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Donnerstag, 28. Mai 2020
   
 

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CoCo-Anleihen im Härtetest

Daniel Björk beleuchtet die Anlageklasse der Contingent Capital Instruments

Contingent Capital Instruments (CoCos oder CoCo-Anleihen genannt) sind nachrangige Anleihen, die typischerweise von europäischen Großbanken emittiert werden, um die Eigenkapitalbasis zu stärken.

Auf Firmenebene weisen die emittierenden Großbanken im Durchschnitt ein Rating von A+ aus, während eine durchschnittliche CoCo-Anleihe mit BB bewertet wird. Im vergangenen Jahr gehörte die Anlageklasse zu den Überfliegern mit einem Plus von rund 15,3 Prozent gemessen am ICE BofAMLContingent Capital Index (hedged in EUR). 2020 hat sich das Bild aufgrund der Coronakrise abrupt gedreht und der Index gab seit Jahresbeginn um rund 15,7 Prozent nach (Stand Ende März 2020).

Wie lässt sich diese Korrektur historisch einordnen? Dazu äußert sich Daniel Björk, Manager des Swisscanto (LU) Bond Fund COCO: „Da es sich bei CoCo-Anleihen um eine relativ neue Anlageklasse handelt, ist ein Vergleich mit der Finanzkrise leider nicht möglich. Betrachtet man allerdings die Kapitalisierung der Banken, so ist die gesamte Branche deutlich besser aufgestellt als in 2008. Eine Entwicklung, die diese These unterstützt, ist der Credit Default Swap (CDS)-Spread von Finanzanleihen, welcher sich seit dem Ausbruch der Coronakrise ähnlich wie jener von Unternehmensanleihen entwickelt hat. Die CDS-Spreads für Finanzanleihen sind gegenwärtig nur etwa zehn Basispunkte (Bp) höher als die Spreads von europäischen Unternehmensanleihen.“

Weiter führt Björk aus: „Um diese Zahl ins Verhältnis zu setzen: Seit 2010 war der durchschnittliche Unterschied (Median) mit ungefähr 17 Bp deutlich höher. 2011 lag dieser sogar bei zwischen 140 und 160 Bp. Dies deutet darauf hin, dass Finanz- und Unternehmensanleihen auf ähnliche Weise von höheren Spreads und dem schwächeren Wirtschaftswachstum betroffen sind. Unseres Erachtens ist dies auch ein deutliches Zeichen für die grundlegenden Verbesserungen der Bankbilanzen und der Finanzierungs-/Liquiditätsprofile über die vergangenen zehn Jahre hinweg, während die Verschuldung von Unternehmen tendenziell stieg. Zudem sehen wir sowohl in Asien als auch in Europa Anzeichen dafür, dass Banken die Konsumenten sowie kleinen und mittleren Unternehmen während der Krise unterstützen, anstatt wie in der Vergangenheit die Ursache der Krise zu sein.“

Unterstützung der Regulatoren


Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) hat dem Bankensektor die vollumfängliche Unterstützung der europäischen Regulatoren zugesichert. Auch der Schweizer Bundesrat hat auf Empfehlung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma die antizyklischen Kapitalpuffer für Banken bis auf weiteres ausgesetzt. „Die hohe Systemrelevanz des Sektors spricht aus unserer Sicht für CoCo-Anleihen, gerade im Vergleich zu ähnlichen Anlageklassen wie zum Beispiel High Yield.Wir rechnen im Bankensektor mittelfristig mit höheren Kreditprämien und tieferen Gewinnen. Davon ausgehend fokussieren wir uns auf CoCo-Emittenten mit guter Profitabilität, einer starken Bilanz sowie einem tiefen Anteil unrentabler Kredite. Während den aktuellen Marktverwerfungen ist es wichtig, im Blick zu behalten, dass der europäische Bankensektor seine Kapitalstruktur in den vergangenen zehn Jahren deutlich verbessert hat“, so Björk.

Abschließend meint der Fondsmanager: „Dennoch haben wir in den vergangenen Wochen unsere Positionen in Banken mit tieferem Kapitalpuffer reduziert. Dabei hat sich unsere vergleichsweise kleine Fondsgröße als Vorteil erwiesen, weil wir dadurch weniger von illiquiden Märkten betroffen waren. Aufgrund der jüngsten Marktturbulenzen haben sich im CoCo-Markt neue Einstiegschancen ergeben, welche wir selektiv nutzen. Sobald sich die Lage an den Kapitalmärkten normalisiert, dürfte die Jagd nach positiven Renditen wieder aufgenommen werden und der CoCo-Markt davon profitieren.“

 


Veröffentlicht am: 06.04.2020

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