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Dienstag, 28. Juli 2026
   
 

Gold im Depot, Füße im Sand – und Sparplan aktiviert?

Aktuelle Markteinschätzung von Önder Çiftçi, CEO der Ophirum Group



Mit einem Plus von rund 65 Prozent gehörte Gold im vergangenen Jahr zu den renditestärksten Anlageklassen. Es kommt also nicht von ungefähr, dass das Edelmetall im Januar 2026 bei etwa 5.595 Dollar je Feinunze ein neues Allzeithoch markierte. 


Doch mit dem Ausbruch des Iran-Kriegs kippte die Stimmung. Seither befindet sich der Goldpreis in einer Korrektur und hat inzwischen mehr als seine gesamten seit Jahresbeginn erzielten Gewinne wieder abgegeben. Zeitweise fiel die Notierung sogar unter die Marke von 4.000 Dollar je Feinunze. Die Schwankungsbreite ist entsprechend groß. Die annualisierte Volatilität des Edelmetalls liegt laut World Gold Council bei rund 30 Prozent – und damit über dem langfristig üblichen Niveau von etwa 10 bis 18 Prozent.

Mehr Gegenwind, aber kein Ende des Bullenmarkts

Zu schaffen machen dem Goldkurs unter anderem die veränderten Zinserwartungen. Die infolge des Krieges deutlich gestiegenen Ölpreise schüren neue Inflationssorgen – und lassen Anleger an einer baldigen Lockerung der Geldpolitik zweifeln. Noch vor wenigen Monaten rechneten viele Marktteilnehmer mit Zinssenkungen der US-Notenbank. Inzwischen preisen die Terminmärkte sogar wieder die Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen ein.

Das erhöht die Opportunitätskosten einer Goldanlage. Denn anders als Anleihen oder Festgeld wirft Gold keine laufenden Erträge ab. Erschwerend kommt hinzu, dass mit den gestiegenen Zinserwartungen auch der Dollar zulegte. Und da Gold weltweit in Dollar gehandelt wird, verteuert ein aufwertender Greenback das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums – und dämpft damit die Nachfrage.

Trotz der jüngsten Korrektur bleiben die langfristigen Fundamentaldaten intakt: Die weltweite Staatsverschuldung nimmt weiter zu, viele Industrieländer kämpfen mit chronischen Haushaltsdefiziten, zahlreiche Notenbaken kaufen weiterhin Gold im großen Stil – und die anhaltenden geopolitischen Spannungen sorgen weiter für Unsicherheit.

Schritt für Schritt zum Goldvermögen

Anleger, die noch nicht in das Edelmetall investiert sind, stehen angesichts dieser Gemengelage vor einem Dilemma: Ein sofortiger Einstieg könnte sich als teuer erweisen, falls der Goldpreis noch weiter nachgibt. Wer hingegen zu lange zögert, muss womöglich zu höheren Preisen kaufen. Die Erfahrung zeigt: Den perfekten Einstiegs- oder Ausstiegszeitpunkt zu treffen, gelingt kaum – selbst erfahrene Investoren schaffen dies nur selten.

Eine gute Möglichkeit, um dieses Timing-Risiko zu umgehen, kann ein Goldsparplan sein. Ähnlich wie bei einem Aktiensparplan investieren Anleger monatlich einen festen Betrag in das Edelmetall. Goldsparpläne eignen sich nicht zuletzt für Anleger, die gerne in physisches Gold investieren möchten, aber nicht über eine größere Summe auf einmal verfügen. Statt einen hohen Betrag zu einem einzigen Zeitpunkt anzulegen, bauen sie ihr Goldvermögen schrittweise auf – und verteilen damit zugleich das Risiko eines ungünstigen Einstiegszeitpunkts.

Schwankungen zum Vorteil nutzen

Zudem profitieren Anleger bei einem Goldsparplan von demselben Prinzip wie bei Sparplänen auf Aktien oder Fonds: dem sogenannten Cost-Average-Effekt. Da regelmäßig zu einem festen Zeitpunkt ein gleichbleibender Betrag investiert wird, erwerben sie bei niedrigen Kursen mehr und bei hohen Notierungen entsprechend weniger Gold. Über einen längeren Zeitraum ergibt sich so ein durchschnittlicher Einstiegspreis, wodurch das Risiko eines ungünstigen Kaufzeitpunkts auf ein Minimum sinkt.

Bei vielen Goldsparplänen bleibt das erworbene Gold Eigentum des Anlegers und wird versichert verwahrt. Je nach Anbieter fallen weder Einrichtungs- noch Einlagerungsgebühren an. Zusätzliche Kosten für die Einrichtung des Sparplans fallen nicht an – und Sparraten sind bereits ab einem Euro im Monat ohne Mindestansparsumme möglich.

Damit stellt sich vor der Urlaubsreise nicht mehr die Frage nach dem perfekten Ein- oder Ausstiegszeitpunkt. Während Anleger abschalten, investiert der Sparplan automatisch weiter – ganz ohne tägliche Kurskontrolle oder die Sorge, eine günstige Gelegenheit zu verpassen.

 

Veröffentlicht am: 28.07.2026

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