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UniCredit Bank Austria Branchenüberblick

Konjunkturerholung kommt in mehr und mehr Branchen an



Die österreichische Wirtschaft ist in der zweiten Jahreshälfte 2025 auf einen moderaten Erholungskurs eingeschwenkt, gestützt auf die Inlandsnachfrage. Dem gegenüber standen die Herausforderungen im Außenhandel, belastet durch den steigenden Protektionismus und nachgelassener Wettbewerbsfähigkeit.

Die Herausforderungen im Exportgeschäft wirkten sich Ende 2025 ungünstig auf die Entwicklung der Wertschöpfung in der Industrie aus. Die Bauwirtschaft musste deutliche Einbußen verbuchen, während vor allem konsumnahe Dienstleistungsbranchen, wie z.B. der Handel und der Tourismus, positiv aufzeigten.

„Nach zwei Jahren in Folge mit BIP-Rückgängen sorgte vor allem der Dienstleistungssektor im Jahr 2025 für ein Ende der Rezession und einen leichten Anstieg der österreichischen Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent. Auch die Industrie konnte im Gesamtjahr bei sehr unterschiedlichen Branchentrends insgesamt positiv zum Ergebnis beitragen, während die Bauleistung erneut hinter dem Jahr davor zurückblieb“, meint UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer.

Ins Jahr 2026 starten die heimischen Unternehmen in der Mehrzahl mit verbesserten Produktions- und Nachfrageerwartungen. Die Konjunkturstimmung liegt jedoch im Produktionssektor weiter unter dem langjährigen Durchschnitt. Im Dienstleistungssektor hat jedoch der Optimismus die Oberhand gewonnen. „Die aktuellen Umfragewerte kündigen für die kommenden Monate eine Fortsetzung des Erholungskurses der heimischen Wirtschaft an, wenn auch das Tempo vorerst weiter bescheiden ausfallen dürfte. Das Branchenklima hat sich generell verbessert und ist in vielen Branchen bereits sonnig oder aufklarend. Insbesondere der Dienstleistungssektor und auch der Handel unterstützen die Erholung, begünstigt durch die deutlich niedrigere Inflation sowie die gelockerte Geldpolitik, was auch der weiteren Stabilisierung in der Industrie zuträglich ist, während am Bau die Lage dagegen dennoch trüb bleibt“, meint UniCredit Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl und ergänzt: „An der verhaltenen Konjunkturentwicklung wird sich zumindest in den ersten Monaten 2026 nichts ändern, aber die Erholung gewinnt an Stabilität und sollte im weiteren Jahresverlauf auch besser in Schwung kommen. Wir gehen von einem Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent für 2026 aus.“

Für die Ermittlung des Branchenklima-Indikators werden die Entwicklung der Produktion und Umsätze bis zum 4. Quartal 2025 den Ergebnissen der Konjunkturbefragung bis Jänner 2026 gegenübergestellt.

Stabilisierung der Industriekonjunktur gewinnt an Breite

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen nahm die reale Produktion in der Industrie 2025 um 3,1 Prozent (Herstellung von Waren) zu. Gegen Jahresende verlangsamte sich die Industriekonjunktur jedoch, belastet durch die anhaltende globale Nachfrageschwäche auch infolge der zurückhaltenden Investitionskonjunktur. Trotz des schwierigen Umfelds konnten einige Branchen 2025 deutliche Produktionszuwächse erreichen. Insbesondere die Pharmaindustrie, die chemische Erzeugung, die Metallwarenerzeugung und die Holzverarbeitung lieferten überdurchschnittlich gute Ergebnisse. Mit einem Endspurt konnte letztlich auch die KFZ-Erzeugung 2025 noch leicht zulegen. Dagegen kam es im sonstigen Fahrzeugbau sowie in der Papierindustrie zu klaren Produktionsrückgängen. Auch die österreichische Paradebranche, der Maschinenbau, verzeichnete sogar das zweite Jahr in Folge deutliche Einbußen.

„Die Stimmung im Sektor hat sich zu Beginn des Jahres weiter verbessert, gefördert von einem stabileren Exportumfeld. Obwohl die Auftragslage von den Unternehmen als sehr schwach bezeichnet wird, haben sich die Produktionserwartungen erhöht. Der Pessimismus in der Industrie nimmt ab, die Konjunkturlage klart in einigen Branchen bereits auf“, meint Pudschedl und ergänzt: „Die österreichische Industrie sollte in den kommenden Monaten einen stabileren Erholungskurs beschreiten können. Das Tempo wird moderat bleiben, aber mehr Branchen erreichen. Aufgrund der Risiken im Export sind konjunkturunsensible Bereiche wie die Nahrungsmittelerzeugung im Vorteil, während die globalen Herausforderungen unter anderem die Stahlindustrie, die KFZ-Herstellung und die Pharmaindustrie in den kommen Monaten belasten dürften.“

Die Krise der österreichischen Bauwirtschaft hält noch an


Nach einer vorsichtigen Stabilisierung hat sich gegen Ende 2025 der Rückgang der Bauproduktion wieder beschleunigt, so dass sich 2025 insgesamt ein deutliches Minus von 1,9 Prozent im Jahresvergleich ergab. Die Entwicklung war von einer sehr unterschiedlichen Entwicklung im Hoch- und Tiefbau geprägt. Während im Hochbau die Produktionsleistung um durchschnittlich 11,5 Prozent sank, mit wieder steigendem Tempo gegen Jahresende, stieg diese im Tiefbau um 14 Prozent real. In den vorbereitenden Baustellenarbeiten, Bauinstallationen und Ausbaugewerben wurde ein Rückgang von 2,0 Prozent im Jahr 2025 verzeichnet.

Rund um den Jahreswechsel haben sich die Produktionserwartungen generell wieder stärker eingetrübt, nachdem sich auch die Auftragslage in allen Teilsparten erneut verschlechterte. Während die Lage im Tiefbau bedingt durch knappe öffentliche Budgets herausfordernder werden dürfte, lässt die gestiegene Dynamik bei Baubewilligungen zumindest in Teilen des Hochbaus eine Konjunkturverbesserung erwarten.

Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote am Bau ist zu Jahresbeginn 2026 auf fast 10 Prozent gestiegen. Trotzdem geben über 20 Prozent der Unternehmer den Mangel an Arbeitskräften als Produktionshindernis an. Als größtes Hindernis gilt mit rund 25 Prozent der Nennungen jedoch weiterhin der Auftragsmangel. In der zweiten Jahreshälfte 2025 stabilisierte sich die Auftragslage und die Produktion am Bau auf tiefem Niveau. Rund um den Jahreswechsel haben sich die Produktionserwartungen jedoch generell wieder stärker eingetrübt, nachdem sich auch die Auftragslage in allen Teilsparten erneut verschlechterte. Dementsprechend sanken auch die Beschäftigungs- und Preiserwartungen am Bau.

„Die Flaute am Bau, verursacht durch die Schwäche im Hochbau, setzt sich vorerst noch fort. Während die Lage im Tiefbau bedingt durch beschränkte finanzielle Mittel der öffentlichen Hand in den kommenden Monaten herausfordernder wird, lässt die gestiegene Dynamik bei Baubewilligungen und Finanzierungen zumindest in Teilen des Hochbaus, vor allem im Wohnungsbau, eine Konjunkturverbesserung erwarten. Die Wachstumsaussichten bleiben aber für 2026 überschaubar“, meint Pudschedl.

Dienstleistungssektor sollte von geringerer Inflation profitieren können

Die Dienstleistungskonjunktur hat sich im Verlauf des Jahres 2025 auf einem moderaten Niveau stabilisiert und sich trotz der hohen Inflationswerte, die zu Kaufkraftverlusten in der zweiten Jahreshälfte führten, solide entwickelt. Es zeigten sich jedoch weiterhin sehr gemischte individuelle Ergebnisse. Die Wertschöpfung in den Bereichen Handel, Gastronomie und Beherbergung, Finanzwesen sowie den konsumnahen sonstigen Dienstleistungen legte zu. Auch die öffentliche Verwaltung lieferte einen positiven Beitrag. Im Gegensatz dazu nahm die Wertschöpfung in produktionsnäheren Dienstleistungen, wie den meisten Wirtschaftsdiensten, den wissenschaftlich-technischen Diensten sowie im Transport ab.

Das Branchenklima hat sich zu Jahresbeginn 2026 weiter aufgehellt und wird von den Unternehmern besser als im Euroraum eingeschätzt. Die Nachfrageerwartungen liegen seit einigen Monaten über dem langjährigen Durchschnitt. „Der starke Inflationsrückgang zu Jahresbeginn und die Stabilisierung der Lage am Arbeitsmarkt sollten zu einer Verringerung der hohen Sparneigung führen und für 2026 verbesserte Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Dienstleistungsbranchen bieten. Der Dienstleistungssektor wird so die tragende Komponente des höheren Wirtschaftswachstums im laufenden Jahr 2026 sein“, meint Pudschedl.

Sonniges Branchenklima im Handel

Im Einzelhandel (ohne Tankstellen und KFZ) hat sich die Umsatzentwicklung in der zweiten Jahreshälfte 2025 abgeflacht, belastet vom Anstieg der Teuerung. Begünstigt durch ein solides Weihnachtsgeschäft konnte ein Umsatzplus von nominell 2,9 Prozent erzielt werden, was jedoch real nur ein Plus von 0,7 Prozent im Jahresvergleich entspricht und damit geringfügig unter dem Ergebnis von 2024 von 0,9 Prozent lag. Im KFZ-Handel (inkl. Werkstätten) zeigte sich in der zweiten Jahreshälfte 2025 dagegen ein deutlicher Aufwärtstrend. Die nominellen Umsätze stiegen 2025 insgesamt um über 6 Prozent bzw. über 3 Prozent real, wobei das Ergebnis stärker durch die besonders positive Entwicklung im KFZ-Handel getragen wurde. 2025 wurden fast 285.000 Neuwagen zugelassen, ein Plus von 12,3 Prozent gegenüber 2024.

„Die Geschäftserwartungen im Einzelhandel haben sich nach einer Abschwächung zum Jahresende mit Beginn 2026 wieder verbessert und auch im KFZ-Handel hat sich die Stimmung aufgehellt. In beiden Handelssparten besteht nun leichter Optimismus“, meint Pudschedl und ergänzt: „In den kommenden Monaten erwarten wir ein moderates Wachstum im Einzelhandel, das im Jahresverlauf dank Inflationsrückgang und leichten Reallohnzuwächsen etwas an Dynamik zulegen sollte. Für den KFZ-Handel erwarten wir sogar eine überdurchschnittlich gute Geschäftsentwicklung. Die hohe Dynamik im Neuwagengeschäft, das im Jänner 2026 mit einem Plus von 12,1 Prozent im Jahresvergleich exzellent ins Jahr startete, sowie ein stabiler Gebrauchtwagenmarkt unterstützen den positiven Ausblick bei allerdings nachlassenden Preiserwartungen.“

 

Veröffentlicht am: 20.02.2026

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