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Freitag, 20. Oktober 2017
   
 

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Die 10 volatilsten Währungen 2015

Diese Währungen haben 2015 am meisten Wert verloren


Das Jahr 2015 war für Währungen aus Schwellenländern kein gutes. Die konjunkturelle Abschwächung Chinas, der Ölpreissturz, der im Dezember nun final drohende Zinsanstieg durch die Federal Reserve und ein Ausverkauf eben jener Währungen haben diese erheblich unter Druck gesetzt.


Für Unternehmen, die Welthandel betreiben, ist diese Volatilität ein erheblicher Risikofaktor: Können positive Währungseffekte die eigene Bilanz durchaus aufhübschen, stehen bei schlechtem Währungsmanagement im Gegensatz dazu mitunter hohe Verluste in den Büchern.

Ebury, der Währungsexperte für den Mittelstand, hat die 10 volatilsten Währungen aus Schwellenländern in 2015 ermittelt (Werte vom 24.11.2015, Quelle: Bloomberg). Auffällig: Gleich fünf Währungen davon kommen aus Südamerika, mit Bulgarien ist aber auch ein direkter EURO-Nachbar dabei. Für Deutschland als Exportnation haben jene Entwicklungen eine besondere Relevanz. Vor diesem Hintergrund führt Ebury das Exportvolumen mit den einzelnen Ländern auf (Daten für 2014, Quelle: destatis.de).

Brasilianischer Real (BRL) -28,4% I Exportvolumen:  10,3 Milliarden Euro
Kolumbianischer Peso -23% I Exportvolumen:  1,7 Milliarden Euro
Türkische Lira (TRY) -18,75% I Exportvolumen:  19,2 Milliarden Euro
Südafrikanischer Rand (ZAR) -18 I Exportvolumen:  8,3 Milliarden Euro
Malaysischer Ringgit (MYR) -17,7% I Exportvolumen:  4,8 Milliarden Euro
Ghanaische Cedi (GHS) - 16,1% I Exportvolumen:  0,26 Milliarden Euro
Chilenischer Peso (CLP) -14,9% I Exportvolumen:  2,1 Milliarden Euro
Bulgarischer Lev (BGN) -12,3% I Exportvolumen:  3,3 Milliarden Euro
Argentinischer Peso (ARS) - 12,1% I Exportvolumen:  2,4 Milliarden Euro
Peruanischer Nuevo Sol (PEN) -11,8% I Exportvolumen:  0,91 Milliarden Euro

Während der erhebliche Werteverlust von Brasilianischem Real und Türkischer Lira vor allem auf politische Unruhen zurückzuführen sind, haben der Ghanaische Cedi - aber auch der Russische Rubel - mit einem Vertrauensverlust bei Anlegern zu kämpfen. Malaysischer Ringgit und Südafrikanischer Rand sind sogar auf ein Allzeittief gefallen, was unmittelbar mit der Entscheidung der Bank of China zu tun hat, den Yuan im August abzuwerten.

Die Währungsanalysten von Ebury gehen indes davon aus, dass sich einige dieser Währungen vom Kursschock schnell wieder erholen werden. Die kurzfristige Entwicklung der Währungen der Schwellenländer ist ihnen zufolge von zwei Faktoren abhängig:
- Ihrer Anfälligkeit gegenüber einer Zinserhöhung in den USA und
- ob das Ausmaß der Währungsabwertung durch den jüngsten Ausverkauf ausreichend ist, um einerseits die - Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten und andererseits die Verschlechterung der Handelsbedingungen auszugleichen.

Aus Eburys Sicht war der jüngste Abfall von Schwellenländer-Währungen in den meisten Fällen übermäßig und ungerechtfertigt; verschlimmert noch durch regelrechte Panik und dem Verkauf von alten Positionen. Der Wert der meisten Schwellenländer-Währungen hat sich inzwischen normalisiert. Ebury geht von einer weiteren Verbesserung aufgrund der realen ökonomischen Grundlage der meisten Länder aus. Insbesondere für den brasilianischen Real und den südafrikanischen Rand wird eine weitere Erholung erwartet. Die türkische Lira hingegen bleibt aufgrund der anhaltend düsteren Konjunkturaussichten im Land anfällig.

Heiko Müller, Deutschland-Chef von Ebury, sagt: “Die Währungen der Schwellenländer sind leider nur ein Spielball im internationalen Handel. Gerade mittelständische Unternehmen, die jenen Währungseffekten besonders leiden, tun gut daran, sich gegen diese Risiken abzusichern.”

 


Veröffentlicht am: 01.12.2015

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