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Facelift mit Mitte 30?

Und das kurz vor wichtigen Veranstaltungen?



Prof. CH Dr. med. Mehmet Atila, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Direktor der „Medical Inn“-Klinik in Düsseldorf, äußert sich zum Facelift von Étienne Bousquet-Cassagne und ordnet ein, ob Eingriffe vor Ereignissen wie der eigenen Hochzeit ratsam sind.

Kurz vor der Hochzeit von Ralf Schumacher und Étienne Bousquet-Cassagne in Saint-Tropez wurde bekannt, dass Étienne sich einem Facelift unterzogen hat. Der Franzose berichtete schon in mehreren Interviews, dass er sehr auf sein Äußeres achte und stets kritisch gegenüber dem eigenen Aussehen sei. Auch von diversen Filler-Behandlungen mit Hyaluron und Botox erzählte er bereits, zu vermuten ist außerdem eine durchgeführte Nasenkorrektur.

Für ein Facelift ist Étienne mit 36 Jahren grundsätzlich noch sehr jung. Zwar werden moderne Eingriffe, bei denen die tiefe Gesichts- und Halsmuskulatur angehoben werden, immer häufiger in jüngeren Jahren durchgeführt, also teilweise schon mit Mitte 40. Denn moderne Lifting-Techniken erzielen nachhaltigere Ergebnisse als beispielsweise Filler, weil anstelle eines rein auffüllenden Effekts eine langfristige Verlagerung des Gewebes und der Muskulatur erreicht werden kann. Allerdings lassen sich gute Facelifts nur 2- bis 3-mal im Leben wiederholen, sodass der richtige Zeitpunkt gefunden werden muss. Mitte 30 ist früh für das erste Facelift, da meist die Haut noch nicht allzu sehr an Elastizität verloren hat. In der Regel wird der Eingriff bei Männern ab 50 Jahren in Betracht gezogen.

Ein Facelift, insbesondere Deep Plane Facelifts, geht außerdem mit Risiken einher. Das Hauptrisiko besteht in der Verletzung eines Gesichtsnervs. Bei erfahrenen Chirurgen ist dies eher klein, aber es besteht durchaus und eine Nervenschädigung lässt sich auch nicht so einfach korrigieren. Bei minimalinvasiven Facelifts sind die Risiken jedoch geringer, doch scheint es sich laut der Dokumentation „Ralf & Étienne: Wir sagen Ja“ um ein großes Facelift zu handeln. In der Regel sind Patienten dann für 3 Wochen nicht gesellschaftsfähig, weil Blutergüsse und Schwellungen auftreten. Außerdem gibt es mikroskopisch kleine Lymphbahnen, die sich wieder regenerieren müssen. Dieser Regenerierungsprozess dauert etwa 1 bis 1,5 Jahre. Und vor allem im Sommer bei erhöhten Temperaturen können immer wieder Schwellneigungen auftreten und zu einem geschwollenen Gesicht führen. 

Ebenfalls die Narbenreife dauert mindestens 8 bis 12 Monate. Narben sind einige Wochen nach Eingriffen meist noch rot und fallen auf. Erst nach etwa 3 Monaten hellen sie auf. Generell sind Faceliftnarben oder Narben im Gesicht sehr fein und später kaum bis gar nicht ersichtlich, aber bis dahin muss die Narbenreifung abgeschlossen sein. Ich würde meinen Patienten deshalb von einem Facelift kurz vor Ereignissen wie Hochzeiten abraten.

Bild: Medical INN_Prof Ch Dr med Mehemt Atila

 

Veröffentlicht am: 03.06.2026

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