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Samstag, 16. Dezember 2017
   
 

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Was wir vom Placeboeffekt lernen können

10 Regeln zu erreichen, was wir wirklich wollen

(Dr. Ilona Bürgel) Es gibt viele Gründe, wie zu wenig Zeit und Kraft, keine Hilfe, zu wenig Ausdauer usw. Der wichtigste Grund ist erfahrungsgemäß allerdings der, dass wir uns mental selbst im Weg stehen.

Das Gehirn macht, was es will

Ärgern wir uns, sind wir unsicher oder schlecht drauf, übernimmt das sogenannte Emotionshirn die Regie. Diese Gehirnanteile sind nicht nur die älteren, sondern auch die schnelleren und einflussreicheren. Unser Gehirn konzentriert sich bevorzugt auf Gefahren und Probleme statt auf Lösungen. Wir bekommen einen Tunnelblick und sehen keine neuen Handlungsmöglichkeiten. Die Stressreaktion ist eine sinnvolle automatische Reaktion als Anpassung an sich verändernde Umgebungsbedingungen. Wir würden früh nicht aus dem Bett kommen oder uns zu etwas aufraffen, hätten wir nicht Stresshormone im Blut. Mit diesen wird der Körper – wie in alten Zeiten nötig- auf Kampf oder Flucht vorbereitet, nicht jedoch auf schlaues Denken.

Alles gelingt besser aus einem guten Zustand

Wir könnten es uns einfacher machen, wenn einige Mechanismen der Gehirnforschung, die wir unter dem Namen Placeboeffekt oder sich selbst erfüllende Prophezeiungen kennen, beachtet werden. Dann nämlich wird das Gehirn zum Katalysator guter Motivation.

Der Placeboeffekt wird in der Medizin schon lange untersucht. Er beschreibt den Teil der  Wirkung eines Medikaments, der nicht auf der Substanz, sondern auf psychischen Prozessen bei Patient und Personal beruht. In unserer Gesellschaft spielen individuelle, emotionale und mentale Komponenten leider gerade eine untergeordnete Rolle. Ist dies nicht ähnlich bei uns? Wir funktionieren und orientieren uns an Dingen statt an unseren Stärken und Bedürfnissen.

Die 10 Geheimnisse des Placeboeffektes


1. Die Haltung des Patienten/von mir wirkt Wunder
Mit der Gabe eines Medikaments gehen im besten Falle positive Erwartungen einher, die die Wirkung des Medikaments verstärken. Selbst wenn Patienten wissen, dass sie ein Placebo (ein leeres Medikament) bekommen, wirkt es, weil durch die positive Grundstimmung im Gehirn ähnliche Prozesse ablaufen.

2. Ein Medikament/ein Gedanke wirkt direkt und indirekt

Positive Erwartungen führen dazu, dass der Körper Endorphine und Dopamin ausschüttet. Diese sind schmerzmindernd und greifen in physiologische Reaktionen ein wie Atmung und Herzschlag. Das ist insofern wichtig, als Sorgen oder Angst im Extremfall dazu führen, dass Menschen sich zu Tode fürchten können. Dies wurde rund um Erdbeben oder den 11. September beobachtet, bei denen die Zahl tödlicher Herzanfälle bei nicht direkt Betroffenen stieg.

3. Erwartungen steigern oder vermindern Leistungsfähigkeit
Erschöpfung ist ein Zustand, der vom Gehirn reguliert wird. An top Radrennfahrern wurde ein Placebo untersucht, das sie für leistungssteigernd hielten. Daraufhin wurden sie um zwei bis drei Prozent schneller, was im Hochleistungssport über einen Titel entscheidet. Die positive Erwartung hebt die selbst auferlegten Einschränkungen auf. Wir können uns leistungsfähiger programmieren als wir glauben zu sein.

4. Negative Informationen verursachen negative Begleiterscheinungen
In Höhenexperimenten litten die Personen, die vor Begleiterscheinungen gewarnt worden waren, häufiger und schwerer unter Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen als die, die keine negativen Vorabinformationen hatten. Richten wir die Aufmerksamkeit auf mögliche Probleme, nehmen wir diese bevorzugt wahr.

5. Ein Medikament/ein Gedanke wirkt aufgrund eines Lerneffektes
Wenn Sie immer wieder Kopfweh mit Aspirin behandeln und das jedes Mal wirkt, sammeln Sie positive Erfahrungen. Sie erwarten, dass es beim nächsten Mal wieder klappt und Ihr Gehirn sorgt dafür, dass dem so ist. Gleiches kann für Zielerreichungen gelten: Wir haben es letztes Jahr geschafft, wir schaffen es wieder.

6. Ein Medikament/eine Idee wirkt so, wie Sie darüber sprechen
Angst- und Schmerzwerte steigen, wenn über Unangenehmes informiert wird. Dies selbst dann, wenn mildernde Begriffe wie „ein bisschen wehtun“ verwendet werden. Werden neutrale Begriffe verwendet, sinkt z.B. die Klaustrophobierate im MRT um 40 Prozent.

7. Ein Medikament/ein Gedanke wirkt umso besser, je aufgehobener sich der Patient fühlt
Ein wichtiger Bestandteil der Wirkung von Arzt und Medikament ist das Gefühl der Fürsorge, der Sicherheit, welche der Patient erlebt. Zuwendung, einfühlsame Gespräche und Zeit zu haben wirken in dieser Richtung. Das können wir auch für uns selbst tun.

8. Nebenwirkungen sind Kopfsache
Der größte Teil von Nebenwirkungen geht nicht vom Medikament aus, sondern vom Noceboffekt, also der Erwartung, von Begleiterscheinungen. Nehmen wir uns etwas vor?, haben wir oft negative Erwartungen. Darüber tauschen wir uns aus und stecken uns gegenseitig an.

9. Verbundenheit stärkt
Die Unterstützung durch andere bei der Medikamenteneinnahme führt zu einer besseren Reaktion als sich nur um sich selbst zu kümmern.

10. Der Fokus entscheidet, wie unser Gehirn arbeitet
Das Gehirn verfügt über eine bestimmte Kapazität an bewusster Aufmerksamkeit. Wir entscheiden unablässig, wie lange und wohin wir unsere Aufmerksamkeit richten. Schmerz z.B. vergrößert sich, wenn wir darauf achten. Genauso ist es mit Schwierigkeiten. Wir entscheiden durch die Art unserer Aufmerksamkeit, ob wir positive oder negative Kreisläufe schaffen. Denken, Fühlen und Handeln sind eine Einheit. Und am Ende sagen  wir immer „wusste ich es doch“. 

Kurz gesagt: Arbeiten Sie zuerst an Ihrer eigenen Haltung zu dem, was Sie erreichen wollen. Sie können sich nur für etwas gewinnen, von dem Sie selbst nicht nur überzeugt sind, sondern wofür Ihr Herz schlägt. Sorgen Sie dafür, dass Sie sich wohl fühlen. Holen Sie sich Unterstützung und sprechen Sie gut und optimistisch über Ihre Vorhaben. Schaffen Sie positive Kreisläufe. 

Warum immer mehr nicht immer richtig ist

Neue Wege zu Erfolg und Wohlbefinden
Autorin: Dr. Ilona Bürgel
Verlag: Kösel  
Preis: 16,99 Euro
ISBN: 978-3-466-34653-0

 


Veröffentlicht am: 09.10.2017

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