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Samstag, 25. April 2026
   
 

DWS Chart der Woche: Der Schock, der begrenzt blieb?

Kurzfristige Inflationsrisiken steigen, auch in den USA. Doch die längerfristigen Erwartungen bleiben bemerkenswert stabil.



James Bond verkündet „Mission erfüllt“ nur selten zu früh. Die Anleihenmärkte sind nicht immer so geduldig. Unser Chart der Woche vergleicht, wie die Märkte die Inflation in den kommenden Jahren einschätzen, mit der Erwartung für einen weiter in der Zukunft liegenden Zeitraum.1​

Wird der Spread zwischen den längerfristigen und den kurzfristigeren Inflationserwartungen negativ, preisen die Märkte für die kommenden fünf Jahre höhere Inflationsrisiken ein als für die fünf Jahre danach.

Genau das ist seit dem Iran‑Schock zu beobachten. Nach der Eskalation des Konflikts zogen die marktimpliziten kurzfristigen Inflationserwartungen deutlich an. Im Gegensatz dazu blieb das Maß für längerfristige Inflationserwartungen vergleichsweise ruhig.2​ Mit anderen Worten: Der Markt scheint derzeit eher einen kurzfristigen Energieeffekt zu sehen, als eine dauerhafte Verschiebung der Inflationserwartungen weiter hinten auf der Zinskurve. Das kurze Ende ist in Bewegung – das lange Ende bislang deutlich weniger.

Wie beruhigend ist das? Nicht unbedingt sehr. Die Inflationswelle von 2021/22 liefert dafür eine Mahnung. Schon damals trieben pandemiebedingte Engpässe die Kosten nach oben, bevor Russlands Angriff auf die Ukraine aus einem schwierigen Umfeld einen breiteren Inflationsschock machte. Zunächst reagierte vor allem das kurze Ende der Kurve. Der Fehler lag in der zunächst auch am Markt weitverbreiteten Annahme, der Schock würde rasch verpuffen. Stattdessen griff er auf Löhne, Dienstleistungen und die Geldpolitik über. Erst später passte sich auch der weiter in die Zukunft reichende Teil der Kurve spürbarer an.

Zentralbanker schätzen – anders als Kinobesucher – keine Cliffhanger. In Krisenzeiten zeigt sich oft erst im Rückblick, welche strukturellen Trends bereits zuvor wirksam waren. Jüngste Daten deuten darauf hin, dass die US‑Wirtschaft im Februar robuster war, als viele Investoren angenommen hatten. Das könnte erklären, warum sich an den Anleihen‑ und Aktienmärkten zuletzt wieder etwas Ruhe eingestellt hat.

„Das vordere Ende hat sich bewegt, doch die weiter in der Zukunft liegende Inflationsrate ist vergleichsweise ruhig geblieben. Vorerst sieht das eher nach einem Energieschock als nach einer dauerhaften Verschiebung der Inflationserwartungen aus“, erklärt Christian Scherrmann, Chefvolkswirt für die USA bei der DWS. Für eine Entwarnung wäre es trotzdem ebenso verfrüht wie für Panikmache. Das aktuelle Marktgeschehen mit all seinen Wendungen erinnert an eine berühmte Szene aus Goldfinger: Als sich der Laser auf 007 zubewegt, ist die unmittelbare Gefahr offensichtlich – ob sie tödlich endet, hängt davon ab, was als Nächstes passiert.

Quellen: Bloomberg Finance L.P., DWS Investment GmbH; Stand 22.04.2026

* Spread zwischen der US-amerikanischen 5-J./5-J. Forward-Inflationsrate und dem Spot 5-J. Nullkupon-Inflationsswap.
1 Konkret vergleichen wir die US‑amerikanische Fünf‑Jahres‑Fünf‑Jahres‑Forward‑Inflationsrate mit dem aktuellen Fünf‑Jahres‑Nullkupon‑Inflationsswap.
2 Gemessen am Fünf-Jahres-Nullkupon-Inflationsswap.

 

Veröffentlicht am: 25.04.2026

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