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Es bleibt dabei: Dollar und Notenbanken geben Gold auch 2026 Rückenwind

Aktuelle Markteinschätzung von Önder Çiftçi, CEO der Ophirum Group



Unsicherheit ist gemeinhin der schlimmste Feind der Investoren. Gibt es keine stabilen Rahmenbedingungen und können sie Risiken nicht gut einschätzen, halten sie ihre Investments zurück – und suchen im Zweifel mit ihrem Kapital Zuflucht in sicheren Häfen wie Gold. Gemessen am aktuellen Goldkurs, der zuletzt erstmals die Hürde von 5.000 Dollar je Unze übersprungen hat, muss die Verunsicherung offenbar sehr hoch sein. 
 

Irritationen gab es in vergangenen Wochen reichlich, insbesondere von Seiten der US-Administration: Die Regierung in Venezuela wurde gestürzt, der US-Notenbankchef angeklagt, Grönland mit Annexion gedroht, Strafzölle gegen europäische Partner angekündigt und wieder zurückgezogen, der Iran mit einem erneuten US-Militärschlag bedroht und in Davos reichlich Stimmung gegen die alte Weltwirtschaftsordnung gemacht. Jede heraufziehende Eskalation hat das Potenzial, die Aktien- und Anleihenmärkte unter Druck zu setzen, nicht wenige Börsenexperten warnen vor starken Kursschwankungen oder sogar einem Börsencrash. Es kann also nicht verwundern, dass die Rekordjagd beim Gold erstmal weitergeht, trotz eines Goldpreisanstiegs in den vergangenen zwei Jahren, wie es ihn in diesem Maß zuletzt in den späten 1970er-Jahren gegeben hat. 

Gold bleibt im Aufwärtstrend

Doch mit den internationalen Krisen und Konflikten ist der fortdauernde Goldpreisanstieg nur teilweise zu erklären, denn normalerweise würde der Goldpreis bei Beruhigung von Krisen und Konflikten auch wieder deutlich fallen. Dass der Goldpreis trotz Schwankungen aber weiter im Aufwärtstrend bleibt, hat vielmehr mit den klassischen Einflussfaktoren auf den Goldpreis zu tun und wohl nur zum Teil mit der Angst der Investoren vor einem Crash. 

Ein wesentlicher Faktor für den Goldmarkt war und ist der schwache US-Dollar. Gold wird international in US-Dollar gehandelt. Verliert der Dollar gegenüber anderen Währungen an Wert, wird das Edelmetall in diesen Währungsräumen billiger und gewinnt damit einhergehend an Attraktivität. Da Gold generell ein knappes Gut ist, wirkt diese Nachfrage tendenziell preiserhöhend. Im ersten Jahr von Donald Trumps US-Präsidentschaft hat der Dollar aufgrund der stark gestiegenen Staatsverschuldung, der umstrittenen Zollpolitik und wegen der Forderungen Trumps nach drastischen Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed deutlich an Wert eingebüßt und dem Goldpreis so zusätzlichen Schub verliehen. Der Regierungssturz in Venezuela trägt wohl nun auch nicht gerade dazu, das Vertrauen in den US-Dollar zu stärken.

Vertrauensverlust schwächt den US-Dollar


Dass Trump Druck auf die eigentlich unabhängig von der US-Regierung agierende Fed ausübt, den Fed-Präsidenten Jerome Powell öffentlich angreift und diesen nun auch noch unter fadenscheinigen Begründungen anklagt, schadet dem Vertrauen in den Dollar als internationale Reservewährung zusätzlich. Powells Amtszeit endet zudem im Mai 2026 und es ist damit zu rechnen, dass Trump einen Fed-Chef installiert, der eher zu den von ihm geforderten massiven Zinssenkungen bereit ist. Dabei besteht die Gefahr, dass übertriebene Zinssenkungen die Inflation in den USA, die noch immer hartnäckig über der Zielmarke von zwei Prozent pro Jahr liegt, weiter beflügeln und den Dollar sowie das internationale Vertrauen in denselben weiter schwächen könnte.

Dabei hat dieses Vertrauen seit Beginn des Ukraine-Krieges ohnehin stark gelitten. Weil die Dollar-Reserven von Russland, die bei verschiedenen Notenbanken weltweit lagern, aufgrund der Sanktionen gegen Russland eingefroren wurden, trennen sich etliche Notenbanken schrittweise von ihren Dollar-Reserven und tauschen diese gegen die Krisenwährung Gold. So gehen beispielsweise die Notenbanken von China, Indien, der Türkei und weiteren Schwellenländern vor, weil sie befürchten, dass ihnen im Konfliktfall der Zugang zu ihren Dollar-Beständen verwehrt wird.

Notenbanken bleiben auf der Käuferseite

In den vergangenen Jahren haben Notenbanken weltweit deshalb rund 1.000 Tonnen Gold pro Jahr gekauft und mit dieser Nachfrage den Aufwärtstrend von Gold wesentlich unterstützt.  Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass die Schwellenländer diese Praxis ändern. Die Nachfrage nach Gold dürfte das Angebot also weiterhin übersteigen. Aus Sicht der Anleger kann man es auch so ausdrücken: Das Abwärtspotenzial beim Goldpreis ist begrenzt, das Aufwärtspotenzial aber womöglich noch nicht ausgeschöpft. 

 

Veröffentlicht am: 29.01.2026

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