
Bei ihrer ersten Sitzung in diesem Jahr dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen unverändert lassen und damit ihre seit Juli letzten Jahres verfolgte Linie beibehalten. Ihre Kommunikation wird auf maximale Flexibilität bezüglich der künftigen geldpolitischen Ausrichtung abzielen und jegliche explizite Verpflichtung oder klare Vorgaben für den weiteren Kurs vermeiden.
Dieser vorsichtige Ansatz wird angesichts fehlender neuer makroökonomischer Projektionen während der Sitzung am Donnerstag noch verstärkt. Die Inflationsrisiken dürften trotz anhaltender Meinungsverschiedenheiten innerhalb des EZB-Rats hinsichtlich der mittelfristigen Inflationsentwicklung als weitgehend ausgewogen beschrieben werden.
Unsere Erwartungen:
- Der EZB-Rat wird seinen Leitzins, den Einlagezinssatz, voraussichtlich unverändert bei 2 % belassen, da die Inflationsrisiken insgesamt ausgewogen erscheinen.
- Im Mittelpunkt der Kommunikation wird weiterhin ein datenabhängiger Ansatz stehen, der sich von Sitzung zu Sitzung orientiert und keine Vorabverpflichtungen beinhaltet. Dabei wird der Schwerpunkt auf der Flexibilität der Geldpolitik liegen, insbesondere vor dem Hintergrund der Euro-Aufwertung.
Zusammenfassend: Die EZB dürfte ihre Pause verlängern. Dies steht im Einklang mit der Inflation, die im Zielbereich liegt, und der Konjunktur, die dank der Binnennachfrage weiterhin nahe ihrem Potenzial bleibt. Allerdings sollte sie erneut betonen, dass diese abwartende Haltung keine dauerhafte Verpflichtung darstellt.