
Ein Marktkommentar von CoinShares´ Senior Portfolio Manager, Marc des Ligneris: Das Paradoxon: Fertigungsstärke trifft auf Bitcoin-Schwäche
Der Fertigungs-ISM hat sich im August merklich gestärkt, gestützt durch robuste KI-Infrastruktur-Ausgaben und positive globale Handelssignale. Der Index liegt nun fest über 52, ein Niveau, das er seit mehreren Monaten behauptet. Historisch gesehen ist jede nachhaltige Bewegung über dieses Niveau nach einer Kontraktion einer starken Bitcoin-Preis-Beschleunigung vorangegangen. Die aktuelle Abweichung ist ungewöhnlich.
Makro-Fundamentaldaten reichen nicht aus – noch nicht
Die Varianzanalyse deutet darauf hin, dass Bitcoin primär von makroökonomischen Fundamentaldaten und globalem Wachstum angetrieben wird – Faktoren, die logischerweise mit der Fertigungsstärke korrelieren sollten. Sollte diese Beziehung Bestand haben, sollte Bitcoin auf die laufenden Verbesserungen der Wirtschaftsaktivität letztendlich positiv reagieren.
Vorerst bleibt die Reaktion jedoch aus, gehemmt durch schwaches Investoreninteresse. Die Marktmigration zu KI spielt eine Rolle, obwohl dieser überlagerte Trade selbst erste Ermüdungserscheinungen zeigt. Die Stimmung gegenüber Kryptowährungen bleibt deprimiert, mit Bewertungskennzahlen auf Niveaus, die typisch für die späteren Phasen eines Bärenmarkts sind.
Lebenszeichen: Der Weg zur Erholung
Doch nicht alle Signale sind negativ. Es gibt positive Anzeichen: So ist Bitcoin in den letzten 7 Tagen um knapp 3 Prozent gestiegen. ETF-Zuflüsse sind wieder positiv geworden, und die Finanzierungssätze für Perpetual Futures erholten sich im Juli. Der entscheidende Katalysator bleibt eine klarere Verbesserung des Inflationsausblicks – Fortschritte auf diesem Gebiet würden wahrscheinlich zu einem starken Marktaufschwung führen. Obwohl der Bärenmarkt möglicherweise noch nicht vorbei ist, deuten die Gesamtindikatoren darauf hin, dass wir in seine letzte Phase eintreten.