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Höhere Renditen rücken Anleihe-ETFs in den Fokus

... von Stefan Kuhn Head of ETF Distribution, EMEA bei Fidelity International



Der europäische UCITS-ETF-Markt* verzeichnete im Oktober Nettomittelzuflüsse von 40,9 Mrd. USD. Damit lagen die Flows unter den außergewöhnlich hohen Werten der Sommermonate. Während sich die Zuflüsse in Aktien-ETFs auf 24,1 Mrd. USD abschwächten, legten Anleihe-ETFs auf 15,2 Mrd. USD zu und lagen damit fast 50 Prozent über ihrem 3-Monats- und 12-Monats-Durchschnitt.

„Nach den außergewöhnlich starken Sommermonaten sehen wir eine Normalisierung der ETF-Flows. Gleichzeitig verschieben sich die Gewichte: Anleihen gewinnen wieder an Bedeutung“, sagt Kuhn, Head of ETF Distribution, EMEA bei Fidelity International. „Das höhere Renditeniveau eröffnet Anlegern attraktive Einstiegsmöglichkeiten und macht Fixed Income wieder zu einem wichtigen Ertragsbaustein im Portfolio.“
    
Aktien: Anleger diversifizieren stärker

Bei Aktien setzte sich im Oktober die Tendenz zu einer breiteren geografischen Aufstellung fort. Europa und Emerging Markets verzeichneten weiterhin positive Zuflüsse, gleichzeitig waren global ausgerichtete Strategien gefragt. Insgesamt gingen die Zuflüsse in Aktien-ETFs allerdings auf 24,1 Mrd. USD zurück und lagen damit unter den Durchschnittswerten der vergangenen Monate.
Anleihen: Höhere Renditen schaffen attraktive Einstiegsmöglichkeiten

Deutlich mehr Dynamik zeigte sich im Oktober bei Anleihe-ETFs. Mit 15,2 Mrd. USD lagen die Nettozuflüsse rund 50% über den kurz- und längerfristigen Durchschnittswerten. Besonders auffällig waren Corporate-Bond-ETFs mit 4,2 Mrd. USD, mehr als doppelt so viel wie im 3-Monats-Durchschnitt. Auch Staatsanleihen und High Yield verzeichneten positive Zuflüsse.

„Das höhere Renditeniveau macht Anleihen für Anleger wieder zu einer attraktiven Ertragsquelle“, sagt Kuhn. „Besonders interessant sind derzeit Strategien mit kürzerer Duration. Anleger können damit attraktive laufende Erträge erzielen und gleichzeitig die Sensitivität gegenüber weiteren Anstiegen der Staatsanleiherenditen begrenzen.“

Aktive ETFs setzen Wachstumskurs fort

Auch aktive ETFs verzeichneten im Oktober erneut positive Nettomittelzuflüsse. Seit mittlerweile vier Jahren verzeichnet diese Asse-Klasse monatliche Nettozuflüsse.

„Je stärker sich das Marktumfeld ausdifferenziert, desto größer wird auch der Bedarf, innerhalb einzelner Anlageklassen selektiver vorzugehen“, sagt Kuhn. „Das sehen wir derzeit beispielsweise im Anleihemarkt, wo Duration, Kreditqualität und Emittentenauswahl wieder eine größere Rolle spielen. Dass aktive ETFs zunehmend in die strategische Allokation professioneller Anleger einfließen, legen auch die Ergebnisse unserer eigenen Erhebung nahe.“**
    
* im gesamten Kommentar sind mit „ETFs” immer UCITS-ETFs gemeint.

** Zur Studie: „Active ETFs: Unwrapping the Wrapper“ wurde von CoreData Research im Auftrag von Fidelity International zwischen Juli und August 2026 durchgeführt. Befragt wurden 310 Anlageentscheider in Deutschland, Frankreich, Italien, der Schweiz und Grossbritannien, die aktive ETFs bereits nutzen oder deren Einsatz planen. Die Befragten erwarten, dass der durchschnittliche Anteil aktiver ETFs in ihren Portfolios innerhalb der kommenden 18 Monate von 10,2 auf 14,6 Prozent steigt.

 

Veröffentlicht am: 04.11.2026

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