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Donnerstag, 20. Juni 2024
   
 

Gegenwind für Aktien – Chancen für Staatsanleihen

Russell Investments: Globaler Kapitalmarktausblick Q2 2023



Russell Investments hält eine leichte Rezession in den Vereinigten Staaten in den nächsten 12-18 Monaten für wahrscheinlich. Die solide Finanzlage der privaten Haushalte und Unternehmen dürfte den Abschwung jedoch begrenzen.

„Der Zusammenbruch der Silicon Valley Bank verdeutlicht die Gefahren, die von aggressiven Zinsmaßnahmen der Zentralbanken ausgehen. Das neue Bank Term Funding Program der Federal Reserve sollte jedoch verhindern, dass die Probleme der SVB auf andere Banken übergreifen. Wir gehen davon aus, dass die Fed in den nächsten Monaten mindestens eine weitere Zinserhöhung um 25 Basispunkte vornehmen wird", so Andrew Pease, Global Head of Investment Strategy bei Russell Investments. „Der Schock im Bankensystem dürfte jedoch auch als eine Form der geldpolitischen Straffung durch strengere Kreditvergabestandards wirken."

„Die erzwungene Übernahme der Credit Suisse durch die UBS zeigt zudem, wie schnell das Vertrauen in das globale Bankensystem erschüttert werden kann", so Pease weiter. „Um die Nerven der Anleger zu beruhigen, sollten die Maßnahmen der Behörden in den Vereinigten Staaten und in Europa jedoch ausreichen."

Die Fed steht vor der Mammutaufgabe, eine weiche Landung zu erreichen, bei der sich das Lohnwachstum und die Inflation abkühlen, ohne eine Rezession auszulösen. „Angesichts der erheblichen Herausforderungen wäre es unklug, bei den globalen Wachstumsaussichten Entwarnung zu geben – vor allem, da die Maßnahmen zeitversetzt wirken. Historisch hat es im Durchschnitt etwa zweieinhalb Jahre nach der ersten Zinserhöhung der Fed gedauert, bis eine Rezession einsetzte", so Pease weiter.

Der Zyklus-, Value- und Sentiment-Indikator von Russell Investments zeigt zu Beginn des 2. Quartals 2023 unsichere Perspektiven für globale Aktien. Aus zyklischer Sicht sind die Erwartungen für Aktien schlecht. Außerdem sind die Bewertungen hoch bis bestenfalls fair und das Sentiment neutral.

Attraktiv sind hingegen Staatsanleihen – aus zyklischer Perspektive, da die Inflation zurückgeht und die Zentralbanken in den nächsten Monaten möglicherweise eine Pause einlegen werden. Die Bewertungen sind nach dem Ausverkauf des letzten Jahres günstig. Die Daten der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zeigen, dass die meisten Anleger Positionen mit kurzer Laufzeit halten. Das heißt, sie erwarten einen Anstieg der Renditen, was als Kontraindikator positiv zu bewerten ist.

Ausblick für ausgewählte Anlageklassen für das zweite Quartal 2023:
- Aktienanleger mögen erste Anzeichen einer Abkühlung auf dem Arbeitsmarkt mit der Hoffnung auf einen Schwenk der Fed begrüßen. Die Erfahrung lehrt jedoch, dass eine sanfte Landung nur schwer zu erreichen sein wird. Aktien sind wegen Rezessionsrisiken Gegenwind ausgesetzt und haben ein begrenztes Aufwärtspotenzial. Obwohl nicht-US-Aktien günstiger als US-Titel bewertet sind, hat Russell Investments keine entsprechende Präferenz, solange bis die Fed weniger strikt agiert und sich der US-Dollar abschwächt.

- Schwellenländer-Aktien: Eine Erholung scheint erst dann wahrscheinlich, wenn die Fed die geldpolitische Straffung beendet und der US-Dollar wieder fällt. Die Wiedereröffnung Chinas hat chinesischen Aktien zu einem Aufschwung verholfen. Die längerfristigen Aussichten sind angesichts des Gegenwinds auf dem Immobilienmarkt mit Fragezeichen behaftet. Die Stimmung ist mit Blick auf die Zyklik und die fundamentalen Bewertungen zu optimistisch. Technische Indikatoren deuten darauf hin, dass der Markt auf kurze Sicht nach oben überschießt. Es gibt Anzeichen von übertriebenem Optimismus im Markt.

- Die Renditenaufschläge für Hochzins- und Investment-Grade-Anleihen haben sich nach den Turbulenzen der letzten Tage ausgeweitet und liegen über den langfristigen Durchschnittswerten. Die Spreads werden unter Aufwärtsdruck geraten, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA steigt und ein Anstieg der Zahlungsausfälle befürchtet wird. Das Team von Russell Investments hat einen neutralen Ausblick für die Kreditmärkte.

- Die Bewertungen von Staatsanleihen haben sich nach dem Renditeanstieg im vergangenen Jahr verbessert. US-amerikanische, britische und deutsche Anleihen bieten angemessenen Bewertungen. Japanische Anleihen sind immer noch teuer, da die Bank of Japan die Renditegrenze von 50 Basispunkten einhält. Nach der Methodik von Russell Investments liegt der faire Wert für die Renditen japanischer Staatsanleihen bei etwa 100 Basispunkten. In den letzten Monaten sind die Renditen an den meisten Märkten stark gestiegen. Das Risiko eines weiteren deutlichen Ausverkaufs scheint begrenzt zu sein, da die Inflation kurz vor ihrem Höhepunkt steht und die Märkte für die meisten Zentralbanken eine entschlossene Straffung eingepreist haben.

- Treasury-Renditen von 4-5 % sind zunehmend attraktiv.

- Real Assets: Die Bewertungen von REITs sind im Vergleich zu Infrastruktur und globalen Aktien weiterhin attraktiv, auch wenn der Abstand kleiner geworden ist. REITs dürften sich gut entwickeln, wenn die Zinssätze fallen, da die Fundamentaldaten von Immobilien recht gut erscheinen. Rohstoffe dürften von der Wiedereröffnung Chinas profitieren. Der Aufschwung wird wahrscheinlich geringer ausfallen als bei früheren Aufschwüngen in China, da der Bereich Infrastruktur/Bau 2023 voraussichtlich weniger zum Wachstum beitragen wird. Die Aussichten für den Energiesektor sind angesichts des Nachfragerückgangs durch eine mögliche globale Rezession und der Angebotsbeschränkungen durch die Sanktionen gegen die russische Produktion trübe. Die Preissteigerung von Gold ist mit Blick auf die Realzinsen und abnehmende Inflationsrisiken ausgeschöpft.

- Der US-Dollar hat 2023 wegen der aggressiven Haltung der Fed leicht zugelegt. Er könnte sich abschwächen, wenn die Inflation zu sinken beginnt und die Fed zu einer weniger restriktiven Haltung übergeht. Die Hauptprofiteure dürften der Euro und der japanische Yen sein. Der Yen könnte stark aufwerten, wenn der neue Gouverneur der Bank of Japan Kazuo Ueda von der derzeitigen Strategie der Renditekurvensteuerung abrückt.

 

Veröffentlicht am: 01.04.2023

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