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Freitag, 13. Dezember 2019
   
 

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Weitblick mit Winkler

Die Aktienmärkte segeln auf der Welle der abnehmenden Konjunkturängste

Was sich seit ein paar Wochen andeutet, konkretisiert sich langsam, wenn auch auf niedrigem Niveau: Die konjunkturelle Entwicklung hat sich stabilisiert, Deutschland ist noch einmal an einer technischen Rezession vorbeigeschrammt, und die Industrieproduktion in der Eurozone hat im September leicht zugelegt.

Dementsprechend sinkt die Angst vor einer Rezession. Die Entwicklung der US-Industrieproduktion zeigt allerdings, dass zu überbordendem Optimismus wahrlich kein Anlass besteht. Diese Produktion ging laut der US-Notenbank Fed im Oktober deutlich stärker zurück als zuvor erwartet, nicht zuletzt durch den nach wie vor ungelösten Handelskonflikt mit China. Und es ist für 2020 auch in der Eurozone mit keinem starken Wirtschaftswachstum zu rechnen.

Die Aktienmärkte kümmert das nicht. Sie segeln auf der Welle der abnehmenden Konjunkturängste. Allerdings werden sie dabei anders als bisher ohne den gewohnten Rückenwind der Notenbanken auskommen müssen. Der Dax hält sich stabil über 13.000 Punkten. Noch besser sieht es beim S&P500 aus. Er entwickelt sich freundlich und erreicht neue Höchstkurse für dieses Jahr. Der Stoxx600 arbeitet weiter am Überwinden der Widerstandszone zwischen 400 und 415 Punkten – einer Zone, die seit mindestens fünf Jahren nicht mehr durchbrochen werden konnte. Angesichts solcher Entwicklungen hat die Fed bereits angekündigt, vorerst auf weitere Zinssenkungen zu verzichten. Es ist gut möglich, dass ihr aktueller Leitzins ein ganzes Jahr Bestand haben wird.

Neben der zu erwartenden künftigen Zurückhaltung der Notenbanken, die ja bisher ein starker Treiber der Kursentwicklungen waren, gibt es für Anleger noch eine weitere Kehrseite der aktuellen Entwicklungen. Zumindest für Anleger, die darüber nachdenken, ihre Aktienquote weiter aufzustocken. Denn die Bewertungen an den Aktienmärkten sind mittlerweile bereits recht hoch. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im Dax liegt derzeit bei rund 16, zu Jahresbeginn waren es rund 11. Der historische Durchschnittswert liegt zwischen 13 und 14. Die Aktienquote sollte daher nicht aufgestockt werden. Da andererseits auch kein Abgabedruck herrscht, empfiehlt es sich, sie konstant zu halten.

 


Veröffentlicht am: 18.11.2019

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