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Montag, 22. Oktober 2018
   
 

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Alentejo – unbekanntes Portugal

Ein ultimativer Guide



Alentejo liegt im Süden Portugals, zwischen dem Fluss Tejo und der Algarve. Im Osten grenzt die Region an Spanien, im Westen an den Atlantischen Ozean.

Es handelt sich um eine ausgedehnte, im Wesentlichen ländliche und dünn besiedelte Region, die ein Drittel des gesamten portugiesischen Festlands einnimmt. Die Schönheit der Landschaft und die Qualität des archäologischen, architektonischen und ethnographischen Erbes verleihen der Region ihren außergewöhnlichen Charme. Außerdem sorgen die Küche und Weine Alentejos für einen einmaligen kulinarischen Genuss.

Die Region Alentejo nimmt eine Fläche von 27.000 km² ein und hat etwa 500.000 Einwohner. Die Bevölkerungsdichte ist gering und schwankt zwischen sechs und fünfzig Einwohnern pro Quadratkilometer. Optimal für alle, die es gerne ruhig und beschaulich haben.

In Alentejo herrscht vorwiegend Kontinentalklima mit mediterranen Merkmalen. Die Sommer sind heiß und trocken, die Winter nass und kalt. Im Frühling und Herbst sind die Temperaturen moderat. Die durchschnittliche Tiefsttemperatur in den kältesten Monaten Dezember und Januar beträgt 6ºC, die durchschnittliche Höchsttemperatur im Juli und August, liegt bei 30ºC. Zu diesen Durchschnittswerten gehören im Winter Tage mit Temperaturen um die 0ºC, sowie an den heißesten Sommertagen bis hin zu 40 ºC. Die Unterschiede in der Tagestemperatur im Sommer sind beträchtlich und können bis zu 15 ºC variieren. In den Küstengebieten können die Temperaturen, aufgrund der Nähe zum Meer leicht abweichen. Im Winter sollten Sie sich gut einwickeln, während für den Sommer leichte Kleidung und eine Jacke für den Abend empfohlen wird. Sonnenbrillen und ein guter Sonnenschutz sind zu jeder Jahreszeit ratsam.

Damit Sie keinen Aspekt der tausendjährigen Geschichte verpassen, ist es hilfreich, dass Sie eine Vorstellung von den verschiedenen Epochen haben, die die ländlichen und städtischen Landschaften des Alentejo geprägt haben. Die Jungsteinzeit (Neolithikum) hat beeindruckende Grabbauten in Steinform hervorgebracht. Außerdem sind sowohl die römische, wie die arabische Besatzungszeit von großer Bedeutung. Ihnen verdankt die Region vieles an materiellem, wie immateriellem Kulturerbe. Während der sogenannten christlichen Rückeroberung wurde Portugal als Nation geboren. Aus dieser Zeit stammen meist auch die Burgen und historischen Zentren mit mittelalterlichem Flair.

Schlösser und Burgen

In der Landschaft vom Alentejo finden sich überall Burgen, Festungen, Wachtürme und befestigte Städte wie Dörfer, die von der bewegten Geschichte des Landes zeugen. Für Interessierte gibt es eine scheinbar endlose Liste von Burgen und Festungen, von denen jede ihre ganz eigene Geschichte hat:

- Im Norden Alentejos befinden sich Amieira do Tejo, Nisa, Belver, Castelo de Vide, Marvão, Portalegre, Alegrete, Alter do Chão, Cabeço de Vide, Avis, Arronches, Ouguela, Campo Maior und Elvas.

- Im Zentrum der Region liegen Montemor-o-Novo, Arraiolos, Évora, Evoramonte, Estremoz, Veiros, Borba, Vila Viçosa, Juromenha, Alandroal, Redondo, Terena, Monsaraz, Mourão, Portel und Viana do Alentejo.

- Und im südlichen Alentejo sollte man sich Beja, Alvito (heute eine Pousada), Moura, Noudar, Serpa und Mértola nicht entgehen lassen.

- Alcácer do Sal (heute eine Pousada), Santiago do Cacém, Sines, Pessegueiro und Vila Nova de Milfontes befinden sich an der Küste der Region

Wer die militärische Architektur zu schätzen weiß, sollte die imposanten Wehrtürme in Beja und Estremoz besuchen, die beide aus dem 13. und 14. Jahrhundert stammen. Die Kapelle Nossa Senhora da Boa Nova in Terena bietet zudem eines der ungewöhnlichsten Festungsmonumente Portugals. Elvas, das als Grenz- und Garnisonsstadt gilt, ist dank seiner Befestigungsanlagen zum Teil des UNESCO Weltkulturerbes ernannt worden. Auch die befestigte Bergstadt Marvão ist sehr zu empfehlen.

Das Klosterambiente


Alles beginnt zur Zeit der Rückeroberung, als Könige und militärische Orden sich zusammenschlossen, um die Besetzung der "Ungläubigen" zu beenden. Von den Ursprüngen der Nation bis zum 19. Jahrhundert, zuerst unterstützt vom Militär, dann durch die nicht immer pazifistische Mission zur Zivilisation, Evangelisierung, Erziehung und, in den dunklen Zeiten der Inquisition, zur Verteidigung des orthodoxen katholischen Glaubens, hat der Klerus stets eine wichtige Rolle in der portugiesischen Geschichte gespielt. Die Kirche und die Ordensleute waren jahrhundertelang die wichtigsten Grundbesitzer der Region.

Im 19. Jahrhundert kam es zu einem großen geschichtlichen Wandel: Die religiösen Orden in Portugal wurden per Dekret aufgelöst und ihre Güter und Besitztümer entweder vom Staat übernommen oder durch öffentliche Versteigerung an wohlhabende Familien verkauft. Einige Kloster wurden zu Museen umgewandelt, wie das Convento de S. Domingos in Montemor-o-Novo, das Convento da Conceição in Beja und das Convento de S. Francisco in Mértola. Aus anderen wurden Hotels oder die, für Portugal so bekannten Pousadas. Es ist diese Geschichte, die es uns heute in Alentejo erlaubt, das Ambiente ehemaliger Klöster zu genießen. Die Beispiele sind vielfältig: in Crato das Mosteiro da Flor da Rosa, in Redondo das Convento de S. Paulo, in Arraiolos das Convento de Nossa Senhora da Assunção, in Évora das Convento dos Lóios und das Convento do Espinheiro, in Vila Viçosa das Convento das Chagas, in Beja das Convento de S. Francisco.

Alentejo ist Natur

Alentejo bietet sich für Aktiv-und Naturtourismus an. Die Schönheit der Landschaft lädt zu Wanderungen oder Ausritten ein. Auch Fahrradtouren sind trotz fehlender Radwege auf den estradas municipales – den hiesigen Landstraßen – kein Problem. Die Flüsse, Stauseen und nicht zuletzt das Meer eignen sich hervorragend für jegliche Aktivitäten in und auf dem Wasser. Zudem sind die Strände von höchster Qualität. Und der Himmel, mit diesem fantastischen Klima, ist ideal für Fallschirmspringen, Paragliding, Ballonfahren und Ultraleichtflüge.

Diejenigen, die gerne unabhängig reisen und Abenteuer schätzen, sind in dieser noch wenig touristisch entwickelten Region richtig. Hier lässt sich eine eigene Erkundungstour mit der Teilnahme an organisierten Ausflügen gut verbinden. Das Angebot der lokalen Unternehmen ist breit gefächert: Es umfasst Ausflüge zu Fuß, mit dem Mountainbike, im Geländewagen und zu Pferd. Außerdem werden Aktivitäten wie Klettern, Kanufahren, See- und Flusskreuzfahrten, Beobachtung von Flora und Fauna, Surfen, Windsurfen, Tauchen, Segeln, Sportfischen und Golf angeboten. Einige Hotels und Pousadas bieten direkt naturtouristische Aktivitäten an. Dank der sehr hohen Qualität der Unterkünfte und Restaurants sowie der umliegenden Natur ist der Alentejo zunehmend auch für Incentive-Reisen interessant.

Empfehlenswert ist sich den recht unbekannten Fluss Tejo zu erschließen. In der Region Nisa werden entlang des Tejo viele Wanderungen angeboten. Die Beschilderung ist einfach verständlich. Wenn Sie nur wenig Zeit haben, empfehlen wir Ihnen folgende Touren: PR1, "Trilhos das Jans" (Der Jans-Trail - beginnt in Amieira do Tejo, 12.6 km, mittlerer Schwierigkeitsgrad); PR8, "Trilhos do Moinho Branco" (der weiße Mühlenweg - beginnt in Montalvão, 14 km, mittlerer Schwierigkeitsgrad); und PR4, "Trilhos do Conhal" (der Conhalweg - beginnt in Arneiro, 9,8 km, mittlerer Schwierigkeitsgrad). Diese Strecken sind heute unter dem Namen Alentejo Feel Nature bekannt. Letzterer ist ideal, um die Mina de Ouro Romana do Conhal (römische Goldmine), eine ausgedehnte Terrassenanlage aus Kieselsteinen, die von der Goldförderung zeugt, die hier im römischen und mittelalterlichen Zeitalter stattfand, zu besuchen. Dieser Ort ist Teil der geologischen Denkmäler, die im GeoPark Naturtejo, einem von 30 europäischen "Geoparks", die von der UNESCO klassifiziert wurden, zusammengeführt werden.

Liebhaber von Festungen, wunderschönen Aussichten und Kanufahrten sollten einen Abstecher nach Belver machen. Von der Spitze dieses Schlosses aus hat man einen außergewöhnlichen Panoramablick über den Tejo. Auf dem weiteren Ufer befindet sich der Praia Fluvial (Flussstrand) da Quinta do Alamal. Dort finden sich unter anderem ein Kanuverleih und andere Bootsaktivitäten. Hier ist das Wasser ruhig, bewahrt von einem der ältesten Staudämme Portugals. Verpassen Sie nicht den herrlichen 2 km langen Percurso ribeirinho (Flussausflug), der mit Holzpfählen zwischen der Brücke und der Quinta do Alamal angelegt wurde. Darüber hinaus sollten Sie einen Tag für eine Zugfahrt auf dem Abschnitt der Linha da Beira zwischen Belver und Fratel einplanen.

Die Flora im Naturpark der Serra de Saõ Mamede ist beeindruckend. Aus geologischer Sicht ist sie besonders interessant und lenkt die Aufmerksamkeit des Besuchers sofort auf die imposanten Quarzite, die in bizarren Skulpturen die Landschaft prägen. In der nördlichen Zone teilen sich Kastanien und Pyrenäeneichen das Gebiet mit Kork- und Steineichen. Außerdem finden sich Weinberge und Olivenhaine, die entlang sanfter Hänge wachsen. Hier finden sich auch die sogenannten Montes – traditionelle Farmen, die an Eichenwäldern und Weideland angrenzen und deren Bewohner von der Korkenernte leben.

Um den Naturpark zu erkunden, werden fünf Wanderwege empfohlen, auf denen man die abwechslungsreiche Pflanzenwelt bewundern und seltene Raubvögel wie den Gänsegeier, den Schwarzmilan und den Bonelli-Adler, das Symboltier des Parks, beobachten kann. Mit etwas Glück lassen sich auch Rothirsche und Wildschweine, sowie Füchse, Wildkatzen und Dachse beobachten. Wer einen Ausflug hierher plant, sollte sich einen Plan des Parks besorgen. Diese sind in der Quinta dos Olhos d'Águia, dem Hauptquartier des Parks (S. Salvador de Aramenha) und in den Tourismusbüros in Marvão und Arronches erhältlich. Die Ausflüge nach Marvão (8 km), Galegos (11,5 km), Alegrete (11 km) und Esperança (16 km) sind für jeden mit guter körperlicher Verfassung machbar. Die letzten beiden Routen können auch mit dem Mountainbike befahren werden.

SERRA D’OSSA UND DIE MARBLE
Die Hügelkette der Serra d'Ossa, die knapp 650 Meter hoch ist, bestimmt den Hauptteil des Hochlandes im zentralen Alentejo. Sie ist NW-SO orientiert und liegt in der Nähe der Gemeindebezirke Estremoz, Borba und Redondo. Von seinen Hängen aus fließen die Bäche, die auf der einen Seite das Guadiana-Becken und auf der anderen Seite das Tejo-Becken speisen. Im Gegensatz zu dem hier vorliegenden Relief, im Wesentlichen Schiefer, erstreckt sich die sogenannte Marmorzone auf einer Achse, die Estremoz, Borba, Vila Viçosa und Alandroal verbindet.

Bei dieser landschaftlichen Vielfalt und dem Reichtum an Kulturerbe ist das Reisen in dieser Region ein absolutes Muss. Wir bieten Ihnen zwei Vorschläge an: Bei dem ersten, fährt man mit dem Fahrrad oder mit dem Auto durch die Marmorzone; der zweite führt auf ausgeschilderten Wanderwegen durch die Serra d'Ossa. Die erste Route verbindet Borba, Vila Viçosa und Bencatel und führt zu den riesigen Kratern, die durch den Marmorabbau entstehen. Als Ergänzung ist das Marmormuseum in Vila Viçosa zu empfehlen.

Weniger bekannt ist das Gebiet der Serra d'Ossa. In den 1960er Jahren wurde hier die größte zusammenhängende Eukalyptusfläche Portugals (6.000 Hektar) angepflanzt. Einige Teile bestehen jedoch auch aus dem, für die Gegend so bekannten Montado (Korkeichenwald und Weide). Außerdem finden sich Büsche aus Zistrosen, diverse Stechginsterarten und Lavendel. Obwohl diese mediterranen Oasen an verschiedenen Stellen der Serra zu finden sind, ist der einfachste Weg, sie für sich selbst zu entdecken, per Wanderung. Wir empfehlen den "Percurso das Antas" (Dolmenexkursion), 5.9 km, leicht, mit Abfahrt und Rückkehr im Dorf Freixo (Redondo). Außerdem den "São Gregório - Memórias da Aldeia", 5 km, leicht, mit Abfahrt und Rückkehr in Aldeia de S. Gregório (Borba). Sie sind sowohl landschaftlich als auch archäologisch interessant.

Die Achse Évora - Montemor-o-Novo ist nicht nur von unschätzbarem Wert für ihr Erbe, sondern bietet auch hervorragende Voraussetzungen für den Naturtourismus. Das Angebot an organisierten Aktivitäten ist beachtlich, auch wenn einige von ihnen auf eine Mindestteilnehmerzahl (in der Regel 4 bis 10) beschränkt sind. Auf eigene Faust können Sie die "Ecopiste" machen – ein Weg, der aus dem Umbau eines Teils der Bahnstrecke von Évora nach Mora entstanden ist. Sie beginnt in Évora und erstreckt sich über 21 Kilometer bis zur Herdade da Sempre Nova. Der Ausflug kann zu Fuß oder mit dem Fahrrad unternommen werden.

Die Exkursion Água da Prata folgt einem Teil des Aquädukts Évoras, das noch heute Wasser in die Stadt transportiert. Es wurde im 16. Jahrhundert erbaut und seit dem 18. Jahrhundert umgebaut und verbessert. Die Route, die sowohl aus historischer als auch aus ökologischer Sicht sehr interessant ist, beginnt auf der Straße Évora - Arraiolos und erstreckt sich über etwa 8 Kilometer.

Der Naturpark des Guadiana-Tals mit einer Fläche von ca. 70.000 Hektar erstreckt sich zwischen dem Gebiet oberhalb des Wasserfalls Pulo do Lobo und dem Ribeira do Vascão im Süden von Mértola. Es umfasst Landschaften, die sich stark voneinander unterscheiden: die eingeschlossenen Täler des Flusses und seiner Nebenflüsse, die Quarzit-Höhen der Serra de Alcaria und der Serra de São Barão und eine ausgedehnte Ebene, in der trockene Landbäume wachsen - Montados (Korkeichenwald und Weide) aus Steineichen und Zistrosen. In den steilsten Teilen der Serras und Flusstäler, die quasi unberührt sind, findet man heute noch die sogenannte mediterrane Macchie - Gebiete mit immergrünen Sträuchern und kleinen Bäumen. Kurz gesagt, wir befinden uns in dem Teil des Alentejo, der die unwirtliche Schönheit des Südens am besten zum Ausdruck bringt.

Das städtische Zentrum Mértolas grenzt an den Park. Lokale Unternehmen bieten Ausflüge zu Fuß oder mit dem Fahrrad an. Außerdem können Kanufahrten und Ausflüge mit Motorbooten für den gesamten schiffbaren Abschnitt des Flusses, der sich zwischen Mértola / Pomarão und Vila Real de Santo António erstreckt, gemacht werden.

Mit der Informationsbroschüre, die Sie im Fremdenverkehrsbüro erhalten, erreichen Sie sämtliche Orte, ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto. So verpassen Sie keinen der landschaftlichen Höhepunkte, wie bspw. das Moinho dos Canais, die Azenhas de Mértola oder den kleinen Fischerhafen Penha d'Águia. Überdies empfehlen wir den Wasserfall Pulo do Lobo und die Verbindung von Mina (Mine) de S. Domingos und Praia Fluvial (Flussstrand) da Tapada Grande. Außerhalb des Naturparks lohnt sich auch der Besuch des wunderschönen Flusses, der sich stromaufwärts zwischen dem Wasserfall Pulo do Lobo und dem Wehr Açude de Pedrógão erstreckt. Die Zufahrt zum Pulo do Lobo ist auf der Straße Mértola - Serpa am östlichen (linken) Ufer, neben dem Dorf Vale do Poço, und auf der Straße Mértola - Beja am westlichen (rechten) Ufer, ab Corte Gafo, ausgeschildert.

Wenn Sie schon vor Ort sind, sollten Sie sich einen Besuch im historischen Zentrum von Serpa nicht entgehen lassen. Probieren Sie dort unbedingt den berühmten Schafskäse der Region.

Es ist immer wieder faszinierend, diesen zum Meer hin offenen Teil des Alentejo zu entdecken. Von den Sümpfen, die an die Sado-Mündung grenzen, erstreckt sich eine riesige Küstenlinie, die vom Point of Troia bis zum Kap von Sines einen ununterbrochenen Strand bildet. Im Landesinneren, wo das üppige Grün der Hügel der Serra de Grândola hervorsticht, befinden sich Kork-Eichen-Montados neben Pinienwäldern, die Flüsse bleiben als schöne Stauseen erhalten und der Wasserreichtum sorgt für ausgedehnte Reisfelder. Dann verändert sich die Landschaft schlagartig.

Südlich von Sines haben die wunderlichsten Phantasien der geologischen Zeit das Meer und den Wind zu ihren Meißeln gemacht, Klippen ausgehöhlt, Schieferblöcke verzerrt, Dünenbänder an den Stränden angelegt, die Strände in kleinen und geheimen Buchten angelegt und wieder freigelegt, neue Konturen für die Vegetation definiert, die Küstenebene getempert, Nahrung für Algen, Fische und Reptilien bereitgestellt.

Insgesamt gibt es drei Schutzgebiete: das Naturschutzgebiet der Sado-Mündung, das Naturschutzgebiet der Seen von Santo André und Sancha und das Naturschutzgebiet des südwestlichen Alentejo und der Vicentina-Küste.

Zu den von lokalen Unternehmen organisierten Ausflügen gehören auch Programme an Land, die denen im gesamten Alentejo ähneln - zu Fuß, mit dem Mountainbike, mit dem Geländewagen und zu Pferd kann hier die Gegend erkundet werden. Außerdem werden eine Reihe von Aktivitäten auf Flüssen und auf dem Meer angeboten. Ausflüge auf den Galeões do Sal ("Salzgaleonen") auf dem Fluss Sado, Beobachtung von Delphinen und Flamingos, Boots- und Kanufahrten auf dem Fluss Mira, Hochseefischen mit dem Boot, Kreuzfahrten, Tauchen (Kurse, Freiwasser, Unterwasserjagd), Surfen, Windsurfen, Kitesurfen und Bodyboarden – all das wird hier angeboten. Einige der Unternehmen vermieten Mountainbikes, Motorboote, Kanus und Kajaks.

Selbstständig reisen

Wir bieten Ihnen hier einige Vorschläge, die in zwei geographische Gebiete unterteilt sind.
Wenn Sie mit dem Fahrrad unterwegs sind, beachten Sie, dass die Wege an den Küstenklippen sehr sandig sind: Wählen Sie Nebenstraßen oder gut verdichtete Feldwege.

Wir beginnen bei Alcácer do Sal, der Salatia der Römer, die für diejenigen, die von Lissabon über die A2 kommen, eine wunderschöne Einfahrt ist, durch die man in das Küstengebiet von Alentejo gelangt.

Die Stadt hat ein historisches Zentrum, das sich zwischen dem Fluss und der Burg windet. Nachdem Sie den Panoramablick über den Fluss genossen haben, unternehmen Sie eine Fahrt mit dem traditionellen Segelboot Galeão do Sal auf der Suche nach Delfinen und Flamingos. Bevor Sie sich auf den Weg zur Küste machen, sollten diejenigen, die sich für traditionelle ländliche Architektur interessieren Santa Susana besuchen, ein Dorf mit typisch alentejanischen Reihen von niedrigen, weiß getünchten Häusern.

Der kuriose Fischerhafen Porto Palafítico (palaphytisch = auf Stelzen stehend) da Carrasqueira, der an der Mündung des Flusses gelegen ist, lohnt ebenfalls einen Besuch. Er ist auf einem labyrinthischen System von Pfeilern erbaut und bietet eine gute Aussicht über die Sümpfe. Auf dem Weg nach Comporta, dem Land der Reisfelder, sollten Sie einen Abstecher zur Halbinsel Tróia machen, von wo aus man einen tollen Panoramablick über die Serra da Arrábida genießen kann. Die Strände sind bei Windsurfern sehr begehrt. Auf dieser Halbinsel beginnt der ausgedehnte Strand - Costa da Galé genannt, und setzt sich ungebrochen bis zum Kap von Sines fort. Es ist ein Gebiet mit ausgezeichneten Bedingungen fürs Windsurfen und Bodyboarden, wie erfahrene Surfer, die immer an den Stränden von Comporta und Carvalhal zu finden sind, bezeugen. Auch die einladenden und geschützten Strände von Pinheirinho, Galé und Aberta Nova, die von wunderschönen Klippen umgeben sind, sollten Sie sich nicht entgehen lassen.

Wenn Sie den Ruf des Landesinneren spüren und ein Liebhaber langer Spaziergänge sind, bieten sich Ihnen viele Möglichkeiten zwischen Grândola, Santiago do Cacém und Lagoa de Santo André. Von Lagoa de Santo André aus sollten Sie einen Blick auf die fantastischen Dünen von Praia do Monte Velho werfen. Von diesem Strand aus gibt es einen Ausflug von großem ökologischem Interesse: "Poços da Barbaroxa" (4 km, niedriger Schwierigkeitsgrad). Es ist ratsam, sich von einem Führer begleiten zu lassen. Die Reservierung kann über das Centro de Interpretação do Monte do Paio erfolgen. Hier bekommen Sie sämtliche Information über den Naturpark und können sich die Dauerausstellung über das Naturerbe des Naturschutzgebietes anschauen. Von diesem Zentrum aus gibt es den ausgeschilderten "Percurso da Casa do Peixe" (4 km, niedriger Schwierigkeitsgrad), der ohne Führer bewältigt werden kann. Machen Sie den Spaziergang nicht zwischen Dezember und April, da sich Teile des Sees ausbreiten können. Vor dem Kap von Sines, wenn Sie die raue See betrachten möchten, sollten Sie einen Abstecher nach Praia do Norte machen. Die starke Strömung und die gefährlichen Tiefen raten vom Baden ab, aber es gibt reiche Fischschwärme in den Unterwasserhöhlen, die Taucher anziehen. Um wieder zum Strand zu gelangen, ist es notwendig, das Kap zu umrunden.

Sines - Land des Vasco da Gama: Gehen Sie ohne Eile in diesen alten Fischerhafen, fahren Sie durch die mittelalterlichen Straßen des historischen Zentrums und besuchen Sie das Herzstück des historischen Erbes. Weiter südlich erreichen wir die Zone von Vila Nova de Milfontes, zuerst mit dem Strand von Malhão und dann mit dem Portinho do Canal. Der Fluss Mira kann mit dem Kanu oder Motorboot bis nach Odemira befahren werden. Einige Kilometer weiter befindet sich der Praia do Almograve, der als einer der schönsten im Südwesten des Alentejo gilt. Er verfügt über ausgezeichnete Bedingungen zum Surfen und Bodyboarden. In der Stadt ist ein Spaziergang ausgeschildert: PR1, "Lapa de Pombas" (8,9 km, niedriger Schwierigkeitsgrad, Dauer ca. 3,30 Stunden).

Die Schönheit dieser Küste verdient, dass man sich für sie Zeit nimmt. Außerdem befindet sich in der Nähe ein fantastischer Aussichtspunkt: Cabo Sardão. Für Vogelbeobachter ist dieser Ort doppelt interessant: Dies ist der einzige Ort auf der Welt, an dem der Weißstorch auf Meeresklippen nistet. Von dort aus schlendern Sie ein wenig entlang der Klippenspitze. Es ist ein schillerndes Erlebnis, und wenn Sie möchten, können Sie von hier aus zu Fuß oder mit dem Mountainbike nach Zambujeira do Mar.

Einen Abstecher wert ist Odemira, eine weiße Stadt, die in einer Kaskade über dem Fluss Mira hängt. Von Odemira oder Vila Nova de Milfontes aus gibt es zwei weitere Wanderungen, die Sie unternehmen können: PR2, "S. Domingos" (beginnend im Dorf S. Luís, 8,1 km, mittlerer Schwierigkeitsgrad) und PR3, "Troviscais" (beginnend im Dorf Troviscais,
13,5 km, mittlerer Schwierigkeitsgrad). Wieder zurück an der Küste ist das nächste Ziel Zambujeira do Mar. Neben dem Strand in der Nähe der Stadt, mit schönen Lokalitäten und guten Möglichkeiten zum Surfen und Bodyboarden, gibt es noch anderes zu entdecken: Im Norden sollten Sie unbedingt einen Blick auf die Praia de Nossa Senhora werfen. Im Bereich des Fischereihafens von Entrada da Barca, in der Nähe von Touril, wo man guten frischen Fisch essen kann, findet man Pfade über die Klippen, die weit unten kleine versteckte Strände offenbaren. Im Süden sind es knapp 500 Meter bis zum Praia dos Alteirinhos, der seit 2008 ein FKK-Strand ist. Wenn Sie mit Familie reisen und einen Strand nutzen möchten, gibt es in Praia do Carvalhal gute Sandstrände, die von Brejão aus leicht zu erreichen sind. Von diesem Dorf aus führt die Straße zum Fischerhafen Azenha do Mar, im äußersten Südwesten des Alentejo.

Es ist ein offener Raum, der kein Ende zu haben scheint. Es sind Farben und Gerüche, die aus der Erde hervorbrechen. Es ist der unverkennbare Umriss der ländlichen Architektur, der sich in den "Montes" (Bauernkomplexen) der großen Gutshöfe, in den ältesten Häuserreihen der Städte, den Dörfern oder Kapellen wiederfindet. Es ist das, was sich aus der Art und Weise des Seins und Handelns ergibt, aus den Künsten und Fertigkeiten, die bewahrt und erneuert werden, aus der Tradition, die gepflegt und neu geschaffen wird, aus dem "Chorgesang", den nur die Alentejaner mit Leib und Seele singen können.

Durch den nicht immer positiven Wandel ihrer Geschichte hat diese Region das bewahrt, was ihr heute einen Wert voller Zukunftsversprechen verleiht: die Kleinheit und Umweltqualität ihrer städtischen Zentren, die menschliche Dimension, die Stille, die Ruhe, die Freiheit, die Frische der Luft, die wir atmen.

Um den Alentejo gut kennenzulernen, sollten Sie es zu jeder Jahreszeit besuchen. Die Landschaft verändert sich im Laufe des Jahres stark und die interessantesten Aktivitäten auf dem Land sind saisonal bedingt. Der September ist die Zeit der Weinlese und der Weinbereitung. Das sieht man an jeder Straße, auf der es Weinberge gibt.

Empfehlenswert ist, eine organisierte Weintourismustour zu machen: Hier lernt man die Fertigkeiten zu verstehen, kann am Prozess teilnehmen und gleichzeitig die Weine der vergangenen Jahre verkosten.

Im Oktober kann man spazieren gehen, um sich vom Farbenspiel der Kastanienbäume verzaubern zu lassen. Genießen Sie die Sonne des sogenannten "Sommers der Quitten" und fragen Sie Ihre Gastgeber, ob Sie an der Herstellung der hausgemachten Quittenmarmelade teilnehmen können. Im November probieren Sie den neuen Wein am St. Martinstag (11. November). Es ist eine ausgezeichnete Zeit, um Festivals in den Ortschaften Marvão, Cabeção, Borba oder Vila de Frades zu besuchen.

Zwischen November und Januar beobachten Sie die traditionelle Ernte der Oliven. Im Frühling ist die Landschaft mit Tausenden und Abertausenden von Wildblumen übersät, die für Fotografen unerschöpfliche Motive bieten. Und wenn die erste Hitze eintrifft, beginnt die Schafschur. Am Himmelfahrtstag (Donnerstag) nehmen Sie an dem Ritual Dia da Espiga (Ähre aus Weizen, Gerste usw.) teil. Schließen Sie sich den Menschen an, die aufs Land gehen, und stellen Sie einen Strauß zusammen, wie es die Tradition vorschreibt: 5 Ähren vom Weizen, 5 Mohnblumen, 5 Olivenzweige, 5 weiße Ringelblumen und 5 gelbe Ringelblumen. Hängen Sie den Strauß für ein Jahr vor Ihre Haustür, in dem Glauben, dass er Ihnen und Ihrer Familie Brot, Frieden und Glück bringen wird.

Plötzlich erobern Gelb und Gold die Landschaft. Im Juni und Juli findet die Getreideernte statt, eine Zeit, in der man sich das Leben der Männer und Frauen vorstellen kann, die vor Jahren von Hand von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang das getan haben, was heute mit Mähdreschern und Pressen geschieht. Anschließend werden Sie den Gesang von Alentejo besser verstehen, wenn Sie ihn hören. Aber es ist nicht nur das Gelb der Trockenheit, das man auf dem Land sehen kann: In den Sommermonaten sieht man das leuchtende Gelb der Sonnenblumen- und Lupinenfelder, das üppige Grün der Reben und um die Stauseen herum, die das Innere des Alentejo bewässern, die kräftigen Farben von Mais und Gartenbauflächen. Im Sado-Tal ist es eine ausgezeichnete Zeit, um die Reisfelder und darüber die rosa und weißen Flamingos im Flug zu sehen.

Im Juni und Juli und manchmal auch im August sollte man sich den Korkenschnitt und die überraschend orangefarbene Farbe der nackten Stämme nicht entgehen lassen, die plötzlich den Montado erhellen. Da die Rinde der Korkeiche nur alle neun Jahre entfernt werden kann, fragen Sie in Ihrer Unterkunft, wo Sie diese Aktivität beobachten können. Zu jeder Jahreszeit, wann immer Sie in der Luft den starken Geruch von verbranntem Holz vernehmen, schauen Sie sich die traditionellen Öfen an, die Holzkohle aus Steineichen und Olivenholz herstellen.

Wenn Sie an der Küste sind, besuchen Sie einen Fischerhafen. Hier, wie auch in der übrigen Welt, sind die Fischer mutige Menschen und wagen sich nur dann nicht aufs Meer hinaus, wenn sie daran gehindert werden. Gehen Sie und beobachten Sie, wie sie sich auf die Suche nach allem begeben, was die alentejanische Küche der Küste ausmacht, und wenn sie zurückkehren, nehmen Sie an der Fischauktion teil.

Alentejo ist Gastronomie und Weine

Im Alentejo isst und trinkt man sehr gut. Essen, Trinken und Naschen (Petiscos) sind Rituale, Formen der Geselligkeit, der Unterhaltung von Freunden und Gästen, des Feierns. Es ist üblich zu sagen, dass in einem echten Alentejan-Haus, ob reich oder arm, der Tisch immer gedeckt ist. Und diese Wahrheit verleiht der Gastronomie und den Weinen einen ganz besonderen Geschmack. Sie sind Teil des authentischsten Alltagslebens der Region.

Damit Sie die verführerischen gastronomischen Erlebnisse, die Ihnen diese Region zu bieten hat, in vollen Zügen genießen können, empfehlen wir Ihnen, mit drei Ideen im Gepäck zu reisen. Erstens genießen Sie Ihren Urlaub im Alentejo, indem Sie die ältesten Essgewohnheiten wieder aufleben lassen: frische Produkte in der richtigen Jahreszeit, wenn der Geschmack in seiner ganzen Pracht zum Ausdruck kommt.

Im Winter schmecken Sie frisches Schweinefleisch; zwischen Winter und Frühling, je nachdem, ob es früh oder spät regnet, die raffinierten Suppen aus Disteln, Carrasquinhas (ein Strauch), Bohnen mit gewöhnlichem Ampfer oder Blut-Ampfer, wildem grünem Spargel mit Eiern, Trüffeln, Silarca (braune Gurumelo-Pilze), die über Holzkohle gegrillt und nur mit gemahlenem Salz gewürzt werden; zu Ostern, Sarapatel de Borrego (Herz, Lunge und Leber), Hüttenkäse und Quark-Törtchen; am Ende des Frühlings und im Sommer die Gerichte aus Saubohnen, der Gazpacho, die Tomatengerichte, die Portulaksuppen, der Schwarzbarsch; Anfang Oktober die Wildgerichte.

Wenn Sie mit den Jahreszeiten essen, ist der Unterschied groß - Sie erleben Gerichte, die immer wieder anders sind und werden überrascht sein, wie unendlich und vielfältig die traditionelle Küche hier ist. Wichtig ist, dass Sie diese Erfahrungen am richtigen Ort machen. Gibt es irgendetwas, das mit einem guten Fisch auf dem Gitter mithalten kann, der über einem Strand mit Blick auf das Meer gegrillt wird? Ein raffiniertes Wildgericht, während das Licht des Herbstes sanft in die Wälder des Montado eindringt?

An der Küste ist es offensichtlich. Von Troia bis zum Hafen von Azenha do Mar ist Alentejo reich an Meeresfrüchten (die Percebes (Entenmuscheln) des Südwestens sind ausgezeichnet!), an Tintenfischen und Oktopussen, an Fischen wie Goldbrassen, Steinbarschen, Seebarschen, Makrelen und Sardinen. Und neben dem herkömmlichen, trotzdem köstlichen, gegrillten und pochierten Fisch gibt es auch Gerichte, die für diese Zone charakteristisch sind: die Massinhas de Peixe (Fisch mit Nudeln), die Arrozes de Camarão, de Choco e de Navalhinha (Garnelen, Tintenfische, Rasiermuscheln mit Reis), die Fischsuppen und die Fischgerichte. Hundshai-Eintopf ist gang und gebe: Er steht auf den Speisekarten fast aller Restaurants. Nicht verpassen sollten Sie den Aaleintopf von Lagoa de Santo André, die Neunaugen des Tejo (Nisa und Gavião) und des Guadiana (Mértola), den Schwarzbarsch, gebraten oder gegrillt, den Sie in Odemira und an mindestens zwei Orten finden, an denen sie Angelwettbewerbe veranstalten - in der Alqueva-Zone und am Raia-Fluss in der Nähe von Cabeção.

Probieren Sie überall wo es frischen Flussfisch gibt die saftigen Caldeiretas, Eintöpfe mit Barben, Schwarzbarschen und Karpfen, die mit Lorbeer, Polei und Wasserminze gewürzt sind. Der Alentejo ist eine der Regionen der Welt, in denen noch freies Weiden möglich ist. Es gibt keinen Platzmangel. Die Herden grasen auf dem Land, die Schweine leben in den Korkeichen und Steineichenwäldern, die Eicheln liefern, und die Kühe und Stiere grasen ruhig auf den Wiesen der großen Ländereien. Es gibt verschiedene Produzenten in der ganzen Region, die in die Zertifizierung ihrer Produkte investiert haben und heute mit Stolz die verschiedenen Qualitätsbezeichnungen, die ihrem Fleisch zugeschrieben werden, ausstellen.

Die müssen Sie probieren: das Borrego (Lamm) von Montemor-o-Novo, von Baixo Alentejo und von Nordeste Alentejano, allesamt IGP - Indicação Geográfica Protegida (PGI - geschützte geografische Angabe); das Bovino (Rindfleisch) Carnalentejana, Mertolenga und da Charneca, alle DOP - Denominação de Origem Protegida (g.U. - geschützte Ursprungsbezeichnung); und der berühmte Porco Alentejano (Schweinefleisch), ebenfalls DOP.

Im Alentejo gibt es mehr als 250 Weinerzeuger mit einer Anbaufläche von 22.000 Hektar. Es gibt zwei Arten von Weiß- und Rotwein: der Vinho Regional Alentejano, der in der gesamten Region produziert wird und Vinho DOC - Alentejo, hergestellt in den acht Regionen, die als geeignet für die Produktion von Weinen mit dem Siegel der Herkunftsbezeichnung Denominação de Origem definiert sind - Portalegre, Borba, Redondo, Reguengos, Vidigueira, Évora, Granja/Amareleja und Moura.

Der Vinho Reserva, der als Spitzenprodukt gilt, kann aus regionalen oder DOC-Weinen entstehen.

Die im nördlichen Teil des Küsten-Alentejo produzierten Weine - Grândola, Alcácer do Sal, Santiago do Cácem und Sines - gehören zur Weinbauregion Setúbal. Es ist also nicht verwunderlich, wenn man auf dem Etikett die Bezeichnung "Vinho Regional - Terras do Sado" sieht. Das DOC-Siegel ist eine Qualitätsgarantie. Doch man muss sagen, dass es auch Alentejan-Weine von höchster Qualität gibt, die nicht mit dem DOC-Siegel ausgezeichnet sind. Die typische Qualität des Weines kommt von verschiedenen Faktoren: Die perfekte Verbindung zwischen den verwendeten Rebsorten und den verschiedenen Bodenarten (Granit in Portalegre, kristalliner Kalk in Borba, mediterranes Grau und Rot in Évora, Granja/Amareleja und Moura, Schiefer in Redondo, Reguengos und Vidigueira); die Tausenden von Sonnenstunden; die Disziplin der Winzer und schließlich die Fertigkeiten, der Önologen Tradition und Moderne miteinander zu verbinden.

Die Weißweine sind aromatisch, frisch, harmonisch und manchmal komplex, das Ergebnis der Mischung der Sorten. Die Rotweine, rubinrot oder granatrot, haben intensive Aromen von gut gereiften roten Früchten und sind glatt, leicht adstringierend, ausgewogen und vollmundig. Obwohl sie mit zunehmendem Alter an Komplexität gewinnen, können sie auch jung getrunken werden. Das große Geheimnis für den vollen Genuss besteht darin, die richtige Wahl zu treffen: welchen Wein man als Aperitif, zu einem guten Käse oder zu einer Mahlzeit trinkt, und umgekehrt, wenn man den Wein zuerst auswählt, welche Leckerbissen man zu ihm reicht.

Im Alentejo gibt es viele Möglichkeiten, die Weine kennenzulernen: In guten Restaurants, in denen Sie sich in die Hände von Kennern begeben können, indem Sie die Adegas (Weingüter) bei Weinverkostungen in Begleitung der Winzer besuchen, die Ihnen gerne alles erklären, was Sie wissen möchten; auf Reisen im Bereich des Weintourismus, die interessante Aktivitäten rund um das Thema Wein organisieren, und schließlich in einigen Beherbergungsbetrieben, die die Gourmet-Gastronomie als Hauptmerkmal haben.

Der Verein Rota dos Vinhos do Alentejo, eine Organisation, über die Besuche bei Adegas und Weinproben gebucht werden können, schlägt verschiedene Ausflüge vor, die auf drei Routen organisiert werden. Produzenten in Portalegre, Benavila (Avis), Casa Branca (Sousel), Monforte und Campo Maior; mit Hilfe der Rota Histórica, in Montemor-o-Novo, Évora, Azaruja, S. Sebastião da Giesteira, Arraiolos, Igrejinha, Estremoz, Arcos, Glória, Borba, Rio de Moinhos, Terrugem, Juromenha, Redondo, Aldeias de Montoito, Monsaraz, Reguengos de Monsaraz, Vendinha und Vera Cruz de Portel; mit der Rota do Guadiana, in Kuba, Vidigueira, Marmelar, Moura, Granja, Ferreira do Alentejo, S. Brissos (Beja), Albernoa und Trindade.

Ergänzend dazu lassen Sie uns einige Vorschläge machen

Man sollte nach Borba fahren, wenn möglich im November, wenn das Festa da Vinha e do Vinho (Fest der Rebe und des Weins) stattfindet. Im Historischen Zentrum gibt es verschiedene "Tasquinhas" (kleine Tavernen/Restaurants), die lokale Produkte anbieten - einige mit riesigen Tontöpfen, in denen früher der Wein hergestellt wurde.

Im Dezember sollte man Cabeção und Vila de Frades besuchen, wenn die Verkostung des neuen Weins von den Produzenten Anlass für ein Fest ist. In Vila de Frades findet im Rahmen der Veranstaltung Vitifrades ein Wettbewerb für lokale "Tontopf"-Weine statt (2. Dezemberwochenende). In dieser Stadt wie auch in zwei anderen nahegelegenen Orten, Vila Alva und Vila Ruiva, wird dieser Wein noch immer nach Methoden hergestellt, die denen der Römer sehr nahe kommen.

Schließlich sollten Sie nicht versäumen, die Enoteca und das Museu do Vinho in Redondo zu besuchen. Beginnen Sie mit dem Museum, das den Vorteil hat, im Fremdenverkehrsbüro untergebracht zu sein, machen Sie einen Ausflug in die Serra d'Ossa, genießen Sie ein köstliches Mittagessen und verbringen Sie den Nachmittag in der Stadt. Besuchen Sie die Töpfereien und die Werkstätten, die rustikale bemalte Möbel herstellen, spazieren Sie durch die Geschichte innerhalb der kleinen mittelalterlichen Cerca (mittelalterliche Mauern) und genießen Sie am Ende des Tages einige Petiscos (Snacks) im gemütlichen Raum der Enoteca. Wenn es eine Show im Kulturzentrum gibt, können Sie bis in die Nacht hinein Live-Musik genießen.

Vervollständigen wir nun die Tafel der herzhaften Leckereien: mit den traditionellen Oliven und Olivenölen, mit den kleinen Käsesorten, die je nach Jahreszeit, Region und Geschmack aus Ziegen- oder Schafsmilch gemacht werden und frisch oder gereift, hart oder weich daherkommen. Nicht zu vergessen die unvermeidlichen Wurst- und geräucherten Fleischwaren sowie den Schinken. Bei all diesen Produkten wurde von den Herstellern viel investiert, um Qualitätszertifikate zu erhalten.

Aber auch in diesem Bereich gilt: Es gibt exzellente Erzeuger, die ihre Produkte nie für die geltenden Zertifizierungsverfahren vorgeschlagen haben - einige aus freien Stücken, andere, weil die Größe ihrer Betriebe es nicht rechtfertigt. Die Ansprechpartner für all das finden Sie in den Tourismusbüros, sowie Informationen darüber, wo die Produkte zum Verkauf angeboten werden.

Hier geben wir nur Informationen über die Produkte mit einer DOP - Denominação de Origem Protegida (g.U. - geschützte Ursprungsbezeichnung) und IGP - Indicação Geográfica Protegida (g.g.A. - geschützte geographische Angabe), die den Zertifizierungs- und Kontrollsystemen der Europäischen Union unterliegen:

Käse
Im Alentejo gibt es drei Regionen, die DOP queijos (g.U. Käse) produzieren: Nisa, Évora und Serpa. Alle werden durch langsames Abtropfen der geronnenen Milch gewonnen, gefolgt von der Gerinnung der unbehandelten Schafsmilch mit einem Aufguss aus Disteln. Sie führen die traditionellen Methoden der Herstellung des Käses fort, wobei die Merkmale, die sowohl auf die Milch als auch auf die traditionelle Art und Weise des Umgangs mit den Mutterschafen zurückzuführen sind, zum Vorschein kommen. Queijo Nisa DOP, gepökelt, halbhart in der Textur, geschlossen, mit kleinen Löchern, ist exklusiv für eine Region im Norden Alentejos, die acht Gemeindebezirke umfasst. Im gleichen geographischen Gebiet wird der Queijo Mestiço de Tolosa IGP hergestellt, der Milch von Schafen und Ziegen verwendet.

Es gibt Produzenten in Nisa, Monte Claro, Gáfete, Tolosa, Alpalhão, Vaiamonte und Monforte. In Tolosa und Vaiamonte werden Bio-Käse hergestellt, die, wenn sie zertifiziert sind, das Siegel AB - Agricultura Biológica (Biologische Produktion) tragen.

Queijo Évora DOP ist ein gereifter Käse, hart oder halbhart in der Textur, mit wenigen oder gar keinen Löchern, der in einer ausgedehnten Zone hergestellt werden kann, die 14 Gemeindebezirke in Zentral-Alentejo und drei in Nord-Alentejo umfasst. Hersteller dieses Käses finden Sie in Évora, Arraiolos, Alcáçovas, Aldeias de Montoito (Redondo), Rio de Moinhos (Borba) und Sousel. Queijo Serpa DOP ist vielleicht der berühmteste Käse im Alentejo. Bei diesem handelt es sich um einen gereiften Schafskäse, halbweich und butterig in der Textur (er kann sogar gegossen werden), der wenige oder gar keine Löcher hat. Die Käsesorten werden in sogenannten "Wäscheschränken" (Käselagern) mindestens einen Monat lang in einer kühlen, feuchten Umgebung bis zur Reife gelagert. Ihre Herkunft ist eine Region, die 12 Gemeindebezirke im Unteren Alentejo umfasst, wo Klima, Boden und Weide dem Serpa DOP die Eigenschaften verleihen, die ihn zu einem einzigartigen Käse machen. Es gibt Produzenten in Beja (Santa Clara do Louredo und Penedo Gordo), Moura, Pias, Serpa und Mértola (Corvos und Corte da Velha).

Oliven und Olivenöl
Allein die Fahrt durch den Alentejo macht die Bedeutung des Olivenanbaus deutlich. Olivenhaine und Plantagen nehmen mehr als 150.000 Hektar ein. Für ungewöhnliche Fotomotive gibt es viele hundert Jahre alte Olivenbäume mit Stämmen, die wahrhaft skulptural sind. Hie entstehen Oliven, die auch heute noch wie früher "gesüßt" - mit Salz und Oregano gewürzt wird und sich in der gesamten Küche der Region bemerkbar macht. Die Bräuche der Hausmannskost, die an die Restaurants weitergegeben wurden, werden beibehalten: Die ersten Oliven, die ab Oktober geerntet werden, isst man nach dem Zerlegen und Zerdrücken; für den Rest der Produktion werden die Oliven konserviert, bis sie im darauffolgenden März fertig sind.

Was die industrielle Produktion anbelangt, so sind die einzigen konservierten Alentejo-Oliven, die das Siegel DOP - Denominação de Origem Protegida (g.U. - geschützte Ursprungsbezeichnung) tragen, diejenigen von Elvas und Campo Maior. In Bezug auf Olivenöl gibt es drei DOP-Marken: Azeite de Moura, Azeites do Norte Alentejano und Azeite do Alentejo Interior, alle mit unverwechselbarem Geschmack. Das DOP-Olivenöl ist nativ oder extra nativ, d.h. es wird ausschließlich durch mechanische Verfahren bei niedrigen Temperaturen hergestellt. Seine Klassifizierung erhält es erst, wenn der eindeutige Zusammenhang zwischen seiner Qualität und den natürlichen und menschlichen Faktoren seiner Herkunftsregion nachgewiesen ist. Die Produktion von Azeites biológicos (Bio-Olivenölen) wird immer größer.

Produzenten von Azeite DOP sind zu finden in: Sousel, Santo Amaro, Borba, Redondo und Reguengos de Monsaraz (Azeites do Norte Alentejano); Moura, Serpa und Vila Verde Ficalho (Azeite de Moura); Portel, Vidigueira und Torrão (Azeite do Alentejo Interior). In Moura sollten Sie unbedingt den Lagar (Olivenpresse) de Varas do Fojo besuchen, der in das Olivenöl-Museum umgewandelt wurde, und in Campo Maior den Lagar-Museu do Palácio Visconde d'Olivã.

Enchidos - Räucherfleisch und Wurstwaren
Sie werden auf jede erdenkliche Art und Weise verzehrt: geräuchert, gekocht, gebraten, gegrillt, frittiert, allein, als Beilage und als Zutaten in verschiedenen traditionellen Gerichten. Der Produktionsprozess ist langsam. Es beginnt mit der Auswahl des am besten geeigneten Fleisches, das dann gestochen und gewürzt wird. Die Gewürze sind nicht immer die gleichen, aber die häufigsten sind Pfeffer, Knoblauch, Salz und Wein. Nach dem Würzen wird das Fleisch mariniert, um die Aromen aufzunehmen. Wenn es fertig ist, werden sie an Latten aufgehängt, während sie verschiedene Stadien der Aushärtung durchlaufen, die allesamt langsam, unter freiem Himmel und im Rauch von Steineichenholz erfolgen.

Diese uralte Vorgehensweise ist in die Industrie eingedrungen, als eine der Voraussetzungen für die Erlangung einer Zertifizierung, die in Bezug auf verschiedene Wurstsorten (painho, chouriço, morcela, cacholeira banca, lombo enguitado, farinheira, etc.) durch das IGP-Siegel gekennzeichnet ist.
Es gibt Produzenten in Portalegre, Póvoa e Meadas, Elvas, Arronches, Fronteira, Sousel, Cano, Estremoz und Borba. Viele von ihnen gehören zur Initiative "Rota dos Sabores do Alentejo" ("Alentejo Tastes Routes"), die es Besuchern ermöglicht, nach vorheriger Anmeldung ihre Betriebe zu besuchen, ihre Produkte zu verkosten und direkt beim Hersteller einzukaufen. Informationen unter: www.rotadossabores.com

Presunto (Rohschinken)
Der Presunto im Alentejo wird in Campo Maior, Elvas, Santana da Serra (Ourique) und Barrancos hergestellt. Presunto de Barrancos DOP, der einzige, der dieses Siegel trägt, wird ausschließlich aus Schweinekeulen der Rasse Raça Alentejana gewonnen. Das Bein muss ein Mindestgewicht von 5 Kg und einen angenehmen Geschmack haben, sehr glatt, zart und leicht salzig sein und manchmal einen Hauch pikant. Das Fett ist glänzend und aromatisch. Eine der Eigenschaften, die ihn von anderen Marken unterscheidet, ist die Tatsache, dass er dank des Mikroklimas der Zone langsam und rauchfrei luftgetrocknet wird.

Süßigkeiten
Wir beenden mit den Süßspeisen eine weitere geschmackvolle Reise, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Die Vielfraße müssen sich selbst in Schach halten, denn es gibt viel zu naschen. In den Häusern der Armen und Reichen, an Feiertagen oder um die Härte des Alltags zu versüßen, schuf die Phantasie der Küchenkünstler ein volles Rezeptbuch. Neben den Kuchen aus der Bäckerei, die im gleichen Ofen wie das Brot gebacken wird, finden wir im gesamten Alentejo die Nógados (Nougat) und die Filhós (Blätterteiggebäck), die Bolos fintos (fermentierte Kuchen) und die Folares da Páscoa (Osterkuchen), sowie die Azevias natalícias com recheios de gila ou de grão (mit Kürbis oder Kichererbsen gefüllte Backwaren).

Viele der bekannten Kuchen und Süßigkeiten des Alentejo haben ihren Ursprung in den Klöstern. Die Zutaten für diese Köstlichkeiten sind leicht zu finden: Zucker, Eier, Brot, Milch, Käse, Quark, Zimt, Mandeln, Kürbis und vieles mehr. Die Rezepte wurden von Generation zu Generation weitergegeben und sind nun auf den Speisekarten guter Restaurants zu finden. Außerdem werden sie in spezialisierten Pastelarias verkauft (Cafés / Konditoreien), ganz oder in Scheiben.

 


Veröffentlicht am: 13.03.2018

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