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Dienstag, 25. September 2018
   
 

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Maria von Geldern und ihr berühmtes Gebetbuch

Ausstellung im Museum Het Valkhof

Das Museum Het Valkhof im niederländischen Nimwegen präsentiert vom 13. Oktober 2018 bis zum 6. Januar 2019 in enger Zusammenarbeit mit der Radboud Universität die Ausstellung "Ich, Maria von Geldern. Die Herzogin und ihr berühmtes Gebetbuch".

Diese erste große Schau über Maria von Geldern stützt sich auf eine neue, multidisziplinäre Studie über das Leben dieser nahezu modernen, selbstbewussten Fürstin des Mittelalters. Angesichts der vielen Parallelen könnte man sie als die Máxima des 15. Jahrhunderts bezeichnen. Besucher begeben sich auf die Lebensreise der Maria von Geldern anhand von gut 100 (Kunst-)Objekten mit vielen künstlerischen Meisterwerken aus internationalen Sammlungen, die nie zuvor in den Niederlanden zu sehen waren. Den Höhepunkt bilden 40 speziell für die Ausstellung restaurierte Seiten: ausgewählt aus ihrem umfangreichen Gebetbuch, einem der größten mittelalterlichen Kunstschätze der Niederlande, aufbewahrt in der Staatsbibliothek zu Berlin.

Weil das Buch so empfindlich ist, wurde es jahrelang nicht ausgestellt und aufgrund der Art und Weise, wie man es nach der Schau erneut einbinden wird, kann es in diesem Umfang nicht noch einmal präsentiert werden. Abgesehen von Miniaturen und Handschriften sind u.a. Gemälde, Stoffe, Schmuck, Bildhauerkunst, Glasmalereifenster und Heiligenbilder zu sehen. Museum Het Valkhof ist der einzige Ort, an dem die Ausstellung besucht werden kann.

Biografie als Richtschnur der Ausstellung

Prinzessin Maria d’Harcourt (1380 - nach 1427) ist französischer Herkunft und verbringt ihre prägenden Jahre an dem Hof von Valentina Visconti, der Frau von Herzog Louis d’Orléans. Sie lernt die Pracht des Hofes kennen, aber auch die dunklen Seiten mit Intrigen und Anschwärzerei. 1405 vermählt sich die gut gebildete Maria d’Harcourt mit Rainald IV., Herzog von Geldern und Jülich. In dieser Gegend zwischen Zwolle und Aachen, Gorinchem und Bonn blühen die Künste und liegen die Ursprünge der Entwicklungen, die dem 15. Jahrhundert ihre Farbe verleihen werden: Maler wie Johan Maelwael und die Gebrüder Limburg haben hier ihre Wurzeln, und Köln zählt mit Paris zu den wichtigsten Zentren des Kunsthandwerks. In diesem Kontext entsteht das Gebetbuch.

Die Ausstellung folgt dem Leben von Maria von Geldern anhand einer Anzahl von Bezugspunkten. Ausschlaggebend für die Präsentation sind verschiedene künstlerische Meisterwerke, die sich direkt auf ihr Leben beziehen: Abgesehen von dem Gebetbuch als unumstrittenen Höhepunkt handelt es sich dabei unter anderem um eine polychrome Marienstatue von rund 1380 aus Renkum, zwei Figuren des Petrusportals sowie ein großes Tafelbild des Klarenaltars aus dem Kölner Dom, die nie zuvor außerhalb von Köln zur Schau gestellt worden sind, sowie drei kostbare liturgische Gewänder und Bleiglasfenster aus der Abtei Altenberg, der Grablege der Herzöge von Berg. 

Einzigartiges Gebetbuch

Mit seinen gut 1.200 Seiten ist das Gebetbuch von Maria von Geldern im Hinblick auf Umfang und Zusammenstellung einzigartig. Abgesehen von einem illustrierten Kalender enthält es etwa 100 Miniaturen und zahllose kleine Drolerien im Seitenrand. Die Texte selbst - ganz persönliche Gebete, von denen verschiedene speziell für sie geschrieben wurden, aber auch Gebete aus europäischer Tradition, oft jedoch gerade für dieses Buch angepasst - bezeugen eine hochentwickelte literarische und devotionale Kultur.

Auch die Illumination ist außergewöhnlich, sowohl in stilistischer als auch in ikonographischer Hinsicht. Wir erkennen Einflüsse aus wichtigen internationalen Zentren der Buchillumination - Utrecht, Köln, Paris - die sich in einer ganz eigenen Bildsprache zusammenfügen. Zahlreiche Abbildungen scheinen von Werken der Gebrüder Limburg beeinflusst worden zu sein, die Nijmegen in dem Zeitraum besuchten, als die Handschrift von Maria illuminiert wurde.

Internationale Premiere

Aufbewahrt wird das Gebetbuch von Maria von Geldern seit dem 17. Jahrhundert in der Staatsbibliothek zu Berlin und vor 40 Jahren wurde es aus dem Einband gelöst. Nur ausnahmsweise stellte man in den vergangenen Jahrzehnten einige lose Blätter zur Schau. Seit 2005 bleibt das Buch definitiv unter Verschluss: Aufgrund des beschädigten Pergaments schien es für weitere Ausstellungen zu empfindlich und deshalb ist dieser „verborgene Schatz“ der breiten Öffentlichkeit nicht bekannt.

Mit der Ausstellung wird sich dies ändern und das Museum Het Valkhof erhält - gut 10 Jahre nach der erfolgreichen Ausstellung über die Gebrüder Limburg - die internationale und einmalige Premiere, eine Auswahl von 40 Seiten zu zeigen, die insgesamt ein guten Einblick in den ungeahnten Reichtum dieses außerordentlich persönlichen Dokuments bieten werden. Die Auswahl wird in zwei Teilen von jeweils 20 Seiten präsentiert und auf halbem Wege der Ausstellung ausgetauscht.

Multidisziplinäre Untersuchung und Restaurierung

Ausgangspunkt der Ausstellung ist eine ausführliche kunsthistorische und technische Untersuchung eines multidisziplinären Teams aus zehn Forschern unter der Leitung von Professor Johan Oosterman, Hochschullehrer für Ältere niederländische Literaturwissenschaft an der Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaft der Radboud Universität sowie Gastkonservator der Schau. In der technischen Untersuchung, in Zusammenarbeit mit Restauratoren der Staatsbibliothek zu Berlin sowie Mitarbeitern des Rathgen-Forschungslabors Berlin wird die Alterung des Pergaments und der große mechanische Schaden, die Pigmente sowie die Unterzeichnung und die Anweisungen für die Illuminierung unter die Lupe genommen. Kunsthistoriker untersuchen die Arbeitsweise und Arbeitsverteilung sowie die Ikonographie der Illumination. Kulturhistoriker vertiefen sich schließlich in den historischen Kontext.

Die Ergebnisse der Untersuchung werden 2018 während der Ausstellung in dem begleitenden Ausstellungskatalog und während eines Wissenschaftskongresses präsentiert. Zur Vorbereitung der Schau wurde im Februar 2018 in Berlin mit der Restaurierung dieses einzigartigen Kunstschatzes begonnen. 

Museum Het Valkhof
Kelfkensbos 59
6511 TB Nijmegen
Postfach 1474, 6501 BL Nijmegen
+31 (0)24 360 88 05
mhv@museumhetvalkhof.nl
www.museumhetvalkhof.nl

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag: 11-17 Uhr
Das Museum ist am Montag, 25. Dezember, 1. Januar, 27. April Koningsdag und am Finish-Tag der Vierdaagse-Sommerfeste im Juli geschlossen unter Ausschluß von Osterfest, Pfingsten, 31. Dezember, 26. Dezember

Eintrittspreise bis 31. August
18 Jahre und älter: € 11,00
Familien (2 Erwachsenen, 3 Kindern): € 25,00
Gruppen ab 15 Personen: € 7,50
6 bis einschl. 17 Jahre: € 5,50
CJP/ Studenten: € 5,50
Freunde der Vereinigung Rembrandt: Freier Eintritt
Besitzer niederländischer Museumskarten: Freier Eintritt
 
Eintrittspreise ab 1. September
18 Jahre und älter: € 12,50
13 bis 17 Jahre: € 6,25
bis 12 Jahre: Freier Eintritt
Gruppen ab 15 Personen: € 10,00
CJP/ Studenten € 6,25

Foto: Foto Dick van Aalst / Radboud Universiteit

 


Veröffentlicht am: 11.07.2018

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