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Mittwoch, 14. November 2018
   
 

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Milchsäurebakterien: Füttern statt importieren

Neues, nachhaltiges Behandlungsprinzip

Schon lange ist bekannt, dass der pH-Wert der Vaginalflora ausschlaggebend für die Intimgesundheit ist. Liegt er zwischen 3,8 und 4,5 ist alles in Ordnung. Das Zünglein an der Waage sind bestimmte Milchsäurebakterien, die – wenn sie in ausreichender Zahl vorliegen – für ein saures und damit gesundes Klima sorgen. Doch wenn das bakterielle Gleichgewicht gestört ist, stellen sich unangenehmer Geruch, Juckreiz oder sogar Entzündungen und Pilzerkrankungen ein.

So wurden in den letzten Jahren probiotische Präparate entwickelt, die dem Körper auf die Sprünge helfen, indem sie Milchsäurebakterien zuführen. Inge Dorthe Hansen, eine findige Molkereiingenieurin und Mikrobiologin aus Dänemark, hat dieses Prinzip hinter sich gelassen, indem sie eine präbiotische Behandlung entwickelt hat.

Die wichtigsten Fragen – und ihre Antworten in der Übersicht:

Was ist neu an Ihrer Erfindung?
Inge Dorthe Hansen:
Es ist ganz einfach: Ich habe festgestellt, dass von außen zugeführte Milchsäurebakterien gut sind – noch effektiver wirken aber die einheimischen Bakterien. Also habe ich begonnen, die körpereigenen Bakterien mit Milchzucker zu „füttern“. Das ist bei Weitem nicht so trivial, wie es sich anhört, denn es gibt jede Menge unterschiedliche Milchsäurebakterien. Außerdem müssen Milchzuckertabletten, die direkt in die Scheide eingeführt werden, in einer besonderen Weise verarbeitet sein, damit sie eine zufriedenstellende Wirkung erzielen.

Wenn Ihre Erfindung auf nichts anderem als Milchzucker basiert, können auch Frauen mit Laktoseintoleranz oder Diabetes sie anwenden?
Inge Dorthe Hansen:
Ja. Untersuchungen haben ergeben, dass die vaginale Anwendung von Milchzucker auch für diese Frauen kein Problem ist. Der Milchzucker ist für diese Frauen problematisch, wenn er über den Verdauungstrakt aufgenommen wird – und das ist bei meinem Verfahren eben nicht der Fall.

Wie kamen Sie auf die Idee, dem Körper Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten?
Inge Dorthe Hansen:
Bereits vor über zehn Jahren, als ich meine Erfindung patentieren ließ, habe ich entdeckt, dass die körpereigenen Milchsäurebakterien die Intimgesundheit nachhaltiger sichern als alle Medikamente, die am Markt waren und derzeit sind. Zum Beispiel Antibiotika. Sie sind zwar in ihrem Stellenwert unangefochten, aber sie zerstören die Vaginalflora, sodass es nach ihrer Anwendung häufig zu einer Pilzinfektion kommt. Darüber hinaus ist es mittlerweile belegt, dass Antibiotika bei Bakterieller Vaginose zwar sicher wirken, die Erkrankung jedoch häufig nach kurzer Zeit wieder auflebt. Ich habe also nach einem Weg gesucht, das saure Milieu der Scheide so stabil zu sichern, dass es gar nicht erst zu Infektionen kommt.

Bei welchen Beschwerden hilft Ihr Milchzuckerpräparat?
Inge Dorthe Hansen:
Bisher sind die Anwendungsbereiche die Vorbeugung und Bekämpfung bakterieller Vaginose, Candidose, Scheidentrockenheit und fischig riechender Ausfluss. Aber nicht nur ich selbst forsche immer weiter. Aktuelle Studienergebnisse1 belegen, dass ein saures Scheidenmilieu HP-Viren, die für Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind, abblocken. Und nicht zuletzt bestimmte Komplikationen in der Schwangerschaft2 sowie ungewollte Kinderlosigkeit3 können auf eine Bakterielle Vaginose und damit auf ein Ungleichgewicht der Vaginalflora zurückgeführt werden. Das Anwendungsgebiet wird also immer breiter.

Wo können sich Frauen über Ihre Erfindung und die Bezugsquellen genauer informieren?
Inge Dorthe Hansen:
Die vaginal anzuwendenden Milchzuckertabletten heißen „LadyBalance®“. Sie sind ein auch für den deutschen Markt zugelassenes Medizinprodukt. In Dänemark sind sie bereits in ausgewählten Apotheken erhältlich. In Deutschland kann man die Tabletten online bestellen. In Asien wurde das Präparat, das ausschließlich aus deutschen Rohstoffen besteht und in Europa produziert und verpackt wird, bereits über 200.000 Mal verkauft. Foto: Inge Dörthe Hansen@LadyBalance

Weitere Informationen zu LadyBalance® und den Bezugsquellen: www.ladybalance.com

 


Veröffentlicht am: 08.12.2016

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