Der September ist vor allem für eins bekannt: Volatilität. Mit Blick auf zahlreiche Störfeuer am Markt dürfte dieses Jahr keine Ausnahme von dieser Börsenregel bilden. So spitzt sich etwa die Lage am Golf zusehends zu.
Infolge neuer Kampfhandlungen und weiterhin ausbleibender Rohstofflieferungen zogen Öl- und Gaspreise jüngst wieder an. Mittlerweile handeln Dezember-Futures für Brent nahe ihren Höchstständen aus dem Frühsommer. Inflationssorgen, das höhere Zinsniveau sowie ein potenzieller Fed-Zinsschritt dürften das Marktrisiko im September erhöhen. Neben Geld- und Geopolitik dürften aber auch die US-Midterms sowie der beginnende Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich für zusätzliche Unsicherheit sorgen. Trotz einer höheren Volatilität im September sehen wir nur begrenztes Abwärtspotenzial für Aktien. Rückenwind liefert allen voran die US-Konjunktur: Das BIP-Modell der Atlanta Fed indiziert für das dritte Quartal derzeit ein beachtliches Realwachstum von 4,7%. Flankiert von starken Unternehmensdaten sollte die brummende US-Wirtschaft die Märkte fundamental stützen. Etwaige Rücksetzer im September sehen wir daher als Chance, unser zuletzt leicht reduziertes Aktienübergewicht opportunistisch auszubauen.
Kurzfristiger Ausblick
Nachdem die außerordentlich starke Berichtssaison für das zweite Quartal langsam zum Ende kommt, dürfte sich der Fokus der Märkte nun wieder vermehrt auf die makroökonomischen Treiber richten. Bezogen auf den weiteren Zinspfad der US-Notenbank gehören hierzu die weitere Inflationsentwicklung und die Lage am US-Arbeitsmarkt. Zudem dürften die Diskussionen rund um die US-Zwischenwahlen im November in den folgenden Wochen zunehmen. Am Mittwoch werden die Verbraucherpreise aus China (Aug.) erwartet. Am Donnerstag dürfte der Fokus der Märkte auf dem Zinsentscheid der EZB liegen, wo mit einer weiteren Zinserhöhung um 25 Basispunkte gerechnet wird. Neben den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe (Sep.) werden zudem die Erzeugerpreise aus den USA (Aug.) veröffentlicht. Am Freitag werden dann die US-Verbraucherpreise (Aug.) neue Erkenntnisse zur Inflationsentwicklung und damit auch zum weiteren Pfad der US-Notenbank liefern.