtschaft auch zu einer kräftigen Erholung japanischer Aktien führen. Eine überdurchschnittliche Entwicklung wäre dann möglich, wenn der Yen in diesem Szenario nicht zu stark werde.

Weiterhin Potenzial bei asiatischen Aktien – doch differenzierter Blick nötig

Nach Einschätzung von Tilmann Galler haben asiatische Aktien trotz der guten Kursentwicklung immer noch das Potential, sich überdurchschnittlich zu entwickeln. „In unseren jährlich veröffentlichten langfristigen Ertragsschätzungen, den Long Term Capital Market Assumptions, erwarten wir über zehn bis 15 Jahre eine Überschussrendite von mehr als zwei Prozent pro Jahr gegenüber Industrieländeraktien“, betont Galler.

Doch gelte es bei asiatischen Aktien gleichwohl zu differenzieren – denn die Pandemie hat die Aktienmärkte Asiens gespalten. Nordasien hat die Corona-Pandemie bisher besser gemeistert als die meisten anderen Länder der Welt. Aus diesem Grund waren die Unternehmensgewinne stabiler und die Wirtschaft konnte sich auch nachhaltiger erholen als beispielsweise in Europa oder den USA. Die Risiken neuer Pandemiewellen und weiterer Lockdowns ist demnach für diese Region auch im neuen Jahr viel geringer als für den Rest der Welt. „Wir trauen Aktien aus China, Taiwan und Korea aufgrund dieser defensiven Qualitäten und dem besseren Wirtschaftswachstumsumfeld zumindest in der ersten Jahreshälfte eine überdurchschnittliche Wertentwicklung zu, solange es eben nicht sicher ist, dass die Pandemie nachhaltig überwunden wird“, sagt Experte Galler. Wer im Speziellen von der relativ starken Nachfrage in Chinas Wachstum profitieren wolle, sollte dies aufgrund des schwächeren Wachstumsimpulses aktuell durch direkte Investments in den heimischen A-Share-Markt tun.

Sobald jedoch ein Ende der Pandemie wahrscheinlicher werde, sei mit einem Favoritenwechsel zu den ASEAN-Aktien und Indien zu rechnen. „Südasien ist erheblich stärker durch die Pandemie betroffen und bietet aus diesem Grund auch mehr Aufholpotenzial. In diesem weltwirtschaftlichen Erholungsszenario sollten auch japanische Aktien aufgrund des relativ hohen Anteils zyklischer Titel profitieren“, bewertet Tilmann Galler die Situation.

 


Veröffentlicht am: 14.01.2021

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