
Der Goldpreis stieg am Donnerstag leicht an und machte einen Teil der Verluste vom Mittwoch wieder wett, da ein Rückgang des US-Dollars und der weltweiten Anleiherenditen für Unterstützung sorgte. Das Edelmetall könnte jedoch weiterhin Risiken ausgesetzt sein und befindet sich seit Beginn der Spannungen im Nahen Osten in einem Abwärtstrend.
Zunehmende Spannungen zwischen den USA und dem Iran könnten die Märkte in Atem halten. Sollten die Spannungen anhalten, könnte der Ölpreis wieder ansteigen, was die Inflationssorgen verstärken, die Anleiherenditen in die Höhe treiben und den Goldpreis belasten könnte. Umgekehrt könnte eine Deeskalation die Renditen nach unten ziehen und das Edelmetall stützen.
Zu diesem vorsichtigen Umfeld trägt auch bei, dass die Märkte weiterhin eine Zinserhöhung bis zum Jahresende einpreisen, wobei eine weitere Anhebung im ersten Quartal des nächsten Jahres erwartet wird. Dies könnte dazu beitragen, die Renditen auf einem erhöhten Niveau zu verankern und das Aufwärtspotenzial von Gold zu begrenzen.
Langfristig bleiben die anhaltenden Käufe der Zentralbanken eine strukturelle Stütze für Gold. Die offiziellen Reserven stiegen im Mai um 41 Tonnen, angeführt von Polen und China. Letzteres kaufte auch im Juni Gold und setzte damit seine Kaufserie fort. Gleichzeitig stehen die Zentralbanker der Rolle von Gold in ihren Reserven weiterhin positiv gegenüber, was dazu beitragen könnte, den Kauftrend aufrechtzuerhalten.