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Samstag, 17. Januar 2026
   
 

S-Large-Caps in 2026: Zeit für eine Neuordnung?

Kommentar von Brian Recht, Portfoliomanager, Janus Henderson Investors



Mit Blick auf 2026 sehen wir Grund zum Optimismus. Die Wirtschaft hat die Phase zollbedingter Unsicherheit hinter sich gelassen und Fahrt aufgenommen. Zinssenkungen der US-Notenbank könnten das Wirtschaftswachstum ankurbeln und zahlreichen Unternehmen zugutekommen. Wir gehen davon aus, dass die starken langfristigen Trends, die das Wirtschaftswachstum und die Marktgewinne beflügelt haben, weiterhin bestehen bleiben.

Das Umfeld für Large-Cap-Wachstumsaktien in den USA könnte jedoch in eine neue Phase eintreten. Nach einer Zeit, in der eine kleine Gruppe von Mega-Cap-Unternehmen dominierte, glauben wir, dass der Markt nun vor einer stärkeren Differenzierung zwischen Gewinnern und Verlierern steht.

Das KI-Thema entwickelt sich weiter: Welche Unternehmen bleiben bestehen?

KI dürfte auch 2026 eine der wichtigsten Performancetreiber auf dem Markt bleiben. Die Nachfrage nach KI-Cloud-basierten Workloads steigt weiter an und veranlasst Hyperscaler wie Amazon, Microsoft und Google zu raschen Investitionen in die KI-Infrastruktur.

Wir sehen erste Anzeichen dafür, dass sich Einnahmenquellen über Infrastrukturunternehmen hinaus auch auf die Anwendungsebene ausweiten. Wir rechnen mit Produktivitätssteigerungen, da Unternehmen aller Branchen KI in ihre Kernangebote integrieren, von der Automatisierung von Arbeitsabläufen bis hin zu spezialisierten industriellen Anwendungen.

Wir beobachten jedoch auch, dass die anfängliche Welle der generellen KI-Begeisterung einer zunehmenden Differenzierung weicht. Die zentrale Frage lautet nicht mehr, ob KI die Wirtschaft verändern wird, sondern vielmehr, welche Unternehmen sich als dauerhafte Gewinner herausstellen werden.

Es zeichnen sich auch unterschiedliche Wettbewerbsdynamiken ab. Verbraucherorientierte Unternehmen wie OpenAI sehen sich einer zunehmenden Konkurrenz gegenüber und haben umfangreiche Investitionsprogramme aufgelegt. Unternehmensorientierte Akteure wie Anthropic gewinnen unterdessen durch API-Dienste und guter Performance in Bereichen wie Codierungsanwendungen an Bedeutung. Gleichzeitig konkurrieren die größten Technologieunternehmen immer direkter miteinander, da ihre herkömmlichen Grenzen verschwimmen.

Zu Jahresbeginn wird sich zeigen, ob die Vorreiter ihre Vorteile behaupten können oder ob sie dasselbe Schicksal ereilt wie die Internetunternehmen der ersten Generation, die letztendlich gegenüber späteren Marktteilnehmern an Bedeutung verloren haben. Für Investoren bedeutet dies, Unternehmen mit tragfähigen Geschäftsmodellen, klaren Monetarisierungsstrategien und nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen zu identifizieren.

Ein weiterer Schwerpunkt wird die Cloud-Einführung sein. Dabei geht es um die Frage, wie sich massive Investitionen in die Cloud-Infrastruktur auf das Umsatzwachstum und die Gewinnmargen der Hyperscaler auswirken. Dieser Zusammenhang wird im kommenden Jahr maßgeblich die Wertschöpfung in der gesamten Branche bestimmen.

Ein zweigeteilter Markt schafft Chancen

Aus Bewertungssicht ist der Markt deutlich zweigeteilt. Ein paar der größten Unternehmen haben ein erhebliches Indexgewicht und werden mit hohen Multiples gehandelt. Der Großteil des breiteren Marktes wird hingegen mit niedrigen Multiples gehandelt. Daraus ergeben sich zahlreiche potenzielle Chancen bei hochwertigen Unternehmen, die unserer Ansicht nach übersehen oder übermäßig abgestraft wurden.

In diesem Umfeld sind Research und Selektivität entscheidend. Wir sehen Potenzial in Bereichen wie Software und bestimmten verbraucherorientierten Unternehmen, wo Kaufzurückhaltung die Preise unter Druck gesetzt haben. Einige dieser Titel werden derzeit zu den niedrigsten Bewertungen seit vielen Jahren gehandelt.

Langfristige Wachstumstreiber bieten weiterhin attraktive Chancen in den Bereichen Gesundheitsinnovation, KI-Infrastruktur und Digitalisierung von Handel, Zahldiensten und Werbung. Wir sehen auch Chancen für Unternehmen im Bereich Energiemanagement, die vom Boom beim Bau von Rechenzentren profitieren. Reshoring ist ein weiterer langfristiger Trend, der neue Investitionen in die heimische Fertigung von Halbleitern, Pharmazeutika und anderen Branchen vorantreibt.

Unternehmen, die sich an langfristigen Trends orientieren, haben das Potenzial, ihr Wachstum zu steigern und über Konjunkturzyklen hinweg Marktanteile zu gewinnen. Entscheidend ist dabei, Unternehmen mit dauerhaften Wettbewerbsvorteilen von solchen zu unterscheiden, deren Wachstum sich verlangsamt.

Lohnendes Risikomonitoring

Zwei Faktoren verlangen 2026 besondere Aufmerksamkeit. Erstens: Die Entwicklung der Inflation. Die Verbraucher reagieren zunehmend preisbewusst, und die Entwicklung der Zinssätze hängt davon ab, ob die Inflation weiter sinkt oder sich umkehrt. Bislang sind die Verbraucherausgaben stabil geblieben, insbesondere bei Haushalten mit höherem Einkommen, die von Vermögenszuwächsen und Lohnsteigerungen profitieren, die über der Inflationsrate liegen.

Zweitens: Geopolitische Unsicherheit und Handelspolitik bleiben unbeständig. Zwar haben sich die Schlagzeilen rund um Zölle in letzter Zeit beruhigt, doch ist aufgrund möglicher abrupter Politikwechsel weiterhin ständige Wachsamkeit geboten. Diese makroökonomischen Faktoren könnten die Dynamik des Sektors schnell verändern und sich auf die relative Performance auswirken.

Ein umfassenderer Blick auf Wachstumsthemen


Unser Fokus liegt weiterhin darauf, Unternehmen zu identifizieren, die das Wirtschaftswachstum wirklich vorantreiben. Da es nur eine Handvoll echter Wachstumsmotoren in der Weltwirtschaft gibt, ist es unserer Meinung nach wichtiger, in die richtigen Unternehmen zu investieren, als breit am Markt beteiligt zu sein.

Da derzeit neun Titel etwa 60 % des Russell 1000 Growth Index ausmachen, wird das Konzentrationsrisiko zu einem echten Problem. Die breit angelegten Indizes bergen Risiken und spiegeln unserer Ansicht nach die zugrunde liegende wirtschaftliche Dynamik immer weniger wider.

Dieses Jahr dürfte es zu einer stärkeren aktienspezifischen Performance kommen. Die KI wird ausgereifter, Infrastrukturausgaben stehen vor der Bewährungsprobe und Bewertungslücken schaffen Chancen in übersehenen Segmenten. Für Anleger, die bereit sind, selektiv vorzugehen und Indexkonzentrationsrisiken zu vermeiden, könnte dies ein attraktives Umfeld sein.

Die sich ständig weiterentwickelnden langfristigen Wachstumsthemen, insbesondere KI, unterstreichen die Bedeutung eines aktiven Managements. Durch eine umfassendere Betrachtung der Themen, die das Wachstum von US-Large-Cap-Aktien vorantreiben, sehen wir eine Chance, KI-zentrierte Portfolios zu diversifizieren und einer übermäßigen Marktkonzentration entgegenzuwirken. 
 
Quelle: Bloomberg, Stand: 30. November 2025. KGV für die nächsten 12 Monate auf Blended Forward Basis.

 

Veröffentlicht am: 17.01.2026

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