
Dass die Inflationsrate in den USA im Juli stärker gesunken ist als erwartet, hat etwas den Druck von der US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) genommen, die Geldpolitik unmittelbar zu straffen. Bei ihrer Sitzung am 29. Juli 2026 wird die Fed die Leitzinsspanne daher höchstwahrscheinlich auf dem aktuellen Niveau von 3,5 bis 3,75 Prozent belassen.
Spannend bleibt jedoch, wie es mit der US-Geldpolitik bis Jahresende weitergeht. Der neue Fed-Präsident Kevin Warsh wird sich bei der Pressekonferenz aber erneut schmallippig zeigen. Es gehört schließlich zu seinem neuen Führungsstil, den Finanzmärkten im Voraus keine Signale oder konkrete Versprechen über zukünftige Zinsentscheidungen zu geben.
Ob die Inflationsrate erneut ansteigen wird und wie die Fed vorgehen wird, hängt stark von der Entwicklung im Iran-Krieg ab. Die erneute Eskalation hat zuletzt zu einem starken Anstieg der Ölpreise geführt. Dadurch sind auch die Treibstoffpreise in den USA im Durchschnitt wieder auf über vier Dollar pro Gallone gestiegen, nachdem sie Anfang Juli noch bei 3,80 Dollar pro Gallone lagen.
Diese Preissteigerungen an den Tankstellen verärgern die Wähler und erhöhen den Druck auf Präsident Trump, einen Ausweg aus dem Iran-Krieg zu finden. Trump würde schon seit Langem gerne selbst den Leitzins festlegen. Jetzt hätte er durch einen Waffenstillstand zumindest die Chance, eine weitere Straffung der Geldpolitik durch die Fed zu verhindern.