
Während sich die Lage für Luxusgüteranbieter in China weiter eintrübt, zeigen sich die USA bislang robust. Höhere Goldpreise stützen insbesondere Schmuck und Hard Luxury, während die Nachfrage gelegentlicher Luxuskäufer zunehmend unter Druck gerät.
Luxusgüteraktien gaben im August nach. Der S&P Global Luxury Net Total Return Index (EUR) erzielte eine Rendite von -2,72 % und blieb damit hinter dem breiteren europäischen Aktienmarkt zurück, der neue Rekordstände erreichte. Prägend für den Monat war eine Umschichtung weg von zyklischen Konsumwerten.
China bleibt der größte Unsicherheitsfaktor
Die Nachrichtenlage aus China verschlechterte sich im August. Strengere Steuervorschriften sowie verschärfte Kontrollen von Auslandsvermögen und grenzüberschreitenden Transaktionen belasteten vermögende Konsumenten. Zugleich berichteten Anbieter zunehmend von einer größeren Zurückhaltung unter VIP-Kunden. Die Umsätze der größten Luxusmarken gingen deutlich zurück, wobei sich die Rückgänge auch auf Marken ausweiteten, die sich bislang als widerstandsfähig erwiesen hatten. Auch das Wachstum der Einzelhandelsumsätze verlangsamte sich, die Absatzvolumina bei Schmuck gingen zurück und die Vergleichsbasis gegenüber dem Vorjahr wird zunehmend anspruchsvoller.
China bleibt damit die wichtigste Quelle der Unsicherheit. Unserer Einschätzung nach stellen die in diesem Jahr eingeführten steuerlichen und grenzüberschreitenden Beschränkungen eine wesentliche Veränderung des Umfelds für vermögende chinesische Konsumenten dar. Entscheidend wird sein, ob sich die zunehmende Zurückhaltung unter VIP-Kunden als vorübergehend oder anhaltend erweist.
USA und Gold setzen Gegenakzente
Die Schweizer Uhrenexporte in die USA verzeichneten den dritten Monat in Folge ein kräftiges Wachstum, und auch die Kartenausgaben blieben robust. Im Uhrensegment fiel das Wachstum im Einstiegs- und Hochpreissegment am stärksten aus, während das mittlere Preissegment weiterhin Schwäche zeigte. Wie nachhaltig diese Entwicklung ist, bleibt jedoch offen. Die sommerliche Reisesaison kann die Konsumdaten verzerren und erschwert damit die Einschätzung der zugrunde liegenden Nachfragetrends.
Auch der Goldpreis setzte im Monatsverlauf seinen Anstieg zunächst fort, bevor er gegen Monatsende wieder nachgab. Davon profitierten insbesondere Hard Luxury und Schmuck. Höhere Goldpreise stärken die Preissetzungsmacht und den Produktmix der Anbieter, belasten zugleich jedoch die Absatzvolumina von Goldschmuck in China.
Die unterschiedlichen Entwicklungen in den einzelnen Kategorien bleiben damit ein zentrales Merkmal des Luxusgütermarktes. Während Hard Luxury und Schmuck vergleichsweise gut unterstützt sind, steht die Nachfrage gelegentlicher Luxuskäufer weiterhin am stärksten unter Druck.
Der August hat zudem verdeutlicht, wie sensibel der Markt derzeit auf Unternehmensprognosen reagiert, wenn diese die Erwartungen lediglich erfüllen, anstatt sie zu übertreffen. Daraus können sowohl Risiken als auch Chancen entstehen, da solide Unternehmen aufgrund kurzfristiger Markterwartungen unter Bewertungsdruck geraten können, ohne dass sich ihre langfristigen Perspektiven fundamental verändert haben.
Zusätzliche Unsicherheit geht von den zunehmenden Spannungen in der Golfregion aus, die zu einer höheren regionalen Risikoprämie geführt haben. Mögliche Auswirkungen auf Reiserouten und die regionale Nachfrage bleiben daher ebenfalls im Fokus.