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Mittwoch, 8. Juli 2026
   
 

Zwischen Techno, Tattoos und Feminismus

Wie zuckermaus ihren eigenen Weg geht



zuckermaus
ist 26 Jahre alt und lebt in Deutschland. Wer sie sieht, erkennt sofort: Hier passt jemand nicht in klassische Schubladen. Tattoos, alternative Looks, Techno-Festival-Vibes – und eine klare Haltung.

In die Szene kam sie früh. „Damals war es Hardtech, heute ist es Techno“, sagt sie. Doch es ist nicht nur die Musik, die sie begeistert. „Ich liebe einfach die Menschen dort. Die Szene ist super offen. Jeder kann sein, wie er ist.“ Für sie unterscheidet sich die Techno-Welt deutlich von anderen Clubkulturen. „Man geht dorthin, um zu tanzen. Nicht um zu flexen oder irgendwen kennenzulernen.“

Was sie besonders schätzt, ist der respektvolle Umgang. „Natürlich passiert überall mal etwas. Aber in der Techno-Szene wird man deutlich seltener unangenehm angesprochen oder belästigt.“ Dieses Gefühl von Freiheit und gegenseitigem Respekt prägt auch ihren eigenen Auftritt.

Tattoos spielen dabei eine zentrale Rolle. „Mein Körper ist wie eine Leinwand“, sagt sie. Für sie sind Tattoos keine Modeerscheinung, sondern Erinnerung und Verarbeitung zugleich. Besonders wichtig ist ihr ein Motiv: die tätowierten Portraits ihrer verstorbenen Hunde. „Ich bin mit ihnen aufgewachsen. Das ist mein Lieblingstattoo. So trage ich sie für immer bei mir.“

Während ihre Mutter ihre Tattoo-Leidenschaft kritisch sieht – „Wann hörst du endlich auf?“ – denkt sie eher an all das, was noch kommt. „Ich habe noch so viel Platz und noch so viel Leben vor mir.“

Ihren Stil beschreibt sie als „fröhlich chaotisch“. Fröhlich, weil sie ein offener, lebensbejahender Mensch sei. Chaotisch, weil sie sich ungern in starre Strukturen pressen lasse. „Wer will sich schon anpassen?“ fragt sie. „Es ist leichter, sich der Gesellschaft anzupassen, als frei zu sein. Aber ich finde es unfassbar wichtig, sich selbst zu entfalten.“

Für sie bedeutet Alternative-Sein nicht Provokation, sondern Individualität. „Wenn sich alle anpassen würden, wäre es doch super langweilig.“

Als Creatorin ist sie seit rund dreieinhalb Jahren aktiv und arbeitet hauptberuflich in der Erotikbranche. Ursprünglich ist sie ausgebildete Ergotherapeutin, arbeitete jedoch nur ein Jahr in dem Beruf. „Ich habe gemerkt, dass ich einen anderen Weg gehen möchte.“

Ihre Community reagiert überwiegend positiv auf ihren Look und ihre Offenheit. „Je selbstbewusster man ist, desto besser kommt man an.“ Natürlich gebe es Hate – vor allem in Bezug auf ihren Beruf. „Aber ich kann nicht jedem gefallen.“ Besonders hartnäckig sei ein Vorurteil: Dass Frauen aus der Erotikbranche automatisch mit jedem ins Bett springen würden. „Das ist völliger Schwachsinn“, sagt sie klar. „Der Beruf sagt nichts über mein Privatleben.“

Neben ihrem aktuellen Account plant sie ein zweites Standbein – mit feministischer Ausrichtung. „Ich möchte feministische Inhalte auf eine lustige Art machen. Respektvoll, aber trotzdem überspitzt.“ Auch auf ihrem bestehenden Kanal möchte sie Body Positivity und Selbstbestimmung vertreten – ohne platte Klick-Provokation.

Ein prägendes Erlebnis war ihr erster Besuch auf der VENUS-Messe, kurz nachdem sie gestartet war. „Plötzlich standen Leute vor mir, wollten Fotos machen. Das war verrückt.“

Ihr Umfeld reagiert größtenteils unterstützend. Ihre Mutter war anfangs skeptisch, sorgt sich um Sicherheit und Stabilität. „Aber sie lässt mich meinen Weg gehen.“ Enge Freunde stehen klar hinter ihr.

Beruflich möchte sie sich weiterentwickeln und finanziell stabiler werden. „Wenn man sich mit Anfang zwanzig selbstständig macht, erzählt einem keiner, worauf man achten muss.“ Vieles habe sie erst später gelernt – nun arbeitet sie aktiv daran, ihre Strukturen zu festigen.

Privat träumt sie von einem Leben außerhalb Deutschlands. Am liebsten würde sie ihren Eltern irgendwann ein Haus auf einem Berg bauen – mit Blick auf einen großen See im Tal. „Ein riesiges Grundstück, Tiere, Natur. Das wäre mein Traum.“

Was man über sie wissen sollte? „Ich rede viel“, sagt sie lachend. Und tatsächlich merkt man schnell: zuckermaus lebt laut, bunt, selbstbewusst – aber mit klaren Werten.

Respekt, Freiheit und Selbstverwirklichung stehen für sie über allem.

 

Veröffentlicht am: 08.07.2026

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