
Die neuen Tarife der Kfz-Versicherer sind im Mittel nur noch zwei Prozent teurer als im Vorjahr. Nach drei Jahren massiver und flächendeckender Preiserhöhungen werben zudem wieder viele Anbieter mit günstigen Preisen um neue Kunden. Angebote aus dem günstigen Preissegment liegen um zwei Prozent unter dem Vorjahr. Versicherungsnehmer können durch einen Wechsel 36 Prozent sparen.
Im Mittel stabilisieren sich die Preise
Die Wechselsaison für Kfz-Versicherungen hat begonnen und die Versicherer haben ihre Tarife für das kommende Jahr aktualisiert. Über alle Versicherungsarten hinweg liegen die Preise zwei Prozent über dem Vorjahr. Das zeigt der Kfz-Versicherungsindex von Verivox für Verträge ab dem 1. Januar 2027. Mit den neuen Policen setzen Versicherer die höchsten Preissteigerungen bei der Kfz-Haftpflichtversicherung um. Sie ist im Mittel drei Prozent teurer als im Vorjahr. Vollkasko-Policen liegen um zwei Prozent über dem Preisniveau im Oktober 2025, die Preise für Teilkasko-Angebote stagnieren.
„Im vergangenen Jahr mussten die Kfz-Versicherer nur wenige Elementarschäden regulieren. Da Unwetter und Naturkatastrophen meist hohe Kosten für die Kaskoversicherung verursachen, kommt ihnen das schadensarme Jahr gelegen“, sagt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. „Von einer dauerhaften Preiswende kann aber noch keine Rede sein. Ersatzteile und Reparaturen verteuern sich weiter und bleiben ein Kostentreiber.“
Kfz-Versicherer ziehen wieder in den Preiskampf
Nach drei Jahren marktumgreifender Preiserhöhungen hat der Wettbewerb um Neukunden wieder Fahrt aufgenommen. Das zeigen Preissenkungen im günstigen Preissegment. Über alle Versicherungsarten hinweg sind die Angebote zwei Prozent günstiger als im Vorjahr. In der Vollkaskoversicherung sind die Preise im günstigen Preissegment ebenfalls um zwei Prozent gesunken, die Teilkasko- und Haftpflichtversicherungen sind jeweils ein Prozent günstiger.
„Die Versicherer gehen mit sehr unterschiedlichen Vorgehensweisen in die Wechselsaison“, sagt Aljoscha Ziller. „Während ein großer Versicherer schon weitere Preiserhöhungen angekündigt hat, nutzen andere wieder die Signalwirkung eines günstigen Preises. Um als Autofahrer nicht zu viel zu zahlen, hilft nur der Vergleich.“
Unterschiedliche Strategien der Versicherer – Vergleich lohnt
Über alle Versicherungsarten hinweg liegt der Unterschied zwischen günstigen Angeboten und Tarifen aus dem mittleren Preissegment bei 36 Prozent. Mit 39 Prozent besteht das größte Sparpotenzial bei der Kfz-Haftpflichtversicherung, gefolgt von der Teilkasko und der Vollkasko mit jeweils 35 Prozent.
Nach drei Jahren Preiserhöhungen in Folge müssen Autofahrer für die Kfz-Versicherung deutlich tiefer in die Tasche greifen. Im Schnitt ist der Schutz für das Auto heute 51 Prozent teurer als im Oktober 2022 – vor den massiven Preiserhöhungen.
Kfz-Versicherungsindex
Verivox berechnet den Kfz-Versicherungsindex gemeinsam mit dem Statistik-Experten Professor Dr. Wolfgang Bischof von der Technischen Hochschule Augsburg. „Durch das statistische Verfahren stellen wir sicher, dass der Kfz-Versicherungsindex die tatsächlichen Preisänderungen auf dem Autoversicherungsmarkt abbildet. Veränderungen in der Kundenstruktur oder der Nachfrage haben – anders als bei Durchschnittsberechnungen – keinen Einfluss aufs Ergebnis“, sagt Wolfgang Bischof. In die Auswertung flossen anonymisiert die Nutzerberechnungen bei Verivox vom 1. bis zum 20. Oktober 2026 sowie für den gleichen Zeitraum 2025 und 2022 ein. Das statistische Modell zeigt die Preisentwicklung für Versicherungswechsler.
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