
Mangelnder Appetit, plötzliche Unruhe oder ein gestörter Harnabsatz deuten bei Haustieren oftmals auf gefährliche Erkrankungen hin. Doch kurzfristige Termine sind bei Tierärzten nicht immer verfügbar.
Eine YouGov-Studie im Auftrag der Tierarztpraxis Rex zeigt, dass jeder dritte Tierhalter in Deutschland bereits mindestens einmaldrei Tage oder mehrauf einen Termin beim Arzt warten musste. Dies ist insbesondere der Fall, wenn es um einen Spezialisten geht, ordnet Sophia Fachmann, Head of Veterinary Medicine bei Rex, die Zahlen ein.
Sie betont, dass deutsche Tierarztpraxen bei dringenden Fällen versuchen, kurzfristig Termine zu vergeben oder an eine Klinik sowie den Notdienst verweisen. Außerdem erklärt die Expertin, bei welchen Symptomen sofort der Arzt kontaktiert werden sollte und welche Anzeichen auf eine lebensbedrohliche Erkrankung hinweisen.
Viele Tierhalter kennen die Situation: Für einen planbaren Tierarztbesuch ist nicht immer kurzfristig ein Termin verfügbar. Laut einer repräsentativen YouGov-Studie im Auftrag von Rex haben 32 Prozent der Halter schon einmal drei Tage oder länger auf einen Termin gewartet. Mehr als 13 Prozent der Besitzer haben laut der Studie sogar Wartezeiten von einer Woche oder mehr erlebt. Doch ob der Hund oder die Katze so lange warten kann, lässt sich nicht anhand der Anzahl der Tage festlegen. „Bei akuten Beschwerden versuchen Praxen, dringende Fälle vorzuziehen oder an einen Notdienst beziehungsweise eine Klinik zu verweisen“, erklärt Sophia Fachmann, Head of Veterinary Medicine bei Rex, einem Betreiber für mehrere moderne Praxen. Das Startup bietet eine Plattform für Tierarzttermine und eine elektronische Patientenakte an.
Ärztin warnt vor mehreren Symptomen
Entscheidend ist laut Fachmann, bei einem akut auftretenden gestörten Allgemeinbefinden die Dringlichkeit tierärztlich einschätzen zu lassen. Dafür sei ebenso wichtig, die Beschwerden möglichst genau zu beschreiben. „Vorsicht ist vor allem bei Atemproblemen, einem gestörten Harnabsatz, wiederholtem Erbrechen, starken Schmerzen oder einem plötzlich aufgeblähten Bauch geboten“, erklärt die Expertin. Auch weitere Symptome, wie zum Beispiel Augenverletzungen und akut gerötete oder getrübte Augen, sollten schnell untersucht werden, da bei bestimmten Erkrankungen bleibende Sehschäden entstehen können.
Harnröhrenverschluss kann tödlich enden
Besonders gefährlich ist ein vollständiger Harnröhrenverschluss, betont Fachmann. Dieser komme vor allem bei Katern vor. „Unbehandelt kann diese Erkrankung innerhalb kurzer Zeit zu Nierenschäden, lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen und im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen“, warnt Fachmann. "Gerade bei Katzen würden die Anzeichen leicht übersehen werden. Außerdem können häufige erfolglose Besuche der Katzentoilette manchmal als Verstopfung oder Verhaltensproblem missverstanden werden, obwohl eine schmerzhafte und möglicherweise gefährliche Harnabsatzstörung dahinterstecken kann“, erklärt die Rex-Expertin. Bei einem blockierten Harnabfluss könnten sich laut der Ärztin außerdem Giftstoffe im Körper anreichern. Ein weiterer dringender Warnhinweis sei erfolgloses Pressen beim Harnabsatz. „Wenn ein Hund oder eine Katze immer wieder versucht zu urinieren, dabei Schmerzen zeigt und kein oder kaum Urin ausscheidet, darf nicht mehrere Tage mit dem Tierarztbesuch gewartet werden“, warnt die Ärztin.
Tierhalter sollten bei Unsicherheit nicht abwarten
Die wichtigste Botschaft lautet demnach: „Bei Unsicherheit frühzeitig anrufen. Tierhalter müssen nicht selbst beurteilen können, welche Erkrankung hinter einem Symptom steckt. Sie sollten die beobachteten Veränderungen möglichst genau beschreiben und die medizinische Dringlichkeit von einer Ärztin oder einem Arzt einschätzen lassen“, mahnt Fachmann.
Expertin nennt entscheidende Fragen für Tierarztbesuch
Damit der Tierarzt beurteilen kann, wie akut die Beschwerden sind, sollten Tierhalter laut der Head of Veterinary von Rex folgende Fragen bei ihrem Besuch direkt beantworten: Seit wann besteht das Problem? Wird es schlimmer? Frisst und trinkt das Tier? Kann es normal Urin und Kot absetzen? Erbricht es, hat es Schmerzen oder atmet es anders als gewöhnlich? Bestehen Vorerkrankungen oder nimmt das Tier Medikamente? „Auch eine mögliche Aufnahme von Giftstoffen oder Fremdkörpern sollte unbedingt erwähnt werden“, erklärt Fachmann und betont abschließend: „Nur so können Beschwerden von Haustieren richtig eingeschätzt und somit auch Termine für Tierarztbesuche gezielt vergeben werden.“
Rex
Rex ist ein 2021 in Berlin von Jonathan Loesing und Julian Lechner gegründetes Startup. Rex betreibt einerseits eigene, moderne, technologiegestützte Tierarztpraxen. Andererseits bietet Rex auch eine digitale Plattform für Haustierbesitzer für Tierarzttermine, und eine elektronische Patientenakte. Schwerpunkt bei Rex liegt auf einer angenehmen Kundenerfahrung, digitalisierten Prozessen und erstklassiger tierärztlicher Versorgung. Das Unternehmen hat bereits über fünf Millionen Euro von Investoren eingesammelt und strebt an, den Markt für tierärztliche Versorgung zu digitalisieren und effizienter zu gestalten.
Quelle/Bild: REX