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Dienstag, 20. November 2018
   
 

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Business und Bier

Ökonomische Fakten zum Gerstensaft

Bier ist  ist nach Wasser und Tee das beliebteste Getränk der Welt und ein globaler Multimilliarden-Markt, der auch Rückschlüsse auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der Weltwirtschaft zulässt.

Laut einer Studie von Allied Market Research sollen sich die weltweiten Umsätze mit Bier im Jahr 2020 auf 688 Milliarden Dollar belaufen, was ungefähr der aktuellen Jahreswirtschaftsleistung der Schweiz entspräche. Die ökonomischen Aspekte von Bier hat nun der Londoner Währunsgexperte Ebury ermittelt.

Bierverbrauch weltweit und Umsatz der Branche

1,93 Milliarden Hektoliter Bier wurden 2015 produziert. In Deutschland produzierten 2015 knapp 27.000 Beschäftigte in der Brauwirtschaft 95,6 Millionen Hektoliter Bier und setzten damit im In- und Ausland 7,8 Milliarden Euro um, was Deutschland Rang Vier weltweit beschert. Einsamer Spitzenreiter bei der Bierproduktion ist inzwischen China, 492,1 Millionen Hektoliter waren es im Jahr 2014. Auf Platz zwei folgen die USA mit 225,9 Millionen Hektolitern, Brasilien belegt den dritten Platz mit 140,4 Millionen Hektolitern.

Fünf Firmen beherrschen den Weltmarkt - und bald sind es nur noch vier

Bier war traditionell ein lokal verwurzeltes Produkt. Allein in Deutschland produzieren rund 1.350 Brauereien 5.500 verschiedene Biermarken, doch teilen sich fünf gigantische Konzerne 50% des Weltmarktes auf: Das belgisch-brasilianische Konsortium Anheuser-Busch InBev, SABMiller aus Großbritannien, das niederländische Heineken, Carlsberg aus Dänemark und China Resources Enterprise. Bald sind es wahrscheinlich jedoch lediglich vier Konzerne, die dann ein Drittel des gesamten Marktes versorgen, denn Anheuser-Busch InBev (Umsatz 2015: 43,6 Milliarden Dollar) möchte SABMiller (Umsatz 2015: 26,3 Milliarden Dollar) übernehmen. Der Konsolidierung zum Trotz hat sich allerdings in den vergangenen Jahren von den USA ausgehend eine vitale Craft Beer-Szene herausgebildet, die auf starke Aromen und unverwechselbaren Geschmack setzt.

Exportweltmeister Mexiko

Im Jahr des 500. Jubiläums des deutschen Reinheitsgebotes ist der Exportweltmeister tatsächlich Mexiko. 27,5 Millionen Hektoliter Bier exportierte Mexiko im Jahr 2014 bei einer Gesamtproduktion von 90 Millionen Hektoliter (weltweit Rang Sechs). Dazu beigetragen haben neben dem starken Marketing mexikanischer Marken Dutzende Freihandelsabkommen wie etwa das nordamerikanische NAFTA, denn Hauptabnehmer sind die Nachbarn nördlich des Rio Grande.

Deutschland exportierte 2015 laut Deutschem Brauer Bund e.V. 15,8 Millionen Hektoliter Bier und führte 6,5 Millionen Hektoliter ein. Mehr als 1,5 Milliarden Liter Bier im Wert von knapp 1,1 Milliarden Euro wurden aus Deutschland ausgeführt, vor allem in das EU-Ausland, aber auch China und die USA dürsteten nach deutschem Gerstensaft.

Exportgut Hopfen

Zwar sind Deutschland und seine zahllosen Brauereien gegenüber den großen Firmen ins Hintertreffen geraten, ohne Vorprodukte aus Deutschland jedoch wären weltweit buchstäblich Hopfen und Malz verloren. Im Herzen Bayerns befindet sich das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt. Im “Hopfenland” rund um die Hallertau werden auf fast 19.000 Hektar 20 Sorten des Hanfgewächses Hopfen kultiviert und in über 100 Länder exportiert, v. a. in die USA, nach Japan, Russland und Brasilien, China, Spanien, England oder Rumänien. Der deutsche Hopfen, der ursprünglich aus Ägypten stammt, hat einen Produktionsanteil von ca. einem Drittel an der Weltproduktion. Die USA haben Deutschland 2015 als größten Hopfen-Produzenten abgelöst und verantworten 42% der Ernte weltweit.

Wirtschaftsindikator Bier


“Ähnlich wie der Big Mac-Index eignen sich Bier und sein Preis auch als Wirtschaftsindikator, legt doch der Konsum von Bier, aber auch etwa Scotch und Wein, gerade in Schwellenländer seit Jahren zu, während er in den gesättigten Industrieländern stagniert”, so Matthew Ryan, Senior Market Analyst bei Ebury. 1961 trank ein Chinese im Jahr im Schnitt noch eine halbe Flasche Bier, 2017 waren es schon 103 Biere.

2011 stellte der renommierte FRED-Blog (Federal Research Economic Data) der Federal Reserve Bank of St. Louis fest, dass es eine Korrelation zwischen dem Bierpreis und der Entwicklung europäischer Ökonomien gibt, was sich insbesondere nach Anbeginn der Finanzkrise zeigte. Während der Bierpreis in Deutschland  seit 1996 recht stabil blieb, ließ sich die Inflation in den Ländern der europäischen Peripherie klar am Preis für den Gerstensaft ablesen. In Griechenland stieg er am gravierendsten, aber auch in Spanien und Italien legte er selbst bis 2012 noch zu, während der Preis in Irland zunächst deutlich angestiegen war, um dann ab 2010 - dem Beginn des irischen Sparprogramms - drastisch zu fallen. Wirtschaftskraft und Preisniveau hatten sich in Griechenland, Spanien und Italien ungesund entkoppelt.

“Die EZB befürchtete nach der Finanzkrise in erster Linie Deflation und ergriff entsprechende Maßnahmen wie Quantitative Easing, um die Märkte mit genügend Liquidität zu versorgen. Tatsächlich illustriert dieser Bier-Chart hingegen, dass in Griechenland, Spanien und Italien trotz stagnierender oder schrumpfender Volkswirtschaften eher das Gegenteil zu befürchten war: Inflation”, so Matthew Ryan von Ebury.

Der Bierkonsum mag sich allerdings auch eignen, um den Vermögenszuwachs innerhalb von Gesellschaften zu messen, wie das Paper zwei Ökonomen der Universität von Leuven in Belgien im Jahr 2011 nahelegten. Ihnen zufolge trinken Menschen mit zunehmendem Einkommen mehr Bier - allerdings nur bis sie etwa 22.000 Dollar im Jahr verdienen. Danach sinkt der Pro-Kopf-Konsum wieder.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 11.10.2016

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