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US-Notenbanksitzung im Mai: Abwartend aufgrund gestiegener Unsicherheiten

... von Christian Scherrmann, Chefvolkswirt USA, DWS



Wie erwartet, hat die Fed die Zinssätze bei 4,25 Prozent bis 4,5 Prozent unverändert belassen, da "die Unsicherheit über den wirtschaftlichen Ausblick weiter zugenommen hat" und "die Risiken höherer Arbeitslosigkeit und Inflation gestiegen sind".

Fed-Vorsitzender Powell wiederholte im Wesentlichen, was bereits bekannt ist: Die Zentralbanker haben es mit der Anpassung der Geldpolitik nicht eilig und sind gut positioniert, um auf alle Eventualitäten reagieren zu können. Bezüglich der Zölle sagte Powell, dass das derzeitige Niveau der Zölle - wenn es wie angekündigt beibehalten wird - wahrscheinlich zu höherer Inflation, geringerem Wachstum und höherer Arbeitslosigkeit führen wird.

Wie wir erwartet hatten, dürfte die abwartende Haltung wahrscheinlich weiterhin die dominierende Strategie bleiben. Die US-Notenbank ist zuletzt erneut unter Kritik geraten, Fehler aus der Pandemie zu wiederholen und zu lange mit einer Anpassung der Geldpolitik zu zögern. Wir glauben, dass die US-Volkswirtschaft dieses Mal nicht einem ähnlichen Angebotsschock ausgesetzt sein wird - ganz zu schweigen von übermäßiger Nachfrage durch fiskalische Unterstützung. Wir gehen davon aus, dass die Fed in einer falkenhaften Pause bleiben wird, zumindest bis zwei Bedingungen erfüllt sind: Erstens, dass die Zölle tatsächlich keinen Zweitrundeneffekt abseits der erwarteten Preisniveauverschiebung haben und, zweitens, dass sich Nachfrage und Arbeitsmärkte ausreichend abschwächen, um disinflationäre Erwartungen zu formulieren.

 

Veröffentlicht am: 09.05.2025

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