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Mischfonds: Sicherheit, Flexibilität und Rendite

Aktuelle Markteinschätzung von Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ



Schon im vergangenen Jahr zeigten sich die Börsen trotz vieler Schockmomente erstaunlich robust, eilten doch etliche Aktienmärkte von Rekord zu Rekord. Die kurze und kräftige Marktkorrektur nach den Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump am 2. April 2025 hat Anlegern jedoch gezeigt: schnelle und unerwartete Richtungsänderungen am Aktienmarkt sind jederzeit möglich. 

Die öffentliche Kritik von Trump an US-Notenbankchef Jerome Powell wegen zu geringer Zinssenkungen hatte einen vergleichbaren Effekt auf dem Anleihenmarkt und den Dollar-Wechselkurs. Auch wenn sich die Märkte in der Folge schnell wieder beruhigten, sind diese beiden Vorfälle gute Beispiele dafür, dass die Stimmung jederzeit kippen kann – und Anleger sich entsprechend positionieren sollten.  

Die Mischung macht´s

Derzeit sieht es nicht danach aus, als gäbe es 2026 weniger Gründe zur Nervosität. Der Angriff der USA auf Venezuela und die Verhaftung von Staatschef Nicolas Maduro haben schon zum Jahresbeginn mit aller Deutlichkeit gezeigt: Auch 2026 müssen Anleger wohl mit allem rechnen. Politische Ereignisse werden womöglich auch weiterhin die Börse bewegen. 

Dennoch sollten Anleger die Entwicklungen an den Kapitalmärkten nicht nur von der Seitenlinie beobachten. Vielmehr sollten sich Investoren darum bemühen, systematisch Risiken zu minimieren und mehr Sicherheit ins Depot zu bringen. Am ehesten gelingt das, indem das Vermögen breit über verschiedene Anlageklassen, Branchen, Regionen und Währungen gestreut wird. Durch diese Diversifikation können Verluste in dem einen Bereich durch Gewinne in einem anderen kompensiert werden, zugleich stabilisiert sich die Gesamtrendite. 

Besonders gut gelingt die Diversifikation mit einem Mischfonds. Diese Fonds legen ihren Fokus auf einen Anlagemix, der Krisen wie einen Aktien- oder Anleihen-Crash möglichst gut übersteht und dennoch attraktive, vor allem aber stabile Renditen bei geringeren Schwankungen bietet. Mischfonds sind daher in unsicheren Zeiten unter Investoren besonders beliebt. Je nach Risikoneigung und Renditeanspruch können Anleger in der Regel zwischen defensiven, ausgewogenen und offensiven Varianten der Multi-Asset-Fonds wählen, die sich vor allem in ihren Höchstquoten für Aktien unterscheiden.

Stark in der Defensive und Offensive

Schon im vergangenen Jahr konnten Mischfonds ihre Stärken ausspielen. Ausgewogene, weltweit investierende Mischfonds erzielten 2025 eine durchschnittliche Rendite von rund sechs bis zwölf Prozent. Zwar erreichten reine Aktienfonds noch höhere Renditen, dafür waren die Kurse der Mischfonds aber weniger schwankungsanfällig, weil etwa ihr Anteil an Anleihen den erwähnten Zoll-Crash vom April deutlich abmilderte. 

Ein Beispiel: Während der stärkste Kursrückgang (Maximum Drawdown) im S&P 500-Index nach Trumps „Liberation Day“ mit hohen Zollankündigungen erst bei etwa minus 15 Prozent stoppte, verloren Mischfonds im Durchschnitt nur fünf Prozent. Die vergleichsweise geringen Verluste machten es Anlegern deutlich einfacher, investiert zu bleiben – und ruhiger zu schlafen. Während viele andere Investoren den Aktienmarkt in Panik verließen und die anschließende Rally verpassten, profitierten Mischfondsanleger von ihren Anleiheinvestments, deren Kurse dank der Zinssenkungen der Zentralbanken zulegten. So konnten Mischfonds Verluste am Aktienmarkt kompensieren und an der folgenden Rally partizipieren. 

Aktiv gemanagte Mischfonds punkten vor allem mit ihrer Flexibilität

Der große Vorteil der Mischfonds – insbesondere bei aktiver Steuerung – liegt in ihrer Flexibilität. Je nach Marktumfeld können diese Multi-Asset-Fonds Aktien höher gewichten oder Anleihen den Vorzug geben. Auch Geldmarktpapiere, Rohstoffe wie Gold, Öl oder Metalle, sowie Immobilien oder Derivate zur Absicherung können Bestandteil sein und dem Fonds zusätzliche Stabilität und Renditechancen verleihen. So reagierten viele aktiv gemanagte Mischfonds auf die starke Marktdominanz weniger Technologie- und KI-Werte am US-Aktienmarkt, indem sie frühzeitig in europäische Qualitätsaktien und Anleihen umschichteten. Nach dem Kursrückgang im April konnten sie zudem die Gelegenheit nutzen, zuvor stark gestiegene Technologie- und US-Titel wieder zu günstigeren Bewertungen ins Portfolio aufzunehmen.  Dadurch war die Schwankungsbreite (Volatilität) von Mischfonds im Jahresverlauf deutlich geringer als bei reinen Aktieninvestments. 

Fakt ist: Wie jedes Jahr hält auch 2026 für Anleger noch viele Fragezeichen bereit. Nach wie vor besteht das Risiko, dass Kurskorrekturen einzelner Technologie- oder Wachstumswerte den gesamten Aktienmarkt unter Druck setzen könnten. Auf der anderen Seite gibt es aber auch einige gute Gründe, die auf ein positives Börsenjahr hindeuten: Viele Unternehmen verbreiten Hoffnung auf steigende Umsätze und Gewinne und es gibt zarte Anzeichen eines Aufschwungs. Zudem ist die Inflation weiter zurückgegangen – und dies, obwohl die Notenbanken im vergangenen Jahr die Zinsen gesenkt haben. 2026 dürften die Zinssenkungen ihre volle Wirkung entfalten und zu höheren Investitionen führen. Hinzu kommt, dass sich einige große, lang ersehnte Börsengänge angekündigt haben. Das macht zuversichtlich für ein gutes Börsenjahr. 

Doch in die Zukunft kann niemand schauen, die Stimmung an den Kapitalmärkten kann jederzeit kippen. Und: Sollte es so weit kommen, dürften Mischfonds-Investoren zu den entspanntesten Anlegern zählen. Die flexible Allokation und die im Vergleich zu reinen Aktienfonds geringere Volatilität machen Mischfonds gerade in unsicheren Zeiten zum idealen Anlageinstrument für Anleger, die nicht jeden Tag mit Sorge auf ihr Depot blicken wollen. 

 

Veröffentlicht am: 22.01.2026

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