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Montag, 16. Juli 2018
   
 

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Frauenfinanzen

Single-Mütter haben es besonders schwer

Single-Mütter sind eine der finanziell schwächsten Gruppen Deutschlands: In der Vergangenheit hat es bereits der Mikrozensus bestätigt und auch heute hat sich an der Lage der Alleinerziehenden nicht viel geändert.

Kein Wunder: Im Prinzip kombinieren alleinerziehende, berufstätige Mütter zwei Vollzeitjobs miteinander – eine praktisch unvereinbare Aufgabe. Die Folge: Die Kinder sind teilweise vom kulturellen Leben ausgeschlossen, das alleinerziehende Elternteil überarbeitet und erschöpft. Vom Staat kommt nur geringe Hilfe. Einen Einblick in den Alltag Alleinerziehender bietet dieser Artikel.

Single-Mütter: Kein Einzelfall

Die Zahl derer, die ihr Kind im Alleingang aufziehen, steigt in Deutschland stetig an. Bereits vor acht Jahren waren es beinahe 20 Prozent der Familien, die ihren Nachwuchs alleine großzogen. Auch heute ist dieser Satz nicht zurückgegangen und besonders im Osten ist die Lage ernst. Es sind dort beinahe zehn Prozent mehr und verschärft wird diese Problematik noch durch das junge Alter der Alleinerziehenden. Hier trifft es oft Männer und Frauen, die früh Eltern werden, wenn die Partnerschaft noch nicht gefestigt ist, und dann mit einer Trennung konfrontiert sind, die sie zu alleinerziehenden Eltern macht. Aus statistischen Erhebungen geht zudem hervor, dass es in Großstädten mehr Alleinerziehende gibt als auf dem Land.

Alleinerziehend und im Job: ein Drahtseilakt

Kinder verlangen einem extrem viel Energie und Zeit ab – ganz zu schweigen von dem Geld, das man für Verpflegung, Hygieneartikel, neue Kleidung, Schulsachen und so weiter aufbringen muss, um dem Kind ein gutes Leben zu ermöglichen. Alleinerziehende sind daher in der Regel gezwungen, arbeiten zu gehen, auch wenn sich das durch die Doppelbelastung ausgesprochen schwierig gestaltet. Manche Mütter werden zu Hause erfinderisch und steigen zum Beispiel ins Forex-Trading ein, wobei die Auszahlung von Gewinnen ihr Einkommen deutlich aufbessert. Doch nicht alle Frauen haben es so leicht. Viele von ihnen müssen Vollzeitstellen belegen, um die anfallenden Kosten zu decken. Sie arbeiten somit 40 Stunden pro Woche, doch wenn sie zu Hause sind, muss auch noch der Nachwuchs versorgt und der Haushalt erledigt werden. Ruhepausen sind kaum einzulegen und der Stresslevel dieser Bevölkerungsgruppe steigt auf Dauer ins Unermessliche. Vom Staat ist dabei nur geringe Hilfe zu erwarten: Auch berufstätige Single-Mütter haben Probleme, eine bezahlbare Wohnung und einen Krippenplatz zu finden, auch sie kommen von ihrem Gehalt und dem Kindergeld kaum über die Runden. Dabei sind 60 Prozent der alleinerziehenden Mütter berufstätig und ein großer Teil von ihnen kann sich keine Teilzeitstelle leisten.

Alleinerziehend ohne Job: eine Katastrophe


Und doch können sich die Mütter glücklich schätzen, die überhaupt einen Job haben. Denn knapp ein Drittel der alleinerziehenden Frauen ist arbeitslos und bezieht Sozialhilfe oder Hartz IV. Dafür gibt es vielfältige Gründe: Manche Frauen sind so früh Mutter geworden, dass sie keine berufliche Ausbildung abschließen konnten. Oder das Kind ist noch sehr jung und bedarf einer Vollzeitaufsicht, sodass keine Beschäftigung ausgeübt werden kann. Bei gering entlohnten Tätigkeiten rentiert es sich aber häufig nicht einmal, arbeiten zu gehen und dafür das Kind in Betreuung zu geben. Der Unterschied zu Paarfamilien ist gravierend: Fünfmal so viel Alleinerziehende sind auf die Hilfe vom Staat angewiesen wie Familien, bei denen noch zwei Elternteile zusammen sind.

Konkrete Zahlen führen ein erschreckendes Bild vor Augen: Knapp die Hälfte der alleinerziehenden Mütter von Kleinkindern haben nicht mehr als 1.100 € im Monat zum Leben – für sich selbst und den Nachwuchs. Kein Wunder, wenn die Kinder da nie in den Zoo, ins Kino oder ins Schwimmbad ausgeführt werden können und ihnen somit Erlebnisse verwehrt bleiben, die für viele wie selbstverständlich zu einer Kindheit dazugehören. Ein Großteil dieser Familien lebt in stetigem Armutsrisiko und kann sich in der Regel erst daraus hocharbeiten, wenn die Kinder älter sind und der Mutter mehr Zeit für andere Aktivitäten bleibt.

Und alleinerziehende Väter?

Obwohl die Kinder nach einer Trennung in der Regel bei der Mutter landen, gibt es auch alleinerziehende Väter. Ihre Lage ist jedoch lange nicht so prekär wie die der Mütter. Dies liegt vor allem daran, dass die Kinder meist älter sind, wenn sie sich dafür entscheiden, beim Vater zu bleiben. Sehr junge Kinder werden praktisch automatisch eher der Mutter überlassen. Somit kommen die alleinerziehenden Väter selten in die Lage, ihren Job vollständig aufgeben zu müssen. Zusätzlich dazu spielt natürlich auch der Gehaltsunterschied eine Rolle. Häufig üben Männer ohnehin eine lukrativere Tätigkeit aus oder werden zumindest für die gleiche Tätigkeit besser bezahlt. Sie sind demnach seltener auf Hilfe von außen angewiesen und können sich auch Dinge leisten, die Single-Müttern häufig verwehrt bleiben – wie etwa, mit ihrer Familie in den Urlaub zu fahren.

Das Schicksal der alleinerziehenden Mütter ist nicht nur für die Mütter selbst eine große Belastung. Die schwierige Vereinbarkeit von Job und Familie in dieser Bevölkerungsgruppe führt auch dazu, dass viele Kinder an der Armutsgrenze aufwachsen und ihnen damit Chancen im Leben verwehrt bleiben. Der Staat muss es zu seiner Aufgabe machen, den Müttern die Kindererziehung und das Arbeiten zu erleichtern, um jedem eine gute Kindheit zu garantieren.

 


Veröffentlicht am: 29.06.2018

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