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Samstag, 27. Februar 2021
   
 

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Eine Tamponverpackung, die gut für die Umwelt ist

Designstudentinnen der FH Münster entwickelten nachhaltige Lösung zur Entsorgung

Tampons gehören nicht in die Toilette. Wer das nicht weiß oder sie wegen eines fehlenden Mülleimers im WC runterspült, trägt dazu bei, dass die Rohre verstopfen. Oder sie landen in der Kanalisation, irgendwann im Klärwerk, wo Verstopfungen noch problematischer sind und verunreinigtes Wasser aufwändig gereinigt werden muss.

Die falsche Entsorgung hat sogar globale Auswirkungen: Tampons gelangen in Küstengewässer und verschmutzen das Meer. Aber wohin mit dem Bausch aus Zellstoff und Plastik? „fulfil“ heißt eine Papierverpackung, in der jeder einzelne Tampon von einer gefalteten Entsorgungstasche begleitet wird und so bei nächster Gelegenheit in den Müll wandern kann.

Diese nachhaltige Lösung stammt von Maureen Madou Seel, Mirjam Bauer und Nora Karl. Sie haben die Idee im Seminar „Verpackungsdesign“ bei Prof. Steffen Schulz am Fachbereich Design der FH Münster, der Münster School of Design (MSD), entwickelt. „In dem Projektseminar geht es immer um Alltagsprodukte, das Thema Nachhaltigkeit bei der Konzipierung steht dabei im Vordergrund“, so der Hochschullehrer für Produktdesign. Dieses Mal haben 20 Studierende in sieben Teams auch Verpackungslösungen für Nägel, Pinsel, Taschentücher und Lebensmittel kreiiert.

„Wir wollten mit dem Thema ein Tabu durchbrechen – es ist relevant, aber es wird wenig darüber gesprochen“, erklärt Seel. Der Standard seien Plastikhülsen, dies war der Ausgangspunkt, dazu eine Idee zu entwickeln. Das Team hat die Angebote auf dem Markt recherchiert und nach neuen Lösungsansätzen gesucht. „Die größte Herausforderung war die Entwicklung des Faltmechanismus, denn beim Schließen der Entsorgungstasche sollte sich gleichzeitig das Fach des neuen Tampons öffnen. Und uns war dabei sehr wichtig, die Hygienestandards einzuhalten“, erzählt Bauer. Das finale Ergebnis haben sie dann an der Lasermaschine in der Produktdesign-Werkstatt der MSD hergestellt, für die Einreichung beim Verpackungswettbewerb in drei Tampongrößen.

Ob die Idee umgesetzt wird, steht noch nicht fest. Aber über zwei Erfolge können sich die drei Designerinnen schon jetzt freuen: Sie haben für ihr Konzept den Deutschen Verpackungspreis in der Kategorie Nachwuchs gewonnen. Außerdem schafften sie es beim Pro Carton Young Designer Award unter die besten 27 der über 550 Einreichungen und befinden sich damit über Klicks beim Public Voting – es läuft bis zum 30. September – auf der Zielgeraden zu einer weiteren Auszeichnung.

Foto: Maureen Madou Seel, Mirjam Bauer, Nora Karl

 


Veröffentlicht am: 26.09.2020

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