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Montag, 23. Februar 2026
   
 

Nvidia vor wegweisendem Quartal für sich und die KI-Branche

Marktkommentar von Violeta Todorova, Senior Research Analyst bei Leverage Shares & Income Shares



NVIDIA gibt am 25. Februar seine Ergebnisse für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 bekannt – und wieder einmal wird der gesamte Markt zuschauen. Denn: In den letzten zwei Jahren wandelten sich die NVIDIA-Zahlen vom bloßen Halbleiter-Update zum makroökonomischen Ereignis. Das Unternehmen steht heute im Zentrum des globalen KI-Ausbaus. 

Seine  Ergebnisse beeinflussen  Chip-Aktien, Cloud-Anbieter, Rechenzentrumsbetreiber und sogar die allgemeine Stimmung an den Aktienmärkten. In diesem Quartal wird es kaum darum gehen, ob NVIDIA die Erwartungen übertrifft. Es geht darum, ob das Management die Investoren davon überzeugen kann, dass der KI-Wachstumszyklus struktureller Natur ist und seinen Höhepunkt noch nicht erreicht hat.

KI-Motor läuft weiterhin auf Hochtouren

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 lieferte NVIDIA erneut ein außergewöhnliches Ergebnis ab. Der Umsatz erreichte 57 Milliarden US-Dollar (plus 62 Prozent im Jahresvergleich), während der Gewinn pro Aktie um 60 Prozent auf 1,30 US-Dollar stieg. Die Bruttomargen weiteten sich auf 73,4 Prozent aus, was die enorme Preismacht unterstreicht, die in seinem KI-fokussierten Produktmix steckt. Die eigentliche Sensation war erneut das Segment „Data Center“, das einen Umsatz von 51,2 Milliarden US-Dollar generierte (plus 66 Prozent jährlich). Die Nachfrage nach der Blackwell-Architektur blieb extrem stark. Trotz dieser Zahlen konnte die Aktie keine Rallye starten und bewegte sich in den letzten drei Monaten seitwärts. Die Erwartungen sind parallel zur Leistung gestiegen und die Märkte preisen zunehmend Perfektion ein.

Erwartungen für Q4: Starke Zahlen eingepreist, Ausblick ist entscheidend

Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 deuten die Konsensschätzungen auf einen Umsatz von 65 bis 66 Milliarden US-Dollar, einen Gewinn pro Aktie von nahezu 1,46 US-Dollar und Bruttomargen hin, die sich der 75-Prozent-Marke nähern könnten. Der Umsatz im Bereich Data Center wird voraussichtlich auf fast 60 Milliarden US-Dollar zusteuern, während der Gaming-Bereich stabil bei etwa vier Milliarden US-Dollar erwartet wird. Da NVIDIA in der Vergangenheit die Erwartungen regelmäßig übertroffen hat, wäre ein „Beat“ keine Überraschung. Die wichtigere Variable wird die Prognose für die Zukunft sein. Die Anleger interessieren sich weniger für rückwärtsgewandte Ergebnisse als vielmehr für die Sichtbarkeit der nächsten Phase der KI-Ausgaben.

Der wahre Katalysator: Ausblick auf Q1 GJ 2027

Die Marktreaktion wird wahrscheinlich von der Prognose für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 abhängen. Es wird erwartet, dass der Umsatz im nächsten Quartal die Marke von 75 Milliarden US-Dollar anpeilt, was eine anhaltende Beschleunigung implizieren würde. Prognosen für das gesamte Geschäftsjahr deuten auf ein Umsatzwachstum von über 60 Prozent und ein Gewinnwachstum nahe dem dreistelligen Bereich hin.

Sollte das Management eine anhaltende Nachfrage der Hyperscaler, eine zunehmende Akzeptanz in Unternehmen und eine gute Sichtbarkeit beim Blackwell-Hochlauf signalisieren, könnte die Aktie aus ihrer jüngsten Konsolidierung ausbrechen. Fällt der Ausblick zurückhaltender aus, könnten es eine „Sell-the-News“-Reaktion geben. Es geht nicht mehr um Überraschungserfolge, sondern um Beständigkeit.

Strukturelle Evolution oder vorgezogener Investitionszyklus?


Die Kernfrage dreht sich um die Ausgaben für KI-Infrastruktur. Große Cloud-Player wie Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta investieren weiterhin massiv in GPUs. Die Frage ist, ob dies einen mehrjährigen strukturellen Übergang in der Computerarchitektur darstellt oder einen vorgezogenen Investitionszyklus. Investoren werden genau auf Kommentare zu mehrjährigen Verträgen, die Nachfrage nach staatlicher KI, die KI-Integration in Unternehmen und die Diversifizierung der Arbeitslasten jenseits von Venture-finanzierten KI-Startups achten. Je breiter die Nachfragebasis wird, desto nachhaltiger ist die Wachstumsgeschichte.

Die Blackwell-Architektur ist derzeit der primäre Wachstumstreiber. Investoren wollen Klarheit über die Produktionsskalierung, Lieferengpässe und die erste Resonanz auf „Blackwell Ultra“. Ebenso wichtig ist der Fahrplan zur nächsten Generation, der Rubin-Architektur. Reibungslose Produktübergänge ohne Margendruck würden das Vertrauen in Nvidias Umsetzungskraft stärken. Das Halten der Bruttomargen im mittleren 70-Prozent-Bereich während dieser Zyklen ist entscheidend, um das aktuelle Bewertungsniveau zu rechtfertigen.

Wettbewerb verschärft sich bei steigenden Kapazitäten

Mit der Ausweitung der Kapazitäten in der Verpackung und mit fortschrittlicher Fertigung könnten Lieferengpässe nachlassen. Dies könnte zwar zusätzliche Umsätze freisetzen, aber auch die durch Knappheit getriebene Preismacht verringern. Wettbewerbsrisiken bleiben bestehen. AMD und Intel investieren weiter in KI-Beschleuniger. Gleichzeitig entwickeln Hyperscaler zunehmend eigene Chip-Lösungen. Dennoch bleibt Nvidias CUDA-Ökosystem ein mächtiger Burggraben. Software-Integration, Entwickler-Akzeptanz und Leistungsoptimierung schaffen Wechselkosten, die nicht leicht zu replizieren sind.

Ein weiteres Thema, das Aufmerksamkeit erregt, ist das Konzept der „Circular AI Deals“, bei denen Kapitalflüsse zwischen KI-Startups, Cloud-Anbietern und Infrastruktur-Akteuren konzentrierte GPU-Kaufschleifen erzeugen. Wenn die Nachfrage weitgehend durch Risikokapital getrieben wird, das durch das Ökosystem recycelt wird, steigt das Risiko. Wenn die Nachfrage jedoch zunehmend aus Unternehmenseinsätzen in den Bereichen Gesundheitswesen, Automobil, Finanzen und Regierung kommt, wird die Wachstumsbasis langlebiger. Die Kommentare des Managements im vierten Quartal werden daher wichtig sein, um mehr Transparenz über Kundenkonzentration und das Gleichgewicht zwischen Startup-Nachfrage und Großkunden-Zusagen zu erhalten.

Aktienperformance und Bewertungs-Reset

Nach starker Rallye zu Beginn des KI-Zyklus sind die NVIDIA-Aktien in eine Phase der Konsolidierung eingetreten. Die Bewertungskennzahlen sind im Vergleich zu den Höchstständen der Euphorie gesunken, obwohl die Gewinne weiter steigen. Dieser „Reset“ könnte das langfristige Setup stärken. Wenn die Gewinne wie prognostiziert bis zum Geschäftsjahr 2027 und darüber hinaus wachsen, könnten die aktuellen Niveaus einen attraktiven Einstiegspunkt darstellen. Technisch gesehen bleibt die Aktie in einer Seitwärtsspanne, aber die Fundamentaldaten stützen langfristig höhere Kursniveaus. Über die nächsten zwölf Monate scheint ein Anstieg auf 230 US-Dollar erreichbar.

Ray Dalio stockt Nvidia-Bestände auf

Jüngste institutionelle Positionierungen deuten auf anhaltendes Vertrauen hin. Ray Dalio, Gründer von Bridgewater Associates, erhöhte seine Bestände an NVIDIA kürzlich. Obwohl Hedgefonds-Positionen nie die alleinige Basis für eine Investmentthese sein sollten, ist Dalios Schritt bemerkenswert. Als Makro-Investor signalisiert sein verstärktes Engagement Vertrauen in die strukturelle Natur der KI-Infrastrukturausgaben.

Aktie reagiert auf Zukunftsvision

Nvidias Zahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 werden wahrscheinlich ein starkes Umsatzwachstum, eine dominante Leistung im Bereich Data Center und gesunde Margen zeigen. Die entscheidende Frage bleibt, ob das Management überzeugend darlegen kann, dass die KI-Investitionen noch am Anfang stehen. Die Aktie reagiert nicht mehr einfach nur auf Gewinnüberraschungen. Sie reagiert auf die Zukunftsvision, die Stärke des Ökosystems und das Vertrauen in nachhaltiges Wachstum. Wenn der Ausblick die strukturelle Nachfrage bestätigt, könnte sich die Stimmung erheblich verbessern.

 

Veröffentlicht am: 23.02.2026

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