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Freitag, 13. Dezember 2019
   
 

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DWS Chart der Woche

Wie gewonnen …

Unternehmensgewinnzahlen, die in der US-Einkommensstatistik verwendet werden, weisen darauf hin, dass die Qualität der US-Unternehmensgewinne möglicherweise abgenommen hat.

Sollten Wall-Street-Investoren den ausgewiesenen Unternehmensgewinnen vertrauen? Besonders in dieser Phase des Wirtschaftszyklus könnte es sich lohnen, sie zu hinterfragen. Zumindest lehrt uns das die Geschichte. Unser "Chart der Woche" vergleicht die ausgewiesenen Unternehmensgewinne des S&P 500 mit den Unternehmensgewinnzahlen, die in der US-Einkommensstatistik verwendet werden (NIPA1 -Gewinne). Das ist ziemlich aufschlussreich, besonders wenn man beide über einen längeren Zeitraum betrachtet. Die Gewinne des S&P 500 machten zwischen 2010 und 2016 im Schnitt etwas mehr als die Hälfte der NIPA-Gewinne aus. Bis 2019 stiegen sie dann auf rund 70 Prozent.

Die NIPA-Gewinne beruhen hauptsächlich auf Körperschaftsteuererklärungen. Daher ändert sich die Art und Weise, auf die die NIPA-Zahlen zusammengestellt werden, über den gesamten Geschäftszyklus nicht wesentlich. Im Gegensatz dazu basieren die ausgewiesenen Unternehmensgewinne, die zur Berechnung des Gesamtgewinns des S&P 500 verwendet werden, auf Rechnungslegungsstandards, die den Buchhaltern ein gewisses Maß an Flexibilität erlauben.2  Insbesondere gegen Ende eines Konjunkturzyklus haben S&P-500-Unternehmen starke Anreize, die Flexibilität in der Berichterstattung zu nutzen, um ein schmeichelhaftes Bild der Ertragslage zu zeichnen.

Das volle Ausmaß der Verzerrung der Ergebnisqualität wird oft erst in der nächsten Rezession deutlich. Wenn ein Unternehmen in jedem Fall einen Verlust ausweisen wird, hat das oftmals neue Managementteam starke Anreize, alle schlechten Nachrichten auf einmal zu offenbaren – alles was quasi nicht niet- und nagelfest ist landet in der nächsten Gewinnmitteilung.

Dieses Phänomen war auch nach der Finanzkrise gut zu beobachten. Wir schätzen das Rezessionsrisiko zwar derzeit weiter als moderat ein. Es ist jedoch nicht zu früh, sich über die Ertragsqualität Gedanken zu machen. Und auch für makroökonomische Prognosen sind die NIPA-Zahlen eine nähere Betrachtung wert, wie wir in einer kürzlich erschienenen Veröffentlichung (siehe U.S. Economic Outlook vom November 2019) zeigen.

 


Veröffentlicht am: 30.11.2019

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