Die Erwartungen an das Fed-Treffen in dieser Woche sind im Allgemeinen zurückhaltend. Die Märkte rechnen überwiegend nicht mit einer Änderung der Geldpolitik, sondern lediglich mit kleineren Anpassungen in der offiziellen Stellungnahme. Die Fed befindet sich weiterhin in einem „Abwarten und Beobachten“-Modus, da Inflation, Beschäftigung und Wachstum jeweils nahe, aber noch nicht ganz auf Zielniveau liegen.
Allerdings hat die anhaltende Unsicherheit über die vollständigen wirtschaftlichen Auswirkungen der kürzlich eingeführten Zölle hat die Perspektive der Fed zusätzlich verkompliziert. Gleichzeitig haben sich zunehmend Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses (FOMC) mit einer Einschätzung zu Wort gemeldet, die eher eine Zinssenkung unterstützt, sodass die Stimmenverteilung bei der Entscheidung ein wichtiges Signal für eine mögliche Konsensverschiebung sein dürfte. Vor diesem Hintergrund werden die Märkte genau beobachten, wie die Fed die jüngsten Daten – insbesondere zum Arbeitsmarkt – interpretiert und ob sich ihre Inflationsprognose in Reaktion auf die Entwicklungen in der Handelspolitik verändert.
Der Fed-Präsident Jerome Powell wird mit Fragen zu seiner Amtszeit im Zusammenhang mit jüngsten Auseinandersetzungen mit Präsident Trump rechnen müssen. Wir erwarten, dass er in diesem Zusammenhang die Unabhängigkeit der Fed und sein Engagement für die Erfüllung ihres Mandats betonen wird.