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Mittwoch, 17. Oktober 2018
   
 

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Keine Zeit für die eigene Gesundheit

Jeder Dritte Deutsche schiebt regelmäßig Arztbesuche trotz Beschwerden auf

Ein Drittel der Menschen in Deutschland schiebt einen Arztbesuch häufig über längere Zeit auf, trotz Beschwerden. Das ergibt eine aktuelle Umfrage im Auftrag von DrEd. Der Studie zufolge sind dabei nicht die Männer die großen Arztmuffel – im Gegenteil neigen Frauen stärker dazu, Arztbesuche aufzuschieben. Meistens ist das Aufschieben mit an-haltenden Leiden verbunden, nicht selten erschwert es die Behandlung.

Die aktuelle Debatte zum Thema „Arztmuffel“ ist einseitig: Studien konzentrieren sich in der Regel auf die durchschnittliche Anzahl von Arztbesuchen und wie zuverlässig Patienten Vorsorge-Untersuchungen wahrnehmen. Resultat ist bislang die stereotype Vorstellung vom „Arztmuffel Mann“. Doch während die Vorsorge unbestritten wichtig ist, bleibt ein wichtiger Aspekt unberücksichtigt. Denn ebenso wie „Vorsorge-Muffel“ riskieren solche Menschen ihre Gesundheit, die auch bei anhaltenden Beschwerden nicht zum Arzt gehen. Die Online-Arztpraxis DrEd forscht deswegen weiter: Wie häufig gehen Menschen trotz Beschwerden über längere Zeit nicht zum Arzt? Wieso schieben sie Arztbesuche auf, was sind die Konsequenzen und was schafft Abhilfe?

Umfrage zeigt: Frauen schieben eher Arztbesuche auf als Männer

Aus dieser Perspektive betrachtet kann sich die Vorstellung vom Arztmuffel Mann nicht halten. Im Gegenteil, insgesamt haben 90 Prozent der befragten Frauen schon einmal einen Arztbesuch aufgeschoben. Männern bleiben mit 81 Prozent leicht unter diesem Ergebnis.

Über ein Drittel der Deutschen schiebt regelmäßig Arztbesuche auf

85 Prozent aller Befragten haben mindestens einmal innerhalb der letzten drei Jahre trotz Beschwerden einen Arztbesuch über längere Zeit aufgeschoben. 35 Prozent gaben sogar an, dies regelmäßig zu tun – mindestens einmal pro Jahr. Bei einem Drittel der Befragten währt der Aufschub mehrere Monate oder länger, bei jedem Zehnten länger als ein Jahr. „Menschen, die trotz Beschwerden länger nicht zum Arzt gehen, setzen sich einem hohen gesundheitlichen Risiko aus. Häufig kann eine Erkrankung besser behandelt werden, wenn sie frühzeitig erkannt wird. Außerdem steigt das Risiko für Komplikationen. Bei Nichtbehandlung infektiöser Erkrankungen etwa, kann es zu einer gefährlichen Ausbreitung der Erreger bis zu einer Blutvergiftung kommen.“, so Dr. med. Emily Wimmer, Ärztin bei DrEd.

Der Grund: Arztbesuche sind zu zeitaufwändig

Der Hauptgrund für aufgeschobene Arztbesuche ist der als zu hoch empfundene Zeitaufwand. Die meisten Befragten sind zu beschäftigt, möchten nicht von der Arbeit fernbleiben und lassen sich von der Zeit im Wartezimmer abschrecken. Dazu Dr. Wimmer: „Wer trotz anhaltender Beschwerden weiter zur Arbeit geht, der erweist Arbeitgeber und Kollegen oft einen Bärendienst: Bei ansteckenden Erkrankungen riskiert er, dass Kollegen sich anstecken und noch weitere Mitarbeiter ausfallen. Außerdem kann sich das Erkrankungsbild durch fehlende Behandlung und Ruhe verschlechtern, bis zum Auftreten einer chronischen Erkrankung. Der Krankheitsausfall steigt dann um ein Vielfaches an.“

Ein weiterer Grund, nicht zum Arzt zu gehen: Jeder Fünfte sieht die eigenen Beschwerden nicht als „echte Krankheit“, obwohl für zwei Drittel der Befragten der Aufschub des Arztbesuches negative Konsequenzen hat. Fast die Hälfte gab an, während der Zeit unter den Beschwerden zu leiden. Bei 12 Prozent erschwert der Aufschub sogar die Behandlung der Krankheit.

Jeder Dritte recherchiert bei Beschwerden im Internet, anstatt zum Arzt zu gehen


Als Alternative zum Arztbesuch probieren viele Befragte Hausmittel oder kaufen rezeptfreie Produkte. Außerdem fragen 40 Prozent lieber „Doktor Google“ – besonders für die jüngere Generation die bevorzugte Methode. Für Dr. Wimmer ist das gleichzeitig Chance als auch Risiko: „Bei der Internet-Recherche tauchen häufig schwerwiegende und ernste Erkrankungen auf. Dabei sind diese Erkrankungen sehr selten im Vergleich zu anderen, und sollten niemals aufgrund von Beschreibungen im Internet vermutet werden. Ein Patient mit Kopfschmerzen zum Beispiel könnte glauben, er hätte einen Gehirntumor, obwohl der einfache Spannungskopfschmerz viel wahrscheinlicher ist. Dennoch kann der Patient die Online-Recherche auch sinnvoll für sich nutzen – indem er sich vor dem Arztbesuch informiert und aufgeklärt in das Arzt-Gespräch geht.“

Die Studie

Das Marktforschungsinstitut Splendid Research (Fraunhofer Institut, Statista, WDR, BCG) aus Hamburg befragte im Auftrag der Online-Arztpraxis DrEd im Zeitraum von Ende Mai bis Mitte Juni 2018 in einer repräsentativen Umfrage 1015 Männer und Frauen zwischen 20 und 50 Jahren. Die Studienteilnehmer kommen aus dem gesamten Bundesgebiet. Fast 90 Prozent sind gesetzlich versichert, gut 10 Prozent privat.

Die komplette Studie zum Download finden Sie hier.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 20.07.2018

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