Nach starken Gewinnen im August sorgten anziehende Realrenditen jüngst für einen Rücksetzer bei Gold und anderen Edelmetallen. Mehrere Faktoren sprechen aber dafür, dass sich der Edelmetallkomplex vom jüngsten Rücksetzer rasch erholen wird. Wir erwarten daher einen „goldenen“ Herbst für Edelmetalle – selbst wenn die Fed die Zinsen erhöhen sollte.
Realrenditen, die stark mit der Geldpolitik der Federal Reserve zusammenhängen, zeigten sich jüngst als stärkster Treiber des Goldpreises. Fallende Realzinsen im August stützten das Metall, während höhere Realrenditen nach dem etwas falkenhafteren Auftritt von Chefwährungshüter Kevin Warsh das Edelmetall unter Druck setzten. Auch diese Woche bleibt die Fed das größte Risiko für Gold: Ein starker Inflationsreport am Freitag dürfte einen Zinsschritt der US-Notenbank deutlich wahrscheinlicher machen – und auf dem Goldpreis lasten.
Dennoch dürften etwaige Gold-Rücksetzer nur von kurzer Dauer sein. Starke Zentralbankkäufe und steigende Gold-Allokationen institutioneller Investoren dürften das Metall ebenso stützen wie die global ausufernde Staatsverschuldung, die die Risikoprämie sicherer Staatsanleihen, und damit die relative Attraktivität von Gold, strukturell erhöht.
Auch die politische Unsicherheit, von der Gold über die letzten Jahre profitiert hat, dürfte mit Blick auf die im November anstehenden US-Zwischenwahlen kaum abnehmen. Schwache Umfragewerte von Präsident Trumps Republikanern dürften die Wahrscheinlichkeit für marktpolitische Wahlgeschenke, wie etwa Finanzminister Bessents jüngste Intervention in den US-Anleihenmarkt, nur erhöhen. Der damit einhergehende Kredibilitätsverlust der US-Regierung dürfte Gold zusätzlich zugutekommen.
Ein zusätzlicher positiver Faktor für Gold ist die September-Saisonalität. Während der September historisch zu den schwächeren Monaten für US-Aktien zählt, kam die typische September-Nervosität an den Aktienmärkten in der Vergangenheit Gold häufig zugute. Mit Blick auf diese positive Saisonalität und zahlreiche positive fundamentale Faktoren sehen wir das Abwärtspotenzial für Gold hier relativ limitiert – trotz einer potenziellen Leitzinserhöhung der Fed nächste Woche. Daher sehen wir derzeit wenig Grund, unsere Goldallokation zu reduzieren.