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Alternative Anlagen im Blick von J.P. Morgan Asset Management

Öffentliche und private Märkte verschmelzen


Die Weltwirtschaft steht vor einem Investitions-Superzyklus mit einem Kapitalbedarf von rund 100 Billionen US-Dollar. Gleichzeitig verschmelzen öffentliche und private Märkte immer stärker miteinander. „Während die Zahl der Börsennotierungen weltweit stagniert, haben sich die privaten Märkte mit einem Volumen von fast 20 Billionen US-Dollar etabliert“, erklärt Anton Pil, Head of Global Alternative Investment Solutions bei J.P. Morgan Asset Management in einem aktuellen Ausblick auf alternative Anlageklassen.  

Aus seiner Sicht markiert das Jahr 2026 den Beginn einer Phase, in der Selektivität und die gezielte Auswertung von Informationen über beide Marktwelten hinweg – etwa die Abstimmung von börsennotierten Bewertungstrends mit den Finanzierungs- und Wachstumssignalen der privaten Märkte – entscheidend für den Anlageerfolg sein wird. Da Innovationen insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) zunehmend außerhalb öffentlicher Börsen finanziert werden, ist der Zugang zu privaten Märkten für das Wachstum und die Diversifikation eines Portfolios laut Anton Pil heute unerlässlich.

Während die Nachfrage an den privaten Märkten bislang von Institutionen und den vermögendsten Anlegerinnen und Anlegern bestimmt wurde, ändert sich diese Dynamik gerade: Privatanlegerinnen und -anleger sowie Altersvorsorgesysteme aus der ganzen Welt haben zunehmend die Möglichkeit, ebenfalls an den privaten Märkten zu investieren. Dies ist zum einen auf regulatorische Änderungen, die den Zugang zu alternativen Anlagen erweitern, und zum anderen auf das wachsende Interesse an Infrastruktur und anderen Real Assets zurückzuführen. „Diese Demokratisierung des Marktzugangs wirkt sich auf die Anlegerbasis aus und setzt zusätzliche Wachstumsimpulse“, ist Anton Pil sicher.

Immobilien: Erholung und strukturelle Normalisierung

Für das Jahr 2026 erwartet Anton Pil eine nachhaltige globale Erholung der Gewerbeimmobilien, getragen von sinkenden Zinsen und einem begrenzten Neuangebot. Nach einer Phase, in der die Kreditrenditen über den Eigenkapitalrenditen lagen, prognostiziert der Alternatives-Experte für 2026 eine Normalisierung der Kapitalstruktur, bei der die Eigenkapitalrenditen die Fremdkapitalkosten wieder übersteigen dürften. Ein neuer Differenzierungsfaktor ist die Energiekapazität: Aufgrund von Onshoring-Trends bei kritischen Industrien wie Robotik und Halbleitern steigt die Nachfrage nach hochmodernen Fertigungsflächen mit enormer Stromleistung über 4.000 Ampere. Während der Wohnsektor aufgrund eines strukturellen Mangels von allein 4,7 Millionen Wohnungen in den USA ein stabiler Anker bleibt, gewinnt der Einzelhandel durch die „Omnichannel“-Integration wieder an Bedeutung.

Infrastruktur: Wendepunkt durch die „drei E“

Core-Infrastruktur befindet sich nach Einschätzung von Anton Pil an einem historischen Wendepunkt, an dem die Investitionsausgaben erstmals in diesem Jahrhundert die Abschreibungen materiell übersteigen werden. Dieses Wachstum wird durch die „drei E“ angetrieben: steigender Energiebedarf, Energiesicherheit und die Energiewende. Insbesondere in den USA wird nach Jahrzehnten der Stagnation ein jährliches Wachstum des Strombedarfs von bis zu 3,2 Prozent bis in die 2040er Jahre erwartet, befeuert durch KI-Rechenzentren und die allgemeine Elektrifizierung. Davon profitieren vor allem vertikal integrierte Versorger, die Kontrolle über Erzeugung, Übertragung und Verteilung besitzen. „Da die Kapitalnachfrage das Angebot kurzfristig übersteigt, können Investoren höhere Renditen bei gleichbleibendem oder geringerem Risiko erwarten“, erklärt Pil.

Transportwesen: Ersatzzyklus und globale Handelsströme

Transport-Assets, häufig auch als „mobile Infrastruktur bezeichnet, bilden das Rückgrat der Weltwirtschaft und bewegen über 90 Prozent des globalen Handels. Der Sektor steht vor einem 3,5 Billionen US-Dollar schweren Ersatzzyklus, da die alternde globale Schiffs- und Flugzeugflotte durch modernere, effizientere und dekarbonisierte Vehikel ersetzt werden muss. Geopolitische Spannungen führen zu einer Neuausrichtung der Handelsrouten: Die Umleitung um das Kap der Guten Hoffnung verlängert Reisen um 15 bis 20 Tage, verknappt so die Kapazitäten und stützt die Raten. Dieser Sektor bietet aus Sicht von Anton Pil stabile, oft US-Dollar-denominierte Erträge, die eine negative Korrelation zu vielen anderen Anlageklassen aufweisen.

Waldinvestments: Inflation und natürliche Kapitalmärkte

Waldinvestments ermöglichen beständige Cashflows aus Ernteerträgen und damit Inflationsschutz, aber auch einen Kapitalzuwachs durch biologisches Wachstum. In den USA wird die Nachfrage nach Nutzholz durch den enormen Nachholbedarf im Wohnungsbau sowie ein historisch überaltertes Wohnungsangebot gestützt. Handelsbarrieren wie die 45-Prozent-Zölle auf kanadisches Bauholz stärken die Marktposition lokaler Produzenten in den USA. Ein zukunftsweisender Aspekt ist die Entwicklung der natürlichen Kapitalmärkte: Transparentere Protokolle für Kohlenstoffzertifikate eröffnen zusätzliche Ertragsquellen jenseits der Holzernte.

Hedgefonds: Alpha-Renaissance durch Volatilität und Marktdispersion

Für das Jahr 2026 sieht Anton Pil gute Chancen für eine echte „Alpha-Renaissance“: „Erhöhte Volatilität und Marktdispersion, also das deutliche Auseinanderdriften der Performance von Titeln und Sektoren, schaffen heute wieder ideale Bedingungen für Überrenditen“, erklärt Pil. Besonders Japan biete durch Corporate-Governance-Reformen enorme Chancen für aktivistische Strategien. Das M&A-Volumen erreichte dort im ersten Halbjahr 2025 einen Rekordwert von 232 Milliarden US-Dollar. Im Biotech-Sektor sorge die massive „Patentklippe“, also das Auslaufen wichtiger Patente großer Pharmafirmen – jährlich sind 50 bis 100 Milliarden US-Dollar Umsatz durch Patentabläufe bedroht – für ein starkes M&A-Umfeld. Zudem revolutioniert KI die internen Prozesse der Fonds, um Ineffizienzen schneller zu identifizieren.

Private Equity: Gravitationszentrum für Innovation und Professionalisierung

Während Technologieunternehmen in den späten 1990er Jahren im Durchschnitt bereits nach fünf Jahren an die Börse gingen, dauert dies inzwischen rund 14 Jahre. Laut Anton Pil fungiert Private Equity heute als das eigentliche Gravitationszentrum für KI und Lifesciences, wo Durchbrüche in der Präzisionsmedizin inzwischen vorrangig privat finanziert werden. Der Small- und Middle-Market (Unternehmen unter 1,5 Mrd. USD) bleibt das aktivste Segment, da hier Firmen bei niedrigeren Bewertungen von durchschnittlich 11,7x EV/EBITDA erworben und operativ professionalisiert werden können. Der Sekundärmarkt wächst strukturell weiter und dürfte Anlegern dadurch schnellere Liquidität bieten.

Private Credit: Konvergenz, Optionalität und die „Maturity Wall“

Der Markt für Private Credit hat sich nach Analyse von Anton Pil zu einem globalen Ökosystem von 1,7 Billionen US-Dollar entwickelt und dürfte bis 2029 auf 3,5 Billionen US-Dollar anwachsen. Ein wesentliches Merkmal ist die Konvergenz mit den öffentlichen Kreditmärkten: „Kreditnehmer können heute flexibel zwischen öffentlichen und privaten Finanzierungslösungen wählen, wobei allein bis zum dritten Quartal 2025 über 25 Milliarden US-Dollar an öffentlichen Krediten in private Strukturen refinanziert wurden“, stellt Pil fest. Eine große Chance bietet sich nach Einschätzung von Pil durch die „Maturity Wall“: „In den nächsten zwei Jahren werden Kredite im Wert von 1,6 Billionen US-Dollar fällig, für die Private-Credit-Manager Refinanzierungslösungen bereitstellen können.“ Trotz engerer Spreads bietet US Senior-Secured Direct Lending attraktive Prämien von rund 300 Basispunkten über High-Yield-Anleihen.

So stellt Anton Pil abschließend fest: „In dieser neuen Ära ist der Zugang zu alternativen Anlageklassen für Investoren unerlässlich, um an Innovationen und Wachstum in der aktivsten Unternehmensphase teilzuhaben und Portfolios robuster aufzustellen“, so Anton Pil. Mit Vehikeln wie den European Long-Term Investment Funds (ELTIFs) wird dieser Zugang zunehmend auch für eine breitere Anlegerbasis möglich, um Portfolios durch unkorrelierte Sachwerte sowie aktive Managerstrategien robuster aufzustellen.

Der vollständige „Alternatives Investments – Outlook 2026“ ist hier zu finden.

 

Veröffentlicht am: 05.02.2026

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