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Sonntag, 5. April 2020
   
 

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2020 - eine Wiederholung von 1995 unwahrscheinlich

Kommentar von Jean-François Jolivalt, Multi Asset Fund Manager, La Française


Die Proteste und Beförderungsstreiks gegen die geplante Rentenreform der französischen Regierung dauern nun schon seit über 40 Tagen an – das gab es in der jüngeren Geschichte Frankreichs noch nie.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Land durch eine landesweite Blockade der Verkehrsgewerkschaft lahmgelegt wird. Die jetzigen Proteste ähneln den Protesten von Ende 1995, auch sie wurden durch geplante Rentenreformen entfacht. Damals schätzte das französische Statistikamt INSEE, dass die sozialen Unruhen im letzten Quartal für einen Rückgang des BIP um etwa 0,2 % verantwortlich waren. Zu dieser Zeit war die Region Paris besonders betroffen, ebenso wie die Branchen Telekommunikation, Energie, Bildung und Gesundheit. Die Streiks von 1995 führten zu geringeren Konsumausgaben und Produktionsstörungen.

Die heutigen Befürchtungen hinsichtlich der Abwärtsrisiken für die französische Wirtschaft sind berechtigt. Paris hat die Hauptlast der wirtschaftlichen Abschwächung zu spüren bekommen. Die Gastronomie, der Tourismus und der Einzelhandel waren am stärksten betroffen, vor allem in der entscheidenden Weihnachtszeit. Streiks belasten nachweislich das Verbrauchervertrauen. Die Bevölkerung hat sich jedoch an die Situation angepasst, dank E-Commerce, Home-Office, Fahrgemeinschaften und Carsharing. Das sind Dienstleistungen oder Alternativen, die inzwischen allgemein akzeptiert und verfügbar sind.

Unternehmensumfragen und andere vorausschauende französische Wirtschaftsindikatoren halten stand, insbesondere im Vergleich zu anderen europäischen Volkswirtschaften. Trotz der weltweiten Abschwächung des verarbeitenden Gewerbes deuten die französischen Wirtschaftsdaten nicht auf eine größere Beeinträchtigung des Industriesektors hin. Deutschland hingegen spürt den Druck. Darüber hinaus wurde Frankreich im letzten Ernst & Young Industriebarometer als attraktivstes Land Europas bezeichnet.

Der französische Finanzminister Bruno Lemaire sagte kürzlich, dass Streiks im Transportwesen nur geringe Auswirkungen auf Wachstum und Beschäftigung haben werden; eine Einschätzung, die wir teilen. Insgesamt erwarten wir im vierten Quartal 2019 ein BIP-Wachstum von etwa 0,3 %. In der vergangenen Woche haben die französische Regierung und die reformistischen Gewerkschaften einen Kompromiss gefunden. Diese jüngste Entwicklung ist ein positiver Schritt und ebnet den Weg für ein Ende der Streiks. Sollten beide Parteien jedoch keine Einigung erzielen und die Proteste weitergehen, könnte das Wachstum auf Talfahrt gehen und weitere Wolken könnten am Horizont aufziehen.

Foto: SELECTIONNEE

 


Veröffentlicht am: 20.01.2020

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