
(djd). Für Menschen mit Typ-1-Diabetes gehört eine Routine in der Regel zu jeder Mahlzeit: Sie müssen vor dem Essen die enthaltenen Kohlenhydrate berechnen und die benötigte Insulinmenge vorab zuführen. Ein neuer digitaler Helfer kann ihnen diese Aufgabe weitgehend abnehmen.
Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper kein eigenes Insulin bildet. Dieses Hormon wird jedoch benötigt, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Betroffene müssen daher Insulin von außen zuführen, denn bei Überzuckerung drohen langfristig Organschäden, bei akuter Unterzuckerung Unwohlsein bis hin zur Bewusstlosigkeit. Moderne AID-Systeme, also automatisierte Insulinabgabesysteme, haben die Therapie bereits deutlich vereinfacht. Sensoren erfassen kontinuierlich die Glukosewerte im Blut, ein Algorithmus analysiert deren Entwicklung und passt die Insulinzufuhr durch die Pumpe laufend an.
Eine Aufgabe blieb bisher jedoch beim Anwender: der Mahlzeitenbolus, also das Verabreichen des Extra-Insulins vor dem Essen. Gerade unterwegs oder bei einem spontanen Snack erfordert das zusätzliche Aufmerksamkeit. Das kennt auch Corinna Kossmann, die mit Typ-1-Diabetes lebt. Gerade während einer anstrengenden Hausbauphase merkte die Mutter und Sportlerin: „Besonders schwierig wurde es manchmal beim Mittag- oder Abendessen, wenn ich vergessen hatte, Insulin zu geben.“
Neue Funktion macht Extra-Insulin beim Essen entbehrlich
Erleichterung brachte ihr eine zusätzliche Funktion innerhalb ihres vorhandenen AID-Systems. Kossmann nutzt das myLoop AID-System von mylife Diabetes Care, das eine Insulinpumpe und einen kompatiblen Glukosesensor mit einer Smartphone-App verbindet. Neu hinzugekommen ist hier nun CamAPS Liberty. Ist diese Funktion aktiviert, übernimmt der Algorithmus auch die Insulinsteuerung rund um die Mahlzeiten. Kohlenhydrate müssen dann in der Regel nicht mehr geschätzt und Mahlzeitenboli nicht mehr manuell abgegeben werden. „Für mich bedeutet Liberty mehr Freiheit, mehr Flexibilität und ein bisschen mehr Leichtigkeit im Alltag“, sagt Kossmann.
Die zusätzliche Automatisierung kann insbesondere Menschen entlasten, die das zusätzliche „Mahlzeiten-Insulin“ im Alltag gelegentlich vergessen. Mehr Informationen gibt es unter mylife-diabetescare.de. Die neue Funktion lässt sich direkt in der App aktivieren und wieder deaktivieren. Nutzerinnen und Nutzer sollten mit ihrem behandelnden Diabetesteam besprechen, ob die Funktion für sie geeignet ist. Bei Schwangeren und Kindern unter 13 Jahren wurde die Funktion nicht untersucht und wird daher für diese Personengruppen nicht empfohlen.
Foto: djd/mylife Diabetes Care