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Samstag, 16. Januar 2021
   
 

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Aktien sind trotz teilweise hoher Bewertungen nicht teuer

Kommentar von Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management in Zürich

Die globale Konjunktur erholt sich weiter und die positiven Trends bestätigen sich immer deutlicher. Die starke Zunahme von Covid-19-Infektionen in den USA hat bisher nur eine marginale Bremswirkung. Insbesondere geht die Arbeitslosigkeit kontinuierlich zurück.

Der Häusermarkt bleibt ebenfalls in einer äußerst starken Verfassung und die Bargeldbestände der privaten Haushalte sind immer noch auf hohem Niveau. Damit ist ein solides Fundament für anhaltend hohen Güterkonsum und eine weitere Erholung der US-Konjunktur gelegt. Auch in China deuten sämtliche aktuellen Konjunkturindikatoren auf eine sehr robuste Entwicklung hin. China hat zudem einen positiven Einfluss auf viele Schwellenländer. Und in Europa gehen die Corona-Fallzahlen deutlich zurück, was in absehbarer Zeit wieder Lockerungen der teilweise strikten Maßnahmen erlauben sollte.

In den USA ist die Nominierung der ehemaligen Fed-Präsidentin Janet Yellen zur Finanzministerin ein Signal, dass der neue US-Präsident in der Lage ist, eine hochkarätige und effiziente Regierung zusammenzustellen. Die Differenzen zwischen dem US-Finanzministerium und der Fed bezüglich einiger Stimulusprogramme dürften damit vom Tisch sein. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen können hier aufatmen.

Für die Aktienmärkte signalisieren markttechnische Indikatoren ein kurzfristig positives Bild. Die Marktbreite ist hoch und es findet eine gesunde Sektorrotation statt, die bisherige Covid-19-Verlierer favorisiert und damit für realistischere Bewertungen sorgt. Durch diese Sektorrotation werden die bisherigen Verlierer (darunter Tourismus, Energie und Investitionsgüter) teurer, während die Gewinner (zum Beispiel Technologie und Pharma) unter Druck kommen. Andererseits sind viele gute Neuigkeiten bereits eingepreist, wodurch die euphorische Marktstimmung für kurzfristige Korrekturen sorgen könnte. Absolut betrachtet sind die Bewertungen der Aktien- und Unternehmensanleihenmärkte zwar teilweise hoch. Das niedrige Zinsniveau und die üppigen Dividendenrenditen im Vergleich zu den Geldmarktzinsen relativieren allerdings das Bild.

Perspektivisch wäre ein weiter fallender US-Dollar ein Risiko für die Finanzmärkte. Dieses Szenario könnte die Inflationserwartungen sowie die langfristigen Zinsen in den USA nach oben treiben und mittelfristig zu Problemen für die US-Notenbank führen. Die lockere Geldpolitik müsste gedrosselt werden und die Fed hätte weniger Handlungsspielraum. Allerdings führt ein schwächerer Dollar kurzfristig sogar zu einer erfolgreichen und gewünschten ‘Reflationierung’ des Systems und damit zu mehr Wirtschaftswachstum. Dieses zweischneidige Schwert sollten Anleger daher im Auge behalten und regelmäßig neu bewerten.

 


Veröffentlicht am: 01.12.2020

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