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Sonntag, 24. Mai 2026
   
 

USA machen ernst mit tokenisierten Aktien

Deutschland droht den Vorsprung bei digitalen Wertpapieren zu verspielen


Die US-Börsenaufsicht SEC könnte einen globalen Wettlauf um die Zukunft digitaler Wertpapiere auslösen. Die Behörde arbeitet derzeit an einer regulatorischen Ausnahme für tokenisierte Aktien, also digitalen Abbildungen klassischer Wertpapiere auf der Blockchain. 

Sollte die sogenannte „Innovation Exemption“ kommen, könnten Handelsplattformen künftig tokenisierte Versionen börsennotierter Aktien anbieten. Für Deutschland wäre das ein Weckruf: Zwar verfügt der Standort mit dem Gesetz über elektronische Wertpapiere (eWpG) und dem Zukunftsfinanzierungsgesetz bereits über einen regulatorischen Vorsprung. Doch wenn die USA nun bei Marktinfrastruktur, Handel und Skalierung Tempo aufnehmen, könnte Deutschland diesen Vorteil schnell wieder verlieren.

„Die Entwicklung in den USA zeigt, dass Tokenisierung nicht mehr experimentell ist, sondern zum wichtigen Infrastrukturthema für die Kapitalmärkte wird“, sagt Dirk Littig, Co-CEO der digitalen Finanzierungsplattform CONDA Capital Market. „Deutschland hat regulatorisch früh wichtige Grundlagen geschaffen. Entscheidend wird jetzt aber sein, ob daraus auch ein wettbewerbsfähiger Markt entsteht, denn Regulierung allein reicht nicht.“

Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen könnten digitale Wertpapiere – dazu zählen etwa Aktien, Anleihen und Substanzgenussrechte – erhebliche Vorteile bieten. Die elektronische Aktie ermöglicht flexiblere Kapitalaufnahmen, reduziert Verwaltungs- und Emissionskosten und erleichtert den Zugang zu privaten Investoren. Gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten für digitale Sekundärmärkte und effizientere Handelsstrukturen. „Viele Diskussionen drehen sich aktuell noch stark um Kryptowährungen. Dabei wird häufig übersehen, dass die eigentliche strukturelle Veränderung im Hintergrund stattfindet: die Digitalisierung der Wertpapierinfrastruktur“, so Littig. „Digitale Wertpapiere können Prozesse beschleunigen, Eigentumsübertragungen effizienter gestalten und Kapitalmarktfinanzierungen deutlich zugänglicher machen.“

Technologisch sei der Markt bereits deutlich weiter, als oft angenommen wird, meint Littig. Regulierte Registerführer, Verwahrstellen und spezialisierte Infrastruktur-Anbieter sind bereits vorhanden. Die größte Herausforderung liege derzeit weniger in der Technologie als in bestehenden Marktstrukturen und langsamen Anpassungsprozessen innerhalb der Finanzindustrie. Aus Sicht des CONDA-Geschäftsführers könnte Deutschland deshalb eine Schlüsselrolle innerhalb Europas einnehmen.

„Die Grundlage ist vorhanden. Jetzt braucht es Geschwindigkeit, praktische Umsetzung und mehr Aufmerksamkeit für digitale Wertpapiere als Zukunftsthema der Kapitalmarktinfrastruktur“, so Littig. „Gerade in Zeiten restriktiver Kreditvergabe und hoher Finanzierungskosten können elektronische Wertpapiere ein wichtiger Baustein für die Kapitalversorgung des Mittelstands werden.“

 

Veröffentlicht am: 24.05.2026

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