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Mittwoch, 14. November 2018
   
 

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Im Gespräch: Gabriele Thomaßen - Pflegeversicherungs-Expertin

Es ist Umfragen zufolge die größte Angst der Deutschen – im Alter zum Pflegefall zu werden. Die Sorgen sind nicht unbegründet: 2,4 Millionen Bundesbürger können ihren Alltag nicht mehr alleine bewältigen, Tendenz steigend. Doch wie funktioniert die Absicherung durch die staatliche Pflegeversicherung?

Gabriele Thomaßen, Expertin bei der DKV Deutsche Krankenversicherung, erklärt Begriffe wie Pflegestufe, Pflegekostenversicherung und Pflegetagegeld.

Angenommen ein älterer Mensch kann seinen Alltag nicht mehr alleine bewältigen. Welche Leistungen erhält er von der gesetzlichen Pflegeversicherung?

Gabriele Thomaßen:
Betroffene werden in eine von drei so genannten Pflegestufen eingeteilt. Je hilfsbedürftiger sie sind, desto mehr Leistungen bekommen sie vom Staat. Um Leistungen nach Pflegestufe I zu erhalten, muss mindestens einmal pro Tag Hilfe bei der Grundpflege – etwa beim Essen oder bei der Körperpflege – und zusätzlich mehrmals wöchentlich Unterstützung im Haushalt erforderlich sein. Dabei muss der Pflegebedarf bei mindestens 90 Minuten pro Tag liegen. In Pflegestufe II ist der Aufwand höher, unter die dritte Stufe fallen Schwerstpflegebedürftige, die in der Regel deutlich mehr Unterstützung bei der Verrichtung der Dinge des täglichen Lebens brauchen – mindestens aber fünf Stunden am Tag. Außerdem gibt es noch die Pflegestufe 0 für all diejenigen, die in geringerem Maße hilfsbedürftig sind als Betroffene der Stufen I bis III – aber doch fremde Unterstützung benötigen, da sie beispielsweise an einer dementiellen Erkrankung leiden und somit einen zusätzlichen Betreuungsaufwand haben.

Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung reichen in der Regel nicht aus, um alle Pflegekosten zu decken. Wie kann man zusätzlich privat vorsorgen?

Gabriele Thomaßen:
Versicherer wie die DKV Deutsche Krankenversicherung bieten so genannte Pflegeergänzungstarife wie zum Beispiel die Pflegekostenversicherung oder das Pflegetagegeld an. Versicherte erhalten damit im Pflegefall zusätzliche Leistungen, die über die der gesetzlichen Pflegekasse hinausgehen. So lässt sich die Versorgungslücke im staatlichen Schutz schließen. Gute Tarife passen sich dabei der Kostenentwicklung an. Bei den steigenden Preisen im Pflegesektor ein wichtiger Aspekt.

Können die Versicherten oder ihre Angehörigen entscheiden, wofür sie das Geld aus der Versicherung verwenden?
Gabriele Thomaßen:
Die Pflegekostenversicherung deckt nur Leistungen ab, die im Katalog der gesetzlichen Pflegeversicherung aufgeführt sind. Wer sich mehr Flexibilität wünscht, ist mit einem so genannten Pflegetagegeldtarif besser beraten. Damit erhalten Versicherte im Pflegefall einen festen Tagessatz, über den sie relativ frei verfügen können – und zwar unabhängig von den tatsächlichen Kosten. Das Geld kann für professionelle Hilfe verwendet werden; man kann damit aber auch jemanden bezahlen, der dem Pflegebedürftigen vorliest oder mit ihm spazieren geht. Eine Pflegetagegeldversicherung berücksichtigt also auch die menschlichen Bedürfnisse nach Zuwendung und Gesellschaft – entgegen der staatlichen Vorsorge, die nur das Lebensnotwendige abdeckt und daher als „Satt-und-Sauber-Pflege“ in der Kritik steht.

Quelle:
ERGO-Gruppe

 


Veröffentlicht am: 29.12.2011

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