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Dienstag, 1. April 2025
   
 

UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex im März

Österreichs Industrie mit kleinen Schritten aus dem Konjunkturtal



Der Verbesserungstrend der österreichischen Industrie hat sich im März deutlich verlangsamt. „Der UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex stieg im März nur noch minimal um 0,2 auf 46,9 Punkte, gekennzeichnet von einer sehr uneinheitlichen Entwicklung der einzelnen Komponenten. Mit dem immerhin dritten Anstieg in Folge erreichte der Indikator aber den höchsten Wert seit genau zwei Jahren“, meint UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer.

Er ergänzt: „Die Wachstumsgrenze von 50 Punkten wurde jedoch erneut deutlich unterschritten. Der aktuelle Indikator signalisiert damit eine Fortsetzung der Rezession der heimischen Industrie, die sich im Verlauf des ersten Quartals 2025 zumindest schrittweise gemildert hat.“

Das Licht am Ende des Tunnels wurde im März jedoch kaum heller. „Das Tempo des Produktionsrückgangs erhöhte sich zu Frühlingsbeginn leicht, zumal das Neugeschäft deutlicher als im Vormonat zurückging. Die Unternehmer reagierten mit einer stärkeren Einschränkung der Einkaufsmenge, um bewusst die Lagerkosten zu senken. Aufgrund des erneuten Anstiegs der Kosten erhöhten die Betriebe erstmals seit zwei Jahren auch die Abgabepreise, jedoch aufgrund der schwachen Nachfrage zu wenig, um die Ertragssituation zu verbessern. Positiv stach im März vor allem die Verlangsamung des Jobabbaus hervor“, fasst Bruckbauer die wichtigsten Ergebnisse der monatlichen Umfrage unter österreichischen Einkaufsmanagern zusammen.

Österreichs Industrie konnte dem starken Aufwärtstrend in Europa nicht folgen

Mit der Abschwächung des Verbesserungstrends unterschied sich die Entwicklung in Österreich vom Trend in den meisten anderen europäischen Ländern. „Im Euroraum stieg der Einkaufsmanagerindex der verarbeitenden Industrie spürbar auf 48,7 Punkte, getragen unter anderem von einer Verbesserung in Deutschland und in Frankreich auf 48,3 bzw. 48,9 Punkte. Damit wurde der österreichische Index vom Wert im Euroraum wie schon in den vergangenen zweieinhalb Jahren übertroffen. Der Abstand verdoppelte sich gegenüber dem Vormonat und erstmals seit einem halben Jahr lag auch der deutsche Wert höher“, so UniCredit Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl.

Weitere Auftragseinbußen und leichter Rückgang der Produktion

Die Verbesserung des Produktionsindex setzte sich im März nicht fort. Der Produktionsindex sank geringfügig um 0,2 auf 48,2 Punkte. „Während im Euroraum und in Deutschland der Produktionsindex im März die Marke von 50 Punkten überstieg und damit erstmals seit rund zwei Jahren ein Produktionswachstum in der verarbeitenden Industrie signalisierte, beschleunigte sich in der heimischen Industrie der Produktionsrückgang leicht. Dies steht im Einklang mit dem beschleunigten Rückgang der Auftragseingänge in Österreich. Dem gegenüber konnten die deutschen Industriebetriebe erstmals seit drei Jahren mehr Neuaufträge verbuchen“, meint Pudschedl und ergänzt: „Der Verbesserungstrend im Neugeschäft der vergangenen Monate dürfte im Euroraum und Deutschland durch Vorziehkäufe von US-Kunden aufgrund eventuell bevorstehender Zollerhöhungen verstärkt worden sein. Während sich die heimische Nachfrage stark abschwächte, stieg der Exportauftragsindex in Österreich im März zwar auch an, blieb jedoch mit 45,5 Punkten deutlich unter der Wachstumslinie.“

Das angekündigte Infrastrukturprogramm der deutschen Regierung scheint bereits eine Stimmungswende in der Industrie eingeleitet zu haben, die jedoch die österreichische Industrie nicht erreichte. Die auch im europäischen Vergleich gesunkene preisliche Wettbewerbsfähigkeit von „Made in Austria“ aufgrund der hohen Lohnstückkostendynamik und höherer Energiekosten belastete in Österreich zusätzlich.

Jobabbau verlangsamte sich erneut


Die Zahl der Beschäftigten in der heimischen Industrie ist Ende des ersten Quartals 2025 weiter gesunken. Damit sinkt der Beschäftigtenstand in der Sachgütererzeugung bereits seit fast zwei Jahren. Im März hat sich das Tempo des Personalabbaus aber immerhin den vierten Monat in Folge verlangsamt. Der Beschäftigtenindex erreichte mit 43,2 Punkten damit ein Zehn-Monats-Hoch.

„Die Arbeitslosenquote in der verarbeitenden Industrie in Österreich betrug im ersten Quartal 2025 durchschnittlich 4,3 Prozent, nach 4,0 Prozent im Jahresdurchschnitt 2024. Die geringe Kapazitätsauslastung und das Bemühen um Kosteneinsparungen werden in den kommenden Monaten trotz der schrittweisen Verbesserung der Industriekonjunktur zu einem weiteren Rückgang der Beschäftigung im Sektor führen. Wir gehen von einem Anstieg der Arbeitslosenquote in der heimischen Industrie auf durchschnittlich 4,5 Prozent 2025 aus“, so Pudschedl.

Vorsichtiges Lagermanagement dominiert

Der geringere Produktionsbedarf führte im März auf breiter Branchenebene zu einer Reduktion der Einkaufsmengen. In Kombination mit vollen Lagern vieler Lieferanten beschleunigte sich die durchschnittliche Lieferzeit geringfügig. Aufgrund rückläufiger Auftragspolster und erhöhter Bemühungen zur Senkung der Kosten wurden die angesichts der schwachen Nachfrage relativ hohen Lagerbestände an Vormaterialien weiter abgebaut, wenn auch mit dem zweitniedrigsten Tempo der vergangenen zwei Jahre. Der Index für die Vormateriallager stieg auf 46,4 Punkte, lag damit jedoch weiterhin unter dem Index für die Bestände in den Fertigwarenlagern von 47,8 Punkten, der gegenüber dem Vormonat sank. Der Rückgang war vor allem auf eine geringere Produktion und fehlende Kundennachfrage zurückzuführen.

Höhere Preise nach Kostenanstiegen


Die heimischen Industriebetriebe waren im März den zweiten Monat in Folge mit höheren Kosten unter anderem aufgrund höherer Metallpreise sowie gestiegener Nahrungsmittelpreise konfrontiert. Der entsprechende Index stieg auf 53,0 Punkte, den höchsten Wert seit August vorigen Jahres.

„Der neuerliche Anstieg der Kosten schlug sich erstmals seit genau zwei Jahren in höheren Abgabepreisen nieder. Sowohl im Vorleistungs- bzw. Investitionsgüterbereich als auch bei den Konsumgüterherstellern wurden die gestiegenen Kosten an die Kunden weitergegeben. Da die Preissetzungsmacht der Betriebe aufgrund der Nachfrageflaute jedoch gering war, blieb der Anstieg der Preise unter jenem der Kosten“, meint Pudschedl und ergänzt: „Im Durchschnitt war die Ertragssituation tendenziell erneut ungünstiger als im Vormonat. Die heimischen Industriebetriebe sind mittlerweile seit eineinhalb Jahren mit einer Verschlechterung der Ertragslage konfrontiert“.

Unsichere Erwartungen

Der UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex stieg im März den dritten Monat in Folge, zeigte jedoch zuletzt nur eine sehr schwache und uneinheitliche Aufwärtstendenz. Angesichts des aktuellen Werts von 46,9 Punkten ist noch von einer andauernden Rezession der österreichischen Industrie auszugehen.

Das Ende der Rezession in der heimischen Industrie ist noch nicht absehbar, eine Stabilisierung der Industriekonjunktur kündigt sich jedoch an. Das Auftrags-Lager-Verhältnis verschlechterte sich im März zwar geringfügig, weist damit jedoch nur knapp darauf hin, dass bei aktuellem Stand in den Auslieferungslagern die einlangenden Aufträge auch mit geringeren Produktionskapazitäten erfüllt werden können. Die Produktion dürfte somit in den kommenden Monaten kaum mehr weiter sinken.

Eine spürbare Erholung scheint nicht in Sicht, darauf weisen auch die mittelfristigen Produktionserwartungen der Betriebe hin. „Die Sorgen über die gesunkene Wettbewerbsfähigkeit, die allgemein schwache Nachfrage und negative Folgen der US-Zollpolitik haben die Erwartungen der Unternehmen im März wieder etwas gedrückt. Der Index für die Produktionserwartungen in den kommenden zwölf Monaten sank auf 51,0 Punkte, blieb damit jedoch den dritten Monat in Folge im positiven Bereich“, meint Bruckbauer und ergänzt: „Mit der Ankündigung des Investitionsprogramms in Deutschland kam es in den vergangenen Wochen zu einer überraschenden Veränderung der Rahmenbedingungen. Dies nährt die Hoffnung auf eine bevorstehende Besserung auch in Österreich.“ 

 

Veröffentlicht am: 28.03.2025

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