Die Fed hat wie erwartet an den Zinsen festgehalten, doch der Ton fiel eher vorsichtig-ausgewogen als restriktiv aus. In der Erklärung wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze weiterhin niedrig ist, die Inflation „etwas erhöht“ ist und die Unsicherheit aufgrund der Entwicklungen im Nahen Osten die Aussichten trübt, was ein deutlicheres Bewusstsein für die Risiken auf beiden Seiten signalisiert.
Der SEP (Summary of Economic Projections) zeigt eine moderate, aber bedeutende Anhebung der Inflationsprognosen, wobei sowohl der PCE (Persönlicher Konsumausgaben-Preisindex) als auch der Kern-PCE für 2026 auf 2,7 % nach oben korrigiert wurden, während das Wachstum leicht anzieht und sich die Arbeitslosigkeit kaum verändert. Bemerkenswert ist, dass der Medianwert für 2026 bei 3,375 % verharrt, was trotz höherer Inflation keine Verschiebung in Richtung Zinserhöhungen signalisiert.
Zwar stimmte Stephen Miran erneut gegen die Entscheidung und sprach sich für eine Senkung um 25 Basispunkte aus, doch die Tatsache, dass er die einzige abweichende Stimme war – trotz einiger Erwartungen einer breiteren Opposition –, deutet darauf hin, dass der Ausschuss nach wie vor weitgehend geschlossen hinter einem Kurs der Besonnenheit steht.
Fazit: Die Fed bekräftigte ihre geduldige Haltung, räumte geopolitische Unsicherheiten ein und widerstand einer strengeren Geldpolitik trotz steigender Inflationsprognosen – was für die Märkte, die durch die jüngste Volatilität bereits unter Druck geraten sind, wahrscheinlich eine Erleichterung darstellt.