
Rohöl startete mit erhöhter Volatilität in die erste vollständige Handelswoche des Jahres 2026. Geopolitische Risiken in Lateinamerika und anderen Regionen sorgen kurzfristig für Aufwärtsdruck.
Langfristig könnte der Markt jedoch unter Druck bleiben, da ein prognostizierter globaler Angebotsüberschuss die jüngsten geopolitischen Entwicklungen in Lateinamerika überwiegen könnte. Die plötzlich eskalierenden Spannungen in der Region könnten die Märkte vorsichtiger machen, auch wenn die direkten Auswirkungen auf die Ölvolumina wahrscheinlich begrenzt sein werden.
Infolgedessen könnten die Märkte die Zusage von Präsident Trump einpreisen, die großen US-Ölkonzerne zurückzuholen, um die Infrastruktur Venezuelas wieder aufzubauen und damit möglicherweise die größten Reserven der Welt zu erschließen. Diese Aussicht könnte einen Aufwärtsschock effektiv begrenzen, da die Aussicht auf einen langfristigen Anstieg des Angebots die derzeitige pessimistische Stimmung noch verstärken könnte.
Die OPEC+ bekräftigte diesen defensiven Ton während ihres virtuellen Treffens am Sonntag. Die Allianz bestätigte ihre Entscheidung, die Fördermengen bis März stabil zu halten und die geplante Produktionssteigerung weiter auszusetzen. Insgesamt könnte der Markt weiterhin eine Abwärtsbewegung erleben, da die IEA für 2026 einen Anstieg des weltweiten Angebots um etwa 2,4 Millionen Barrel pro Tag und einen Anstieg der Nachfrage um nur etwa 860.000 Barrel pro Tag erwartet, was einen großen Überschuss bedeutet.