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Mittwoch, 14. November 2018
   
 

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Die Geschichte des Toilettenpapiers

Vom Finger zum Feuchttuch

Drei Jahre unseres Lebens verbringen wir auf dem stillen Örtchen und rund 2.500 Mal pro Jahr besuchen wir die Keramikabteilung. Über ein elementares Toiletten-Utensil denken wir jedoch erst dann nach, wenn es mal fehlt: Das Toilettenpapier.

Es ist hierzulande so selbstverständlich wie die Toilette selbst. Dass das jedoch nicht immer der Fall war, zeigt der lange Weg zur Herstellung der ersten „Toilettenpapierrolle“, wie wir sie heute kennen. Für diese Erfindung mussten nicht nur Menschen einiges über sich ergehen lassen, sondern auch so manches Federvieh.

„Aus heutiger Sicht waren die ersten Reinigungsmethoden unserer Vorfahren mindestens ungewöhnlich“, sagt Wolfgang Tenbusch, Geschäftsführer der Albaad Deutschland GmbH, Europas Marktführer für feuchtes Toilettenpapier im White-Label-Segment. Historischen Quellen zufolge benutzten die Römer zuerst ihre Finger und später Stöcke, an denen kleine Schwämme befestigt wurden. Im antiken Griechenland wischte man mit Steinen und Tonscherben. Die Germanen verwendeten vor allem Stroh und Laub. Besonders experimentierfreudig und nicht gerade zimperlich waren Menschen im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit: Lumpen, Moos, Holzspäne, Maiskolben, Laub und Leinwandfetzen wurden zur Reinigung verwendet. Angeblich kamen sogar lebendige Hühner und Gänse für diese Zwecke zum Einsatz.

Das erste Papier wurde im China des 6. Jahrhunderts benutzt und war aufgrund seiner Kostbarkeit lange Zeit dem Kaiser und seiner Familie vorbehalten. Erste Hinweise auf eine Massenherstellung in China finden sich im 14. Jahrhundert: 1391 produzierte das kaiserliche Versorgungsamt jährlich 720.000 Blatt in einer Größe von etwa einem halben Quadratmeter. In Deutschland ist der Gebrauch von minderwertigem Papier erst seit dem 16. Jahrhundert verbürgt. Bis „richtiges“ Toilettenpapier für die Masse der Bevölkerung verfügbar sein würde, sollten jedoch noch mehrere hundert Jahre vergehen.

Born in the USA


1857 entwickelte der US-Amerikaner Joseph Gayetty das erste industriell hergestellte Toilettenpapier. In einer Schachtel „Gayettys medicates Papers" befanden sich einzelne Blätter, die in Aloe-Extrakten getränkt und mit dem Namen des Erfinders bedruckt waren. Das Toilettenpapier wurde als „größte Notwendigkeit unserer Zeit“ beworben, zumal der Aloe-Extrakt angeblich bei Hämorrhoiden helfen sollte. Gayetty hatte mit seiner Erfindung jedoch keinen Erfolg: Mediziner lehnten sein Produkt ab und den meisten Verbrauchern war es schlichtweg zu teuer. Für 1.000 Blatt musste man einen Dollar auf den Tisch legen, das entspricht einem heutigen Kaufpreis von etwa 23 Euro.

Seinen Siegeszug trat das Toilettenpapier erst an, als es Ende des 19. Jahrhunderts auf Rollen gewickelt wurde. Der Hersteller, die Scott Paper Company aus Philadelphia, vertrieb das Produkt zunächst unperforiert und unter einem anderen Namen, um den Ruf des eigenen Unternehmens nicht zu schädigen. In Deutschland wurde 1928 die erste Toilettenpapierfabrik von Hans Klenk gegründet. Seine erweiterten Initialen bildeten den Namen des Unternehmens: Hakle. „Marketing für Toilettenpapierpapier war schon damals ein sensibles Thema“, weiß Judith Rottmann, Teamleiterin Vertrieb bei Abaad Deutschland. Der erste Slogan spiegelte das seinerzeit schlechte Image des Toilettenpapiers wider: „Verlangen Sie eine Rolle Hakle, dann brauchen Sie nicht Toilettenpapier zu sagen.“

Hightech für den Hintern


Seitdem hat sich das Toilettenpapier stetig weiterentwickelt. Die Materialien wurden widerstandsfähiger und angenehmer, was die Produktion immer komplexer macht. Heute ist Toilettenpapier ein Hightech-Produkt und nicht nur als trockene Papierrolle erhältlich, denn der Trend geht zu Feuchttüchern. Einer der führenden Hersteller auf diesem Gebiet ist die Albaad Deutschland GmbH aus Ochtrup. Heute stehen bei der Entwicklung von feuchtem Toilettenpapier vor allem die Aspekte Komfort und Nachhaltigkeit im Vordergrund. Im Herbst bringt Albaad den Werkstoff Hydrofine als Basis für feuchtes Toilettenpapier an den Markt. Die Fasern sind so konstruiert, dass sie sich durch die Wasserverwirbelungen in der Kanalisation schneller auflösen und biologisch abbaubar sind. „Obendrauf verspricht der Vliesstoff ein angenehmes Wischerlebnis“, sagt Dr. Christian Laske, Leiter Forschung und Entwicklung Albaad Deutschland GmbH.

Trotz aller Innovationen und Entwicklungen im Bereich der Toilettenhygiene ist das Toilettenpapier bis heute nicht in allen Ländern eine Selbstverständlichkeit. Etwa drei Viertel der Weltbevölkerung muss darauf verzichten und fast drei Milliarden Menschen haben nicht einmal einen Zugang zu richtigen Toiletten. Gerade deshalb appelliert Albaad Deutschland an die Verbraucher, die Toilette nicht als Abfalleimer für Restmüll, Medikamente und Essensreste zu benutzen.

Quelle: Albaad Deutschland GmbH
Foto: Espressolia / pixelio.de

 


Veröffentlicht am: 12.08.2016

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