Auch wenn der US-Leitindex jüngst neue Allzeithochs erreicht hat, ist die Stimmung am Markt derzeit wenig euphorisch. Diskretionäre Investoren halten ihre Aktienquoten nahe der Benchmark, das Sentiment unter US-Kleinanlegern ist verhalten und Sorgen um KI-Investitionen dominieren aktuell die Marktschlagzeilen.
Die Gewinner der gegenwärtigen Risikoaversion am Markt: Staatsanleihen. Trotz hoher Inflationsdaten sowie eines deutlichen Anstiegs der Ölpreise rotierten Anleger in die zuvor stark abverkauften Staatspapiere. Die Renditen 10-jähriger US-Treasuries fielen dementsprechend in den vergangenen zwei Wochen um mehr als 20 Basispunkte. Obwohl die Halbleiter-Schwergewichte jüngst wieder etwas unter Druck standen, zeigten sich US-Aktien in diesem Umfeld robust. Schließlich konnten Sektoren, die unter den hohen Zinsen gelitten hatten, zuletzt wieder an Wert gewinnen und so den Markt in der Breite stützen. Neben der brummenden US-Konjunktur und den bislang soliden Q3-Ergebnissen spricht auch die nun deutlich vorteilhaftere Saisonalität für Aktien. Derweil dürfte die vorsichtige Anlegerstimmung das Abwärtspotenzial limitieren. In diesem Umfeld sehen wir uns daher mit unserem Aktienübergewicht gegenwärtig gut aufgestellt.
Kurzfristiger Ausblick
Neben der sich wieder zuspitzenden Lage am Golf sowie dem Beginn der Q3-Berichtssaison standen zuletzt auch die US-Inflationsdaten im Investorenfokus. Auch wenn die Preisdaten aus dem September stärker ausfielen als vom Markt erwartet, hat sich die marktimplizite Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinserhöhung bei der nächsten Notenbanksitzung etwas reduziert. Ob die Fed den Markt dennoch überrascht, wird sich Mitte nächster Woche zeigen.
Gestern Nacht wurden zunächst die Einzelhandelsumsätze sowie Daten zur Industrieproduktion aus China (Sep.) veröffentlicht. Morgen werden die ZEW-Konjunkturerwartungen aus Deutschland (Okt.) publiziert, während am Mittwoch die Verbraucherpreise aus Großbritannien (Sep.) erwartet werden. Am Freitag stehen neben den Verbraucherpreisen aus Japan (Sep.) auch die Einkaufsmanagerindizes aus Frankreich und Deutschland (Okt.) im Fokus der Märkte. Nächste Woche dürfte sich der Blick dann vor allem auf die Notenbanksitzungen sowie die Äußerungen zum weiteren Zinspfad von der EZB, der Fed und der BoJ richten.