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Donnerstag, 2. April 2020
   
 

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Ein goldenes Jahrzehnt liegt hinter uns: Wird das nächste genauso gut?

Marktausblick Danske Bank Asset Management

Während die ersten zehn Jahre dieses Jahrtausends mit dem Platzen der Dotcom-Blase und der Finanzkrise für Anleger ein Alptraum waren, hat ihnen das vergangene Jahrzehnt auf breiter Front viel Freude bereitet.

Sowohl Aktien als auch Anleihen haben gute Renditen erzielt. Dabei wurden die Finanzmärkte Danske Banks Chefstratege Henrik Drusebjerg zufolge in den letzten zehn Jahren insbesondere von zwei Faktoren vorangetrieben.

Anleger und Unternehmen sind auf einer Welle aus sinkenden Zinsen und wirtschaftlicher Hochkonjunktur geritten – und das haben wir vor allem den Zentralbanken zu verdanken. Sie haben enorme Geldmengen in die Weltwirtschaft gepumpt und die Zinsen auf Niveaus gesenkt, die wir uns Anfang des Jahrzehnts niemals hätten vorstellen können. Das hat zum längsten Aufschwung seit dem Zweiten Weltkrieg beigetragen.

So hoch waren die Renditen

Doch wie gut war das letzte Jahrzehnt tatsächlich? Betrachten wir einige Anlageformen:

AKTIEN: Globale Aktien erzielten eine durchschnittliche jährliche Rendite von 12,1 Prozent. Insbesondere US-Aktien legten stark zu. Sie generierten eine durchschnittliche jährliche Rendite von 16,2 Prozent und wurden dabei vor allem von den Internetriesen Amazon, Facebook, Apple und Alphabet vorangetrieben. Deutsche Aktien stiegen jährlich um 9,2 Prozent. Dabei darf man nicht vergessen, dass Aktien bereits mit viel Rückenwind in das Jahrzehnt gestartet sind, da sie sich nach den hohen Kursverlusten während der Finanzkrise immer noch mitten in einer Erholung befanden.

ANLEIHEN: Die Zinssenkungen in den letzten zehn Jahren haben Anleihen gute Kursgewinne beschert. Insgesamt erzielten globale Staatsanleihen eine durchschnittliche jährliche Rendite von 4,6 Prozent, während globale Unternehmensanleihen um 6,8 Prozent zulegten.

Anleihen können ihren Erfolg unmöglich wiederholen

Das kommende Jahrzehnt wird sich insbesondere in Bezug auf einen Faktor vom vorherigen Jahrzehnt unterscheiden: Die Zinsen sind jetzt so niedrig, dass sich die Zinssenkungen der vergangenen zehn Jahre unmöglich wiederholen können. Das ist für die Renditeaussichten von Anleihen ein entscheidender Aspekt.

Man kann fast behaupten, dass der Siegeszug von Anleihen im vergangenen Jahrzehnt ihnen das Leben gekostet hat. Die laufende Verzinsung von Papieren mit hoher Bonität ist derzeit äußerst bescheiden. Gleichzeitig sollten Anleger keine nennenswerten Kurssteigerungen erwarten – eher im Gegenteil. Insgesamt sieht es so aus, als ob diese Art von Anleihen im kommenden Jahrzehnt eine sehr geringe Rendite oder im schlechtesten Fall sogar eine negative Rendite erzielen wird.

Aktienrenditen dürften sinken

Auch Aktienanleger sollten sich in den kommenden zehn Jahren auf moderatere Renditen einstellen.

Wir befinden uns in der Spätphase des Konjunkturaufschwungs und werden in den kommenden Jahren vermutlich in eine Rezession gleiten. Das muss nicht unbedingt in einer Katastrophe für die Aktienmärkte enden. Es wird aber voraussichtlich größere oder kleinere Kursrückgänge geben, bevor Aktien wieder in ruhigeres Fahrwasser kommen.

Hinzu kommt: Auf Phasen mit sehr hohen Renditen folgen in der Regel Phasen mit gemäßigteren Renditen.

Man bezeichnet dies als Rückkehr zum Mittelwert (Mean Reversion). Aktien haben demnach die Tendenz, langfristig zu ihrer Durchschnittsrendite zurückzukehren. Man könnte auch sagen, dass Aktien an einer Art Gummiband hängen. Und im vergangenen Jahrzehnt mit Renditen über dem historischen Durchschnitt hat sich dieses Gummiband sehr stark ausgeweitet.

Schwellenländer machen Boden gut

Auf 10-Jahres-Sicht sehen wir das größte Renditepotenzial bei Schwellenländeraktien. In den vergangenen Jahrzehnten ist der Anteil der Schwellenländer an der Weltwirtschaft immer mehr gestiegen. Wir gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung im kommenden Jahrzehnt fortsetzen wird. Als Anleger sollte man sich jedoch bewusst sein, dass Schwellenländeraktien auch einem höheren Risiko unterliegen.

Finanzielles Experiment kann nach hinten losgehen

Die historisch lockere Geldpolitik der Zentralbanken seit der Finanzkrise ist das weltgrößte finanzielle Experiment, das durchaus negative Konsequenzen haben kann:

Die Geldpolitik der Zentralbanken hat im vergangenen Jahrzehnt für Rückenwind gesorgt. Auf längere Sicht kann sie aber auch negative Folgen haben. So haben die Zentralbanken jetzt beispielsweise viel weniger Munition auf Lager, um künftige Krisen zu bewältigen. Darüber hinaus gibt es sicherlich noch andere Konsequenzen, die wir bisher noch gar nicht auf dem Schirm haben. Dies ist in den kommenden zehn Jahren zweifellos ein Unsicherheitsfaktor. 

 


Veröffentlicht am: 22.01.2020

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